Erdbeben erschüttert Finnland

Finnland – Nahe der Hafenstadt Oulu im Zentrum von Finnland kam es am späten Donnerstagabend zu einem moderaten Erdbeben, dem stärksten Erdbeben in Finnland seit 17 Jahren. Nach ersten Angaben des United States Geological Survey erreichte es Magnitude 3.5. Das Epizentrum lag im Norden der Region Nordösterbotten, rund 30 Kilometer südlich von Oulu. Dort und in anderen Städten der Region waren die Erschütterungen deutlich zu spüren. Viele Menschen wurden aus dem Schlaf gerissen. Auf Twitter meldeten zahlreiche Nutzer ihre Erlebnisse. Für die meisten war es das erste Erdbeben in ihrem Leben.
Die Universität Helsinki gibt das Erdbeben mit Magnitude 3.0 an und lokalisiert das Epizentrum 35 Kilometer südlich von Oulu. Angaben möglicher weiterer Beben in den folgenden Sekunden sind nicht bestätigt.

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Da es sich um eine vergleichsweise sehr dicht besiedelte Region handelte, die vom Erdbeben betroffen ist, sind kleinere Schäden nicht auszuschließen. Oulu ist die fünftgrößte Stadt des Landes.

Finnland gehört zu den erdbebenärmsten Regionen Europas, zumindest in historischer Zeit. Infolge des Abschmelzens der letzten eiszeitlichen Gletscher kam es vor rund 10.000 Jahren zu einer extrem hohen seismischen Aktivität in ganz Nordeuropa mit vielen Erdbeben zwischen Magnitude 7 und 8. Auch die meisten heutigen Erdbeben in Skandinavien, so auch in Finnland, werden als Spätfolge der Gletscherschmelze angesehen, in deren Folge sich die Erdkruste im gesamten Gebiet gehoben hat.
Zuletzt hat es ein Erdbeben ähnlicher Stärke in Finnland im Jahr 2000 gegeben. Das Epizentrum lag damals nahe Kuusamo, der seismisch aktivsten Region Finnlands. Zuvor bebte es im Jahr 1977 ebenfalls mit 3,5. Oulu selbst hat in historischer Zeit nur zwei vergleichbare Erdbeben erlebt: Das erste im Jahr 1862, es wird auf Magnitude 3,9 geschätzt, und das zweite im Jahr 1884 mit ungefähr Magnitude 2,6.

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Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 23:32 Uhr

Magnitude: 3,3

Tiefe: 37 km

Spürbar: ja

Schäden erwartet: unwahrscheinlich

Opfer erwartet: nein

Ursprung: tektonisch

Tsunami-Gefahr: nein

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In Regionen wie diesen kann es immer wieder zu schweren Erdbeben kommen. Nicht nur sichere Bauweise kann bei solchen Ereignissen Menschenleben retten, sondern auch richtige Verhaltensweisen. Daher empfehlen wir allen, die eine Reise in eine erdbebengefährdete Region planen, sich zuvor mit den richtigen Verhaltensweisen bei schweren Erdbeben auseinanderzusetzen.

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Jens ist 24 und studiert seit 2013 an der Ruhr-Uni Bochum Geowissenschaften. 2011 hat er mit einem privaten Erdbebenblog begonnen, aus dem sich später erdbebennews.de entwickelt hat. Er hat journalistische Erfahrungen und interessiert sich seit der Kindheit für Geologie, Meteorologie und Naturkatastophen.
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