Erneut Erdbebensequenz im Taunus

Heidenrod – Erneut hat sich am frühen Dienstagmorgen eine kurze Erdbebensequenz im Taunus ereignet. Diesmal lagen die Epizentren der Erdbeben nach Lokalisierungen des Hessischen Landesamtes (HLNUG) wieder in der hessischen Gemeinde Heidenrod (Rheingau-Taunus-Kreis).
Während der Hauptaktivitätsphase zwischen 00:50 und 1 Uhr ereigneten sich mehrere kleine Erdbeben, davon wohl mindestens vier über Magnitude 1. Das HLNUG lokalisierte das erste und dritte dieser stärkeren Beben und ermittelte Magnitude 1.2 und 1.5. Auswertungen zum mutmaßlich stärksten Beben um 00:51 Uhr stehen noch aus.

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Aufzeichnungen der BGR-Station am Taunus-Observatorium (TNS) während der Hauptaktivitätsphase.

Weitere einzelne Erdbeben ereigneten sich in den Stunden danach. Davon lokalisiert wurde bisher ein Beben mit Magnitude 0.9 um 02:09 Uhr. Alle Lokalisierungen sind vorläufig und noch nicht manuell überprüft. Zur Herdtiefe der Beben gibt es noch keine Daten. Frühere Erdbebensequenzen ereigneten sich meist in zwischen 10 und 15 Kilometern Tiefe.

In den vergangenen Jahren haben sich mehrfach ähnliche, teils auch stärkere Erdbebenschwärme mit spürbaren Erdbeben im Taunus ereignet, darunter mehrere Sequenzen im Januar 2018, deren stärkstes Beben mit M2.5 in umliegenden Orten schwach zu spüren war.

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Das Hessische Landesamt (HLNUG) kündigte in einem vor wenigen Monaten veröffentlichten Dokument an, die Erdbebensequenz im Taunus in diesem Jahr weiter zu untersuchen und auch durch verbessertes Monitoring genauer zu erfassen. Bisherige Ergebnisse zeigten, dass die Erdbeben auf eine schräg-aufschiebende (oblique-reverse) Störungszone zurückzuführen seien. Zudem wiesen die einzelnen Sequenzen impulsartige Ereignisse auf, was bei normalen tektonischen Erdbebensequenzen meist nicht der Fall ist. Die genauen Ursachen der Beben sollen weiter untersucht werden.

Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

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Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): seit 2. Juli, 00:50 Uhr

Magnitude: bis >1.5

Tiefe:

Maximalintensität (geschätzt): 0

Schütterradius (geschätzt): 0

Schäden erwartet: nein

Ursprung: tektonisch

Lage des Epizentrums


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Jens ist 25 Jahre alt und studierte von 2013 bis 2019 an der Ruhr-Universität Bochum, zunächst Geowissenschaften (B.Sc. Abschluss) und später mit Spezialisierung auf Erdbebenphysik und -gefährdung. Seit Juni 2019 lebt er in Karlsruhe und arbeitet im Bereich Katastrophenforschung.
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