Starkes Erdbeben in Taiwan – Schäden und mindestens 97 Verletzte, 1 Tote

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Im Zentrum des Inselstaates Taiwan kam es um 3.03 Uhr MEZ zu einem Erdbeben der Stärke 6,0 in einer Tiefe von 20 Kilometern. Das Erdbeben war nach USGS Angaben auf der gesamten Insel, sowie Teile des chinesischen Festlandes spürbar.
Chinesischen Offizielle nennen Magnitude 6,5 und eine Tiefe von 8 Kilometern, wodurch das Erdbeben um ein vielfaches zerstörerischer ist.
Durch das Erdbeben gerieten Menschen in weiten Teilen des Landes in Panik. Öffentliche Gebäude wie Schulen wurden sofort evakuiert. Zeugen berichten von teils schweren Schäden in öffentlichen Gebäuden. Der öffentliche Nahverkehr wurde aus Sicherheitsgründen unterbrochen. Mindestens 4 Menschen wurden durch herabfallende Gegenstände oder ausgebrochene Feuer verletzt.

Update 05.59 Uhr:
Aus weiten Teilen des Landes werden Schäden gemeldet. Teilweise ziehen sich Risse in Gebäuden durch mehrere Etagen. (Bild hier)

Update 06.04 Uhr:
Die Zahl der Verletzten ist auf 20 gestiegen. Davon allein 14 in der Stadt Taichung. Zudem sind 8 Personen in stecken gebliebenden Fahrstühlen eingeschlossen.

Update 06.14 Uhr:
Durch das Erdbeben soll es im Landesinneren zu Steinschlägen gekommen sein, wodurch mehrere Straßen blockiert wurden. Ein Mann wurde verletzt, als sein Auto von herabfallenden Steinen getroffen wurde.
Zudem wurde bei dem Erdbeben auch eine schwangere Frau verletzt.
In weiten Teilen von Taiwan ist es durch das Erdbeben zu Beeinträchtigungen gekommen.

Update 06.28 Uhr:
Ein Wasserrohrbruch hat dafür gesorgt, dass mehrere Klassenräume in einer Schule nahe des Epizentrums unter Wasser stehen. Die Schule wurde kurz nach dem Erdbeben evakuiert.
Der Flughafen in Taipeh war nicht vom Erdbeben betroffen.

Update 06.36 Uhr:
In der chinesischen Provinz Jiangsu, etwa 1000 Kilometer vom Epizentrum entfernt, verursachte das Erdbeben Panik in einem Wolkenkratzer der lokalen Telekom. Die Mitarbeiter in den oberen Stockwerken verließen das Gebäude. Auch in den unteren Stockwerken war das Erdbeben spürbar.
Zudem melden Menschen aus den Provinzen Fujian und Zhejiang, dass das Erdbeben dort spürbar war.

Update 07.17 Uhr:
In einem Tempel wurde eine Frau von einer umstürzenden Wand erschlagen, die Zahl der verletzten wurde auf 19 korrigiert.

Update 08.09 Uhr:
Blick in die Vergangenheit: Durch den Tod der 72-jährigen Frau in einem Tempel ist die Gesamtzahl der Erdbebenopfer im Jahr 2013 auf 20 gestiegen.
In der Geschichte von Taiwan war es das 66ste Erdbeben, bei dem bekannt ist, dass Menschen ums Leben kamen. Das letzte war am 26. Dezember 2006, als 2 Menschen durch ein Erdbeben der Stärke 7 ums Leben kamen.
Zuletzt wurden am 4. März 2010 96 Menschen bei einem Erdbeben der Stärke 6,3 verletzt.

Update 11.52 Uhr:
Chilenische Medien berichten aktuell von mindestens 40 Verletzten nach dem Erdbeben in Taiwan. Aber so lange wir keine Bestätigung von heimischen Medien haben, sind diese Angaben mit Vorsicht zu genießen.

Update 12.08 Uhr:
Chinesische Medien berichten nun detailliert von insgesamt 44 meist leichten Verletzungen. Die meisten davon im Raum Taichung. 3 Menschen wurden schwer verletzt, darunter ist auch ein Schüler. Einige der Verletzungen entstanden indirekt durch die Flucht aus den Häusern oder durch Panikattacken. (zum Beispiel bei Menschen, die im Aufzug stecken blieben)
Alle Verletzten werden zur Zeit im Krankenhaus behandelt. Möglicherweise gab es noch weitere, leichte Verletzungen, die nicht stationär behandelt werden müssen.

Update 12.29 Uhr:
Eine schlaue Geschäftsidee oder einfach nur dreist?
Direkt nach dem Erdbeben haben Zementhersteller in Teilen von China die Preise für ihr Produkt, dass auch nach Taiwan exportiert wird, stark angehoben. Um bis zu 10%, wie chinesische Medien berichten.
Von Nachbarschaftshilfe kann hier sicher keine Rede mehr sein.
Unter dessen hat auch die Regierung der chinesischen Provinz Fujian, die Taiwan am nächsten ist, Notfallmaßnahmen eingeleitet, um mögliche Schäden durch das Erdbeben zu untersuchen. Es wurde ermittelt, dass das Taiwan-Beben mit Intensität IV in Fujian spürbar war. Dies gilt in China allgemein als Grenzwert für Notfallmaßnahmen, da diese Intensität in vielen Regionen von China Schäden anrichten kann. Bislang wurden noch keine Schäden gemeldet.

Update 13.56 Uhr:
Nach neuen Medienberichten aus China wurden bei dem Erdbeben mindestens 86 Menschen verletzt. Darunter sollen auch 37 Schüler sein, die bei der Flucht aus der Schule verletzt wurden. Die überwiegende Zahl der Menschen wurde nur leicht verletzt. Verletzungen entstanden dabei durch herabfallende Trümmer, Brände oder indirekte Ursachen wie Panik, Flucht oder auch Autounfälle.
Es scheint, dass vor allem Schulgebäude von dem Erdbeben betroffen waren. In vielen gab es Mauerrisse und Wasserrohrbrüche. Teilweise stürzten auch Decken ein.
Schulen und andere öffentliche Gebäude sind auf unbestimmte Zeit geschlossen. Für betroffene Privatpersonen hat die taiwanesische Regierung mehrere Notunterkünfte eingerichtet.

Update 28. März:
Nach neuen Berichten gab es insgesamt 94 Verletzte durch das Erdbeben in Taiwan. Davon stammen 21 aus der Region Nantou, wo auch die uns Leben gekommene Frau lebte, 66 aus Taichung und 7 aus Changhua.
Dies dürften die endgültigen Zahlen sein.
Die Taiwanesische Regierung bemüht sich nun, die beschädigten Gebäude (nach unseren Informationen ist kein Gebäude komplett eingestürzt) zu reparieren.
In China hat es keine Schäden gegeben.
Wenn man die Schäden im nachhinein beurteilt, kann man davon ausgehen, dass das USGS mit seiner aus Tiefe und Magnitude resultierenden, anfänglichen Angabe von Intensität V daneben lag. Intensität V richtet in einem erdbebengeprüften, modernen Land wie Taiwan nicht solche Schäden an.
Im Nachhinein hat das USGS die ShakeMap korrigiert. Die gelben Flächen (MMI VI) entsprechen dabei auch ziemlich genau den Regionen mit den meisten Schäden. (Gelber Kreis: Epizentrum)

Update 16.02 Uhr:
Die Zahl der Verletzten wurde erneut angehoben. Zum Abschluss des Tages (in Taiwan) sind 97 Verletzte bestätigt.
Über den Sachschaden werden auch immer mehr Details bekannt:
– 174 Schulen wurden beschädigt
– Den größten Schäden gab es in den Regionen Taichung, Nantou und Tainan
– Es gab 7 spürbare Nachbeben
– Viele öffentliche Gebäude sind beschädigt worden und bleiben in den kommenden Tagen geschlossen, ebenso Denkmäler und Seilbahnen
– Bei vielen betroffenen Familien lehrt so langsam wieder der Alltag ein. Für Obdachlose wurden in den betroffenen Regionen insgesamt 7 Notunterkünfte eingerichtet.
– Es wird davor gewarnt, dass es zu weiteren starken Beben in den nächsten Wochen kommen kann

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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