Starkes Erdbeben erschüttert Teheran

Update 26. Dezember, 22:32 Uhr
In Teilen von Teheran ist vor wenigen Minuten ein weiteres, diesmal leichtes Erdbeben verspürt worden. Offenbar handelt es sich um ein Nachbeben von vor eine Woche (Bericht unten), das bisher stärkste verzeichnete Nachbeben. Informationen zu Stärke und Epizentrum liegen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vor. Weitere Infos folgen.

Update 22:34 Uhr
Der Iranische Erdbebendienst gibt das Nachbeben zunächst mit Magnitude 4.2 an. Demnach lag das Epizentrum wie beim ursprünglichen Erdbeben westlich von Teheran (siehe Karte oben). Die Erschütterungen waren im gesamten Stadtgebiet spürbar, die Intensität war allerdings überwiegend gering, sodass nicht mit größeren Schäden zu rechnen ist. Viele Menschen dürften durch das neue Erdbeben allerdings stark beunruhigt worden sein, möglicherweise sind erneut aufgrund von Panik Menschen verletzt worden.

Update 22:38 Uhr
Bezüglich der Erdbebengefahr wirft dieses neue Beben vermutlich einige Fragen bei den Bewohnern von Teheran auf. Nach dem Hauptbeben warnten iranische Seismologen vor der Gefahr eines folgenden starken Erdbebens. Stattdessen blieb es bisher beim Nachbeben, das entsprechend den üblichen Verhaltensweisen von Nachbeben eine Magnitude schwächer war als das Hauptbeben. Generell gibt die Situation aber keine Hinweise auf das zukünftige Verhalten der Störungszone. Weitere Nachbeben sind möglich, sogar sehr wahrscheinlich. Das Risiko eines starken Erdbebens lässt sich aber nicht ableiten.

Update 22:49 Uhr
Die Nachrichtenagentur Mehrnews berichtet, dass erneut viele Bewohner der Stadt aus Angst ihre Häuser verlassen. Berichte über mögliche Verletzungen gibt es noch nicht.

Update 22:57 Uhr
Haupt- und Nachbeben lagen in diesem Fall rund drei Kilometer auseinander, was der Größe der aktiven Störungsfläche bei einem Erdbeben dieser Stärke entspricht. Außerdem lag der Erdbebenherd etwa 5 Kilometer tiefer. Jedoch sind alle Werte mit einer gewissen Ungenauigkeit zu betrachten.
Bewohner von Teheran sollten beachten, dass nach diesem Erdbeben vermutlich wieder viele Gerüchte im Umlauf sein werden bezüglich eines bevorstehenden großen Erdbebens. Generell sollte solchen Gerüchten kein Glauben geschenkt werden. Niemand ist in der Lage, starke Erdbeben vorherzusagen.

Update 27. Dezember, 09:52 Uhr
Beim Nachbeben sind mindestens 46 Menschen verletzt worden, als sie in Panik aus ihren Häusern geflüchtet sind. Direkte Verletzungen infolge beschädigter Gebäude oder Ähnlichem werden nicht gemeldet. Größere Schäden gibt es ebenfalls nicht.

Haben Sie dieses Erdbeben gespürt? Falls ja, teilen Sie uns dies bitte über das verlinkte Meldeformular oder per Kommentar mit. Ihre Meldung hilft uns dabei, unsere Berichterstattung und die Auswertung von Erdbeben zu verbessern. Vielen Dank.

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Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 22:24 Uhr

Magnitude: 4,2

Tiefe: 12 km

Spürbar: ja

Haben Sie dieses Erdbeben gespürt?

Schäden erwartet: unwahrscheinlich

Opfer erwartet: unwahrscheinlich

Ursprung: tektonisch (Nachbeben)

Tsunami-Gefahr: nein

Epizentrum:

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In Regionen wie diesen kann es immer wieder zu schweren Erdbeben kommen. Nicht nur sichere Bauweise kann bei solchen Ereignissen Menschenleben retten, sondern auch richtige Verhaltensweisen. Daher empfehlen wir allen, die eine Reise in eine erdbebengefährdete Region planen, sich zuvor mit den richtigen Verhaltensweisen bei schweren Erdbeben auseinanderzusetzen.

Originaltext vom 20. Dezember (Hauptbeben):

Iran – Die Iranische Hauptstadt Teheran wurde am Mittwochabend von einem starken Erdbeben getroffen. Das Epizentrum des Erdbebens lag nach ersten Meldungen im nordwestlichen Stadtgebiet von Teheran, rund 40 km vom Zentrum entfernt, und somit im Bereich der gefährlichen Nord-Teheran Verwerfung. Nach Angaben des Geoforschungszentrum Potsdam erreichte das Beben Magnitude 4.8. Im gesamten Stadtgebiet waren die Erschütterungen teilweise stark zu spüren. Viele Menschen haben in Panik ihre Häuser verlassen.
Der Iranische Erdbebendienst gibt das Erdbeben mit Magnitude 5.2 an und lokalisiert das Epizentrum am Westrand von Teheran. Demnach lag der Erdbebenherd in sieben Kilometern Tiefe. Es ist mit teils größeren Schäden zu rechnen. Besonders betroffen könnte die Stadt Karadsch sein, die sich direkt am Epizentrum befindet.

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Die Nord-Teheran Störung gehört zu den gefährlichsten Störungszonen weltweit. Zahlreiche Forschungen der letzten Jahre ergaben, dass ein schweres Erdbeben dort die Stadt Teheran schwer verwüsten und zehntausenden bis hunderttausenden Menschen das Leben kosten könnte. Nach ersten Auswertungen handelt es sich beim aktuellen Erdbeben um ein Beben an einer Abschiebung. Die Nord-Teheran Störung hat hingegen einen Blattverschiebungs-Mechanismus.

Update 21:30 Uhr
Infolge des Erdbebens hat der Iranische Rote Halbmond Notfallmaßnahmen in den vier Provinzen der Hauptstadt gestartet. Man erwartet keine katastrophalen Auswirkungen, da die Magnitude des Erdbebens nicht sehr hoch war. Dennoch sind Rettungskräfte im Einsatz, um Schäden zu begutachten und mögliche Opfer zu versorgen.

Update 21:36 Uhr
Da viele Menschen nach dem Erdbeben ihre Häuser verlassen haben, kommt es zur Zeit zu immensen Verkehrsproblemen im Stadtgebiet. Viele Straßen sind verstopft. Auch die Telekommunikationsnetzwerke im Stadtgebiet sind überlastet. Am Flughafen der Stadt kam es nicht zu Beeinträchtigungen.

Update 22:09 Uhr
In der Stadt Saveh verletzte sich eine Person bei der Flucht aus dem Gebäude während des Erdbebens. Sie wurde in ein Krankenhaus gebracht. Saveh liegt südwestlich von Teheran. Aus der Hauptstadt selbst werden noch keine Verletzten gemeldet.

Update 22:22 Uhr
Die Nachbebenaktivität ist bislang ziemlich gering. Lediglich fünf Nachbeben, das stärkste mit Magnitude 2.1, hat der Iranische Erdbebendienst bislang registriert. Hinzu kommt ein kleines Erdbeben mit M1.9 östlich des Epizentrums in der Nachbarregion Alborz. Zwischen den beiden Epizentren liegen etwa 20 Kilometer. Beim Beben in Alborz handelt es sich vermutlich nicht um ein direktes Nachbeben, sondern um ein getriggertes Ereignis.
In der Regel können auf ein Erdbeben mit M5.2 Nachbeben bis Stärke vier folgen, die wieder im gesamten Stadtgebiet spürbar, aber nicht gefährlich wären. Nachbeben können auch Tage nach dem Hauptbeben auftreten.

Update 22:29 Uhr
Der Rote Halbmond hat erste bestätigte Schadensmeldungen aus Teheran bekannt gegeben. So weit sind zwei betroffene Gebäude bekannt: Eines wurde beim Erdbeben beschädigt, das Andere ist eingestürzt. Meldungen über Verletzte gibt es nicht.

Update 22:46 Uhr
Die Nachrichtenagentur Mehr berichtet, im Dort Malard südlich von Karadsch seien einige Gebäude beschädigt worden.

Update 00:40 Uhr
Wie die Nachrichtenagentur IRMA berichtet, ist infolge des Erdbebens eine Person durch einen Herzinfarkt ums Leben gekommen. Zudem gibt es mehrere Verletzte. Die Schäden im Stadtgebiet werden zur Zeit noch ausgewertet. Aber in Teheran selbst hat es, wie zu erwarten war, nur sehr wenige Schäden gegeben.

Für Bewohner der Stadt, die die Nacht nicht in ihren Häusern verbringen möchten, würden Notunterkünfte, unter anderem in Sporthallen, eingerichtet. Diese würden besseren Schutz im Falle weiterer Erdbeben bieten.

Update 07:18 Uhr
Rettungskräfte berichten, dass bis zum Morgen insgesamt 103 Menschen wegen Verletzungen infolge des Bebens ärztliche Behandlung erbeten haben. Die meisten Menschen verletzten sich während der Flucht des Gebäudes. Eine Person wurde beim Brand eines Zeltes, das als Notunterkunft nach dem Erdbeben verwendet wurde, verletzt. Unterdessen ist auch die Zahl der Todesopfer gestiegen. Demnach soll der Tod von zwei Menschen mit dem Erdbeben im Zusammenhang stehen.
Viele Bewohner von Teheran und umliegender Städte haben die vergangene Nacht im Freien verbracht. Die Furcht vor einem weiteren Erdbeben besteht noch immer.
Nachbeben sind weiterhin praktisch nicht vorhanden. Nur 11 kleine Ereignisse, größtenteils unter Magnitude zwei, wurden vom Iranischen Erdbebendienst bis zum Morgen registriert. Keines der Nachbeben war spürbar.

Zeugenmeldungen
Teheran
Wir haben kurz eine Erschütterung gespürt. Da wir in der 5. Etage leben, sind wir ohne zu überlegen nach unten gerannt und warten nun im Auto und warten was man in den Nachrichten hört. Auto ist sicher geparkt und keine hohes Gebäude in der Nähe. Bis jetzt kein Nachbeben. (Intensität IV)

Teheran – Sadat Abad
Mi, 20.12.2017 gegen 24.00 Uhr nachts in Teheran (iranischer Zeit):
Bett wackelt und schwankt plötzlich hin und her. Dazu fällt lautstark aussen Putz von den Decken. Die Leute gehen aus Angst auf die Strassen, spärlich bepackt mit Decken und Habseligkeiten ins Auto rennend.
Bis jetzt – 1.5 h später – Unsicherheit: Im Haus bleiben mit gepackter Tasche oder die Nacht in der Kälte verbringen?  (Intensität V)

Teheran
Saß am Schreibtisch im vierten Stock, als ein kurzer, starker Ruck durch das 6-stöckige Gebäude ging. War nach einer Sekunde bereits vorbei. In der Umgebung keine besonderen Vorkommnisse (war allerdings nicht draußen). Ca. 40 Min. nach dem Beben Signale von Einsatzfahrzeugen aus der Ferne. Erwate hier in Nordteheran keine Schäden. Gehe nun wie gewohnt zu Bett. (Intensität V)

Teheran
Meine Schwester und meine Mutter teilen mir gerade vom Teheran:
Gegen Mitternacht in 4. Stock spürbare Bewegung am Boden und Lampen.
Die sind schnell raus gegangen im Auto irgendwo wo keine Höhe Gebäude gibt’s und nach fast 2stunden immer noch keine Sicherheit nach Hause zurück zu kommen. (Intensität IV)

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Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 20:57 Uhr

Magnitude: 5.2

Tiefe: 7 km

Spürbar: ja

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Schäden erwartet: ja

Opfer erwartet: unwahrscheinlich

Ursprung: tektonisch

Tsunami-Gefahr: nein

Epizentrum:

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In Regionen wie diesen kann es immer wieder zu schweren Erdbeben kommen. Nicht nur sichere Bauweise kann bei solchen Ereignissen Menschenleben retten, sondern auch richtige Verhaltensweisen. Daher empfehlen wir allen, die eine Reise in eine erdbebengefährdete Region planen, sich zuvor mit den richtigen Verhaltensweisen bei schweren Erdbeben auseinanderzusetzen.
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Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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41 Kommentare

  1. Hallo Jens,
    Ich wollte nur mal sagen; Danke für deine eure Arbeit und die ausgewogenen Antworten die die Leute durch dieses Ereignis führt ich glaub das es sehr wichtig ist so etwas so zubegleiten.
    Danke Jens

  2. Hallo,
    This is Mynna from Tehran, I can’t speak German,I’ve been told that the German government has predicted another Earthquake for tonight December 21st at 3:45 AM in Tehran,Is that true?
    Please if you know anything please let me know we are so scared.
    Bitte…

    1. No this is not true! The german gouvernment has not issued any prediction! Nobody in the world is able to predict earthquakes. Rumours like this are only basing on false information, you should not believe it.

        1. Yes I am living in Germany and I can promise you German news channels do not spread this information (at least no trustworthy news channels). They are mentioning the „warning“ issued by Iranian seismologists that they cannot excluse another large quake could follow. But there was no kind of official announcement.

  3. Hallo
    Sie erzählten mir, dass in Deutschland bald entdeckt wurde, dass es in Teheran ein Erdbeben geben würde, aber der Iran nicht aufgepasst hat. Ist echt?
    Bitte sende eine Antwort auf meine E-Mail

  4. Von der nahen Zukunft meine ich spätestens in einem Monat. Denn hier in Teheran, wo ich sesshaft bin, wird unter dem Publikum diese Behauptung oder besser zu sagan diese nicht von wahrheits_ getreuerten basierenden Nachricht mehr und mehr Fuss gefasst.

    1. Nun ja… Die Situation ist, dass niemand weiß, was noch passieren wird. Theoretisch denkbar ist ein folgendes großes Beben. Aber die Wahrscheinlichkeit dafür ist eher gering. Zu behaupten, es wird definitiv in naher Zukunft (= im nächsten Monat) ein schweres Erdbeben geben, ist auf jeden Fall falsch.

  5. Hi! Ich sitze in meiner Wohnung in der 4.Stock im Westen Teherans. Habe das Beben als eine XY-Achsenbewegung wahrgenommen, Dauer ca. 2-3 Sec. Was mich nun etwas beunruhigt ist die Tatsache, dass der Leiter des hiesigen Erdbebendienstes diese Theorie aufgeworfen hat: Bei dem Beben könnte es sich möglicherweise um ein VORbeben handeln! Was im Umkehrschluss heisst, dass das Hauptbeben noch kommt! Nun was sagt ihr Experten dazu? Gibt es einen rationalen Grund beunruhigt zu sein oder nicht? Herzlichen Dank! 🙂

    1. Es gibt mehrere Gründe, die darauf schließen lassen könnten, dass es sich um ein Vorbeben handelt. 1. Ist Teheran trotz seiner berüchtigten hohen Erdbebengefährdung vergleichsweise seismisch inaktiv. Heist: Es gibt weniger kleine Erdbeben, als zum Beispiel in Buschehr oder Kerman.
      2. Das Erdbeben heute ereignete sich am einer Störungszone, wo es seit mindestens 800 Jahren kein schweres Erdbeben mehr gegeben hat. Es ist wahrscheinlich nicht die Nord-Teheran Störung, sondern eine kleinere, aber nicht weniger gefährliche. Nach einem so langen Zeitraum kann sich genug Spannung aufladen, um ein weiteres schweres Erdbeben mit Magnitude 7 hervorzubringen.
      3. Gibt es bisher überraschend wenig Nachbeben. Das könnte entweder bedeuten, dass es sich um einen nahezu perfekten Bruch handelt, bei dem nicht viel zum „Nachrutschen“ übrig geblieben ist. Oder dass nach dem Beben weiterhin alles extrem verhakt ist und nichts nachrutschen kann. In dem Fall hätte das Erdbeben dazu beigetragen, die Spannung auf die verhalte Störungszone zu erhöhen.

      Es gibt somit Indizien, die die Sorge rechtfertigen. Aber Erdbeben folgen keinem Rezept. Das heißt es hat auch schon ähnliche Beben im Raum Teheran gegeben, ohne dass ein starkes folgte. Im Endeffekt weiß man also nichts darüber, ob es ein Vorbeben war oder nicht. Aber da im Fall der Fälle Hunderttausende Menschenleben gefährdet wären, ist der offizielle Hinweis auf die theoretische Gefahr durchaus sinnvoll, da dadurch viele Menschen gerettet werden würden.

      1. Hallo nochmal! Danke für die Nachvollzierbaren Ausführungen! Wir haben die Möglichkeit die Region zu verlassen. Falls das ein Vorbeben gewesen sein sollte, wie lange müsste man in etwa wegbleiben bis die Gefahr eines Hauptbebens vorüber ist? Ich weiss sehr wohl, dass solche exakten Werte nicht existieren. Nun da es sich möglicherweise um Leben oder Tod handelt, wollen wir möglichst alles in unserer Macht stehende tun! Herzlichen Dank! 🙂

        1. Schwieriges Thema. Generell müsste man sagen: Wer in Teheran lebt, ist diesem Risiko immer ausgesetzt. Selbst wenn dies heute kein Vorbeben war, kann es schon in zwei Monaten oder so unabhängig davon am anderen Ende der Stadt zu einem schweren Erdbeben kommen. Das ist diese „Hintergrundgefährdung“, die in Erdbebenregionen immer existiert.
          Durch das Beben heute könnte (!) diese Hintergrundgefährdung nochmal zugenommen haben, aber in dem Fall nicht nur kurzfristig, sondern dauerhaft. Bis das große Erdbeben kommt. Und selbst, wenn es ein Vorbeben war, kann es Wochen, Monate, Jahre dauern, bis das Hauptbeben kommt.
          Daher ist diese Frage eher eine, die man sich selbst stellen muss: Ab wann fühle ich mich wieder sicher? Dieser Sicherheit kann man nachhelfen, in der man sich so gut es geht auf eine solche Katastrophe, die irgendwann garantiert eintreffen wird, vorbereitet. Notfallrucksack in Reichweite, eine „Notunterkunft“ organisieren, die man auch ohne Auto erreichen kann, regelmäßige Erdbebenübungen, etc.
          Wenn man die Stadt verlässt kann man „Glück“ haben, dass man wirklich den Zeitraum erwischt, in dem es passiert. Aber wenn es nicht passiert und man zurück kehrt, ist die Gefahr kein bisschen kleiner geworden.

          1. Danke! Also kann man das so interpretieren, dass ich mich genau so sicher bzw. unsicher fühlen sollte wie vor dem gestrigen Vor/Erdbeben richtig? So unzufrieden stellend auch diese Antwort sein mag, ist sie am rationalsten. Sehe ich das richtig?! 🙂

          2. Leider ja. Man kann es als Warnschuss interpretieren und einen Vergleich mit anderen Vorbeben ziehen, die Stunden, Tage vor dem Hauptbeben aufgetreten sind. Aber alles was danach kommt, ist im Grunde keine veränderte Situation. Anders sähe es aus, wenn man einen richtigen Erdbebenschwarm hätte. Dann könnte man anhand der Dauer des Schwarms ein Zeitraum mit erhöhtem Risiko festlegen. Aber bei einem einzelnen Erdbeben ist das praktisch nicht möglich.

          3. Hallo Jens, hallo das Team! Ich habe eben einen Artikel gelesen in dem der Experte sagt, dass in 95% der Fälle das erste Beben das erste Beben bereits das Stärkste ist. Ist diese Aussage glaubwürdig?! 🙂

      2. Und zum Punkt 2: Ist es seismologisch nicht möglich einen solchen „perfekten“ Bruch sicherzustellen und somit voraussagen können, ob es zu einem Hauptbeben kommt oder nicht?!

        1. Den Begriff „perfekt“ sollte ich vielleicht relativieren. Sowas wie einen glatten Schnitt, als wenn man einen Kuchen schneidet und dir Stücke gegeneinander verschiebt, gibt es nicht. Es gibt nur mehr und weniger regelmäßige Bruchflächen. Diese lassen sich bei starken Erdbeben geophysikalisch Recht gut berechnen, aber dann auch nur mit einer eher mäßigen Auflösung, die einem vielleicht sagen, dass da eine gewisse Restspannung übrig ist, die zu einem Erdbeben bestimmter Stärke führen könnte. Die Möglichkeit größerer Erdbeben lässt sich damit nicht ermitteln.
          Die andere Option, dass weiterhin alles verhakt ist, ist das etwas pessimistischere Szenario, aber das liefert auch keine Infos über den Zeitpunkt.

          1. Vielen herzlichen Dank! Falls ich von hier aus etwas tun kann, Bilder, Berichrchte. etc. gerne! Ich kann auch perfekt Farsi und berichte gerne was hier in den Medien etc. gesagt wird! Natürlich, wenn das euerer Arbeit was bringt! 🙂

          2. Gerne! Morgen Vormittag würde ich nochmals ein ausführliches Update zur aktuellen Situation schreiben wollen. Dazu wäre es sicher gut, ein paar Infos aus erster Hand zu haben und nicht nur das, was in Online-Medien steht.
            Heute Nacht werde ich aber nicht mehr viel tun.

          3. Guten Morgen! Es sind bislang 10 Nachbebn < 2.1 auf der Richterscala registriert worden! Alle Kräfte sind in Bereitschaft. Es wird weiterhin gesagt, dass es nicht sicher sei ob es sich um ein Vorbeben oder ein Hauptbeben gehandelt hat. Viele haben die Nacht im freien oder in ihren Autos verbracht. Insgesamt hat sich aber die erste Panik etwas gelegt. Ich persönlich habe weiterhin ein mulmiges Gefühl. Mal sehen was die Zuständigen heute noch sagen! Gruss 🙂

          4. Es besteht die Sorge, dass die Platte „Eshtehard“ die anderen Platten um sie (auch unter Teheran) in Bewegung setzen könnte! Das ist momentan die größte Sorge!

          5. ps. Nachbeben bisher: 13 alle ca. 2 auf der Richter Skala. Eine Frage: Erhöht dieses Verhalten die Wahrscheinlichkeit, dass es schon das Hauptbebebn war oder nicht? Sind 13 Nachbeben für ein Erdbebb der Stärke 5 üblich oder deutete das eher auf das was noch kommt? Hier sind viele Schulen, öffentliche Behörden, Unis, etc, geschlossen! Die Situation ist zwar beruht aber noch etwas angespannt! Danke danke! 🙂

          6. Hallo jens, nun ist vorhin noch ein erbeben passiert. Ich persönlich bin jetzt im norden irans und habe vor ein paar tage hier zu bleiben. Keine eahnung ob das rational gesehen was bringt. Meine konkrete frage wäre ob es sich in letzter zeit (1-2monate) eine signifikante häufung der erdbebn im iran zeigt oder das die übliche aufgepopte aufmerksamkeit der mendchen bzw der medien, die aifgrufgrund des starken bebens vor einem monat entstanden ist?

          7. Seit dem Kermanschah-Erdbeben hat es im Iran noch 10 weitere Erdbeben gegeben, die Schäden und / oder Opfer verursacht haben. Davon neun allein in den letzten drei Wochen. Insgesamt waren es in diesem Jahr 32, so viel in keinem anderen Land (in China waren es bisher 30). Das ist schon relativ viel, besonders in den letzten Wochen. In den vorangegangenen beiden Jahren hat es insgesamt 43 Schadensbeben im Iran gegeben. Dort hatte jeweils China die meisten Schadensbeben.
            Diese Häufung aktuell könnte mit dem Kermanschah-Erdbeben zusammenhängen. So eine Art kleiner Domino-Effekt. Um das nachzuweisen, wären aber umfangreiche Berechnungen nötig. Genauso gut möglich ist es, dass die zeitliche Häufung von Erdbeben im Iran nur Zufall ist.

    1. Nachbeben können mehrere Tage andauern. Bei Beben der Stärke fünf gibt es aber normalerweise keine Nachbeben, die gefährlich werden können. Ob (und wann) in nächster Zeit noch ein stärkeres Erdbeben als bisher kommt, lässt sich nicht vorhersagen. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist aber eher gering.

    2. پيام سلام،مينا هستم از تهران،آيا شما راجع به زلزله ي پيش بيني شده از طرف آلمان كه قرار است ساعت ٣:٤٥ دقيقه نيمه شب اتفاق بيافتد چيزي ميدانيد؟

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