USGS: Erdbeben bei Sonnenfinsternis nicht wahrscheinlicher

USA – In der kommenden Woche, am 21. August, werden die Vereinigten Staaten ein besonderes Naturschauspiel bestaunen dürfen. Der Kernschatten des Mondes bewegt sich im Zuge einer totalen Sonnenfinsternis quer durch das Land und wird dabei für einige Minuten die Sonne verdunkeln.
Der Kernschatten wird dabei durch von der Pazifikküste (Washington) durch die Rocky Mountains (Wyoming), den mittleren Westen (Missouri, Nebraska) und die Appalachen bis in den Südosten der USA (South Carolina) wandern. Bereits in Vorfeld des Ereignisses wurde in einschlägigen Foren viel über die geologischen Auswirkungen dieses astronomischen Ereignisses spekuliert. Hauptgrund: Vier der größten Erdbebengebiete der Vereinigten Staaten, sowie das Vulkangebiet des Yellowstone-Nationalparks werden genau im Kernschatten liegen.
Bereits bei früheren Sonnenfinsternissen hatte es weltweit ähnliche Spekulationen gegeben.
Das United States Geological Survey (USGS) hat sich diesem Thema am Mittwoch mit Verweis auf seine auf seine FAQs angenommen.


Demnach habe es in den vergangenen Jahren zahlreiche Studien zum Einfluss astronomischer Konstellationen auf die globale Seismizität gegeben. Die meisten dieser Studien bewiesen, dass es keine signifikante Häufung von Erdbeben während solcher Ereignisse gibt. Ausnahme bilden dabei einzelne submarine Störungszonen, wo es durch die Druckänderungen während der Tiden erhöhtes Erdbebenrisiko gebe.
„Doch muss man berücksichtigen, dass die Wahrscheinlichkeit eines Erdbebens während eines Jahres in solchen Regionen sowieso sehr gering ist, sodass eine kleine Erhöhung dieser keinen nennenswerten Unterschied macht und nicht signifikant ist.“, so das USGS. Dies würde also nur Störungszonen betreffen, die sowieso unmittelbar vor einem großen Erdbeben stehen.
Dabei mache es auch keinen Unterschied, ob es sich um eine Sonnenfinsternis, eine Mondfinsternis oder normale Gezeiten handle.

Somit ist nicht zu erwarten, dass es während der Sonnenfinsternis erhöhte Erdbebenaktivität in den USA oder sonst wo gebe. Zumindest ist die Wahrscheinlichkeit großer Erdbeben nicht höher als an anderen Tagen.

Titelbild oben: Wikipedia

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Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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