Erdbeben am Geothermiekraftwerk: Intransparente Daten und wachsende Sorgen

Spürbare Erdbeben, intransparente Daten, ein Unternehmen, das Schönredet und Bürgerinitiativen, die auf die Barrikaden gehen. Seit 14 Jahren beschäftigen Erdbeben die Region um das Geothermiekraftwerk Insheim im Süden von Rheinland-Pfalz. Seit 2021 ist der Standort zudem Pilotprojekt zur Lithium-Gewinnung im Oberrheingraben. Und seit Mitte Dezember bebt dort wieder die vermehrt die Erde. Statt eines öffentlichen Statements zur Erklärung gibt es nur – wie üblich – intransparente und irreführende Daten. Und das, obwohl in den letzten Jahren Bürgerinitiativen gegen Geothermie- und Lithiumprojekte massiv Zulauf hatten. Wie ist die Situation in Insheim, was sagen uns die Daten und inwiefern ist die Situation noch „normaler Betriebsablauf“?

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Kommentar:

Transparente Daten, verständliche Kommunikation von Nutzen und Risiken, aber auch ein offener Umgang mit Ängsten von Bürgern. 

Energie aus Tiefenwärme kann in der Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Sie ist nachhaltig, umweltfreundlich und klimaneutral. Gleichzeitig kann die Lithium-Gewinnung einen weiteren dringenden Bedarf unserer Technologie-Gesellschaft decken. Doch Erdbeben sind seit nun 14 Jahren ein Problem. Nicht nur in Insheim, sondern an allen Tiefengeothermie-Anlagen im Oberrheingraben. 14 Jahre wiederholte kleine Erschütterungen. 14 Jahre Angst, die von Bürgerinitiativen verstärkt wird. Im Kampf gegen Konzerne, Politik und für die eigene Hinterhof-Bequemlichkeit greifen viele Initiativen auf populistische Methoden zurück. Sie spielen mit Emotionen, sind laut und selten offen für wissenschaftlich fundierte Dialoge.

Doch sie reden mit den Menschen, mit Betroffenen und zeigen, dass sie da sind und die Probleme sehen. Während Vulcan Energie und andere Betreiber von Tiefengeothermie-Anlagen sich bei der Kommunikation von Risiken auf das Mindeste beschränken. Erdbeben sind die direkte und offensichtlichste Gefahr von Tiefengeothermie, also sollten sie auch das sein, was am klarsten kommuniziert wird. Dazu gehört: Wo passiert was? Wann passiert was? Wie schlimm ist es? Wer ist betroffen? Und vor allem: Warum passiert das? Eine einfache, aber korrekte Erklärung liefern, was gerade passiert und wieso es gerade jetzt etwas stärker bebt als sonst.

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Mehr Informationen für mehr Transparenz und Akzeptanz

Stattdessen bekommen wir nichtssagende Werte ohne Erklärung, realitätsferne Informationstexte und keine Spur von Öffentlichkeitsarbeit. Es wird lieber auf ein Landesamt verwiesen, das sich in seinem Alltag vom Informationsbedarf der Bürger nicht beirren lässt.

Wenn Tiefengeothermie die Lösung für Energie- und Rohstoffprobleme sein soll – und das Potential ist definitiv da! – darf dies nicht hinter dem Rücken der Bürger geschehen. Intransparenz und Ignoranz treiben Menschen in die Arme von Populisten, die mit Emotionen spielen und einfache Lösungen versprechen. Willentlich gegen das öffentliche und langfristige Interesse, gegen den wissenschaftlichen Konsens und nur für die eigene Bequemlichkeit. In einer Zeit, in der Pandemien, Kriege und Inflation unser aller Leben verändern, ist ein “Weiter so” keine Lösung.

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Probleme bekämpfen geht aber nur gemeinsam. Daher wünschen wir uns vom Kraftwerksbetreiber und vom Landesamt eine transparente und offene Kommunikation. Nicht nur im Bezug auf Erdbeben, sondern auf alle möglichen Risiken für Anwohner. Gleichzeitig dürfen Fehler aus Basel und Straßburg nicht wiederholt werden. Schadensbeben müssen vermieden werden, um das wenige Restvertrauen in die Technologie zu bewahren. Dazu gehört auch: Potentielle Warnzeichen als solche ernst nehmen und rechtzeitig handeln. Nur so haben Tiefengeothermie und Lithiumförderung im Oberrheingraben eine Zukunft, von der alle profitieren können. 

Ein Kommentar

  1. Die Risiken und Gefahren der TG beschränken sich nicht nur auf induzierte Erdbeben.
    Mehr unter geothermie-landau.de.
    Werner Müller
    Bürgerinitiative Geothermie Landau – Südpfalz e.V.

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