Korea: Neues Erdbeben bei Pohang – Mindestens 36 Verletzte

Südkorea – Erneut wurde die koreanische Stadt Pohang von einem Erdbeben getroffen. Nach ersten Angaben des Erdbebendienstes in Seoul erreichte das Beben am frühen Sonntagmorgen (Ortszeit) Magnitude 4.7. Vom United States Geological Survey (USGS) wird Magnitude 4,8 angegeben Das Epizentrum lag wie bereits beim Erdbeben im November wenige Kilometer nördlich von Pohang, rund 270 Kilometer südöstlich von Seoul. In Pohang und Umgebung waren die Erschütterungen deutlich zu spüren. Das Schüttergebiet reichte bis in die nahe gelegene Millionenstadt Daegu. Auch in den Hochhäusern von Seoul wurden schwache Erschütterungen verspürt. Über Auswirkungen auf die Olympia-Orte Pyeungchang und Gangneung liegen uns zur Zeit keine Meldungen vor. Die olympischen Spielstätten befinden sich rund 180 Kilometer nördlich vom Epizentrum
Nahe des Epizentrums sind kleinere Schäden denkbar.

Beim Erdbeben am 15. November 2017, das Magnitude 5,4 erreichte, wurden in Pohang über 3000 Gebäude teils schwer beschädigt. 82 Menschen wurden dabei verletzt. Das Erdbeben, dem zahlreiche Nachbeben folgte, könnte mit einem nahe gelegenen Geothermie-Kraftwerk in Verbindung stehen.

Update 21:28 Uhr
Der Koreanische Erdbebendienst hat das Beben auf Magnitude 4.6 nach unten korrigiert. Das landesweit tätige Erdbebenfrühwarnsystem hat auf das Ereignis reagiert und nach wenigen Sekunden landesweit Handybenachrichtigungen an Nutzer verschickt.

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Update 11. Februar, 08:33 Uhr
Bei dem Erdbeben wurden mindestens 24 Menschen in Pohang und Umgebung überwiegend leicht verletzt und mussten kurzzeitig zur Behandlung ins Krankenhaus. Die meisten von ihnen konnten bereits am Morgen entlassen werden. Viele der Betroffenen stürzten während der Flucht aus ihren Häusern. Einige erlitten Herzbeschwerden.
Auch an den Gebäuden der Stadt zeigen sich die Auswirkungen des neuen Bebens. In mehreren Häusern bildeten sich Risse. Neben Wohnhäusern sind auch Tempel betroffen. Größere Schäden gab es an einem Bürogebäude im Zentrum von Pohang, wo ein Teil der Außenfassade herabgestürzt ist.
Hunderte Menschen haben den Rest der Nacht und auch den Vormittag in Notunterkünften verbracht, aus Angst vor weiteren Beben oder weil ihre Häuser beschädigt wurden.

Update 09:50 Uhr
Die Zahl der Verletzten ist weiter gestiegen und liegt nun bei 36. Drei Personen müssen noch stationär in Krankenhäusern behandelt werden. Währenddessen dauert die Auswertung der Erdbebenschäden an. Mindestens 119 Gebäude sollen betroffen sein. Mehr als 500 Menschen werden zur Zeit noch in Notunterkünften versorgt.

Zeugenmeldungen
Pohang
5:10 Uhr etwa Ortszeit. Bin wach geworden weil alles gewackelt hat. Die Toilette hat dann gegurgelt. Wir haben uns angezogen und sind raus zum Strand. Im Foyer saßen da schon viele Gäste mit ihren Helmen. Es bestand aber keine Panik und nix. Draußen saßen viele Leute in ihren Autos und wärmten sich. Nach ner Stunde draußen sind wir nun wieder im Hotel. Aber etwas mulmig ist und schon. (Intensität IV)

Bongpyeong-myeon
Kurz vor der Meldung auf den Telefonen trat das Erdbeben spürbar auf (Intensität IV)

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Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 21:03 Uhr

Magnitude: 4,7

Tiefe:

Spürbar: ja

Schäden erwartet: ja

Opfer erwartet: nein

Ursprung:

Tsunami-Gefahr: nein

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In Regionen wie diesen kann es immer wieder zu schweren Erdbeben kommen. Nicht nur sichere Bauweise kann bei solchen Ereignissen Menschenleben retten, sondern auch richtige Verhaltensweisen. Daher empfehlen wir allen, die eine Reise in eine erdbebengefährdete Region planen, sich zuvor mit den richtigen Verhaltensweisen bei schweren Erdbeben auseinanderzusetzen.

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Jens ist 24 und studiert seit 2013 an der Ruhr-Uni Bochum Geowissenschaften. 2011 hat er mit einem privaten Erdbebenblog begonnen, aus dem sich später erdbebennews.de entwickelt hat. Er hat journalistische Erfahrungen und interessiert sich seit der Kindheit für Geologie, Meteorologie und Naturkatastophen.

3 Kommentare

  1. Diese Sache in Suedkorea war echt heftig. Aber: dieses Teil ist nichts gegen das was Forscher in der sogenannten Kikai-Caldera in Japan entdeckt haben: ein neuer Supervulkan in der Caldera, der heranwächst und eine gigantische Magmakammer darunter. Und die ist geladen und fertig zum Abblasen laut etlichen Forschern und Vulkanologen!

    http://www.huffingtonpost.de/entry/super-vulkan-kikai-caldera-forscher-warnen-vor-einer-moglichen-katastrophe_de_5a841376e4b02b66c513a4eb

    „Wissenschaftler haben in der Kikai Caldera eine gigantische Magma-Ansammlung entdeckt. Ein Ausbruch des Super-Vulkans könnte daher fatale Folgen haben.“

    „Dass eine potenzielle Gefahr von dem Unterwasser-Krater ausgeht, ist nicht neu. Die Kikai Caldera gehört zum pazifischen Feuerrings im Süden Japans.“

    „► Jetzt haben Geologen der Kobe-University Japan aber herausgefunden, wie akut die Bedrohung ist. Ihre Erkenntnisse haben sie nun im Fachmagazin “Nature” veröffentlicht.“

    „Mehr Magma als unter dem Yellowstone-Vulkan“
    „► Demnach befindet sich die Gefahrenquelle nur noch 30 Meter unter dem Meeresspiegel.

    „► Mit 32 Kubikkilometer Masse ruht in der Kikai Caldera noch mehr Magma als unter dem Yellowstone-Nationalpark. “

    „Wenn sie austritt, könnte das 100 Millionen Menschen das Leben kosten und einen vulkanischen Winter auslösen, warnen die Wissenschaftler um Yoshiyuki Tatsumi. Ob und wann es zu so einer Naturkatastrophe kommen könnte, können die Forscher noch nicht voraussagen.“

    „► Aber um sich auf die möglichen Folgen einstellen zu können, sei es ihrer Meinung nach wichtig, die Region weiter zu erforschen.“

    Und laut Video in diesem Artikel soll die Lava nur noch 30 Meter unterhalb der Meeresbodens sein! Also nur noch 30 Meter bis zum Austritt.

    1. So ziemlich alles in diesem „Bericht“ ist frei erfunden oder falsch wiedergegeben. Es handelt sich nicht um eine Magmakammer unter dem Meeresboden, sondern um einen Lavadom, der bereits erstarrt ist und von dem keine Gefahr ausgeht. Der Vulkan, der die Kikai Caldera geformt hat, ist groß, aber definitiv kein Supervulkan und im Vergleich mit dem Yellowstone ein Winzling.

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