Neue starke Erdbeben in Kerman

Iran – Elf Tage nach dem letzten Erdbeben hat am Dienstagvormittag ein weiteres ähnlich starkes Erdbeben die iranische Region Kerman getroffen. Nach vorläufigen Angaben des Geoforschungszentrum Potsdam und des United States Geological Survey (USGS) erreichte das neue Beben Magnitude 5.9. Die iranische Erdbebenbehörde gibt Magnitude 6.2 an. Wie bereits am 1. Dezember lag das Epizentrum nordöstlich der gleichnamigen Provinzhauptstadt in einer dünn besiedelten Region des Landes. Die Erschütterungen waren erneut in den umliegenden Städten, neben Kerman vor allem in Zarand, zu spüren. Infolge der neuen Erschütterungen muss mit weiteren Schäden gerechnet werden.

Beim ersten Erdbeben am 1. Dezember, das ebenfalls Magnitude 6.1 erreicht hat, wurden nach offiziellen Angaben der iranischen Behörden 55 Menschen verletzt und rund 500 Gebäude zerstört. 1015 Menschen mussten in Notunterkünften versorgt werden.

Update 11:14 Uhr
Nach ersten Medienberichten hat das Erdbeben Schäden in mindestens sechs Dörfern verursacht. Dort seien zahlreiche Lehmziegelhäuser eingestürzt. Auch an weiter entfernteren Orten wurden kleinere Schäden beobachtet. Rettungskräfte des Roten Halbmonds sind im Erdbebengebiet im Einsatz. Bisher gibt es drei Verletzte.

Update 21:38 Uhr
Die Zahl der Verletzten infolge des Erdbebens ist auf 30 gestiegen. Nur sieben von ihnen müssen stationär in Krankenhäusern behandelt werden. Durch das Erdbeben sind hunderte weitere Gebäude beschädigt worden, weshalb viele Menschen, die bislang von Erdbeben verschont geblieben sind, in Notunterkünfte ziehen mussten. Mehrere Moscheen haben betroffene Menschen aufgenommen. Das genaue Ausmaß der Schäden ist zur Zeit noch nicht bekannt.

Update 22:50 Uhr
Vor wenigen Minuten hat ein neues starkes Erdbeben die Provinz Kerman getroffen. Nach vorläufigen Angaben des Geoforschungszentrum Potsdam erreichte es Magnitude 6.2. Daten vom Iranischen Erdbebendienst liegen noch nicht vor. Es muss mit weiteren schweren Schäden gerechnet werden.

Update 13. Dezember, 10:00 Uhr
Durch das zweite Erdbeben am Dienstag sind nach Angaben der Gesundheitsbehörde 58 weitere Menschen verletzt worden. Insgesamt erhöht sich die Zahl auf 87 Verletzte, nachdem eine Verletzung beim ersten Erdbeben zunächst doppelt gezählt wurde.
Zur Zeit sind Notunterkünfte für 720 Menschen bereitgestellt. Hinzu kommen hunderte Menschen, die nach dem Erdbeben am 1. Dezember noch in Notunterkünften leben. Nach dem dritten Erdbeben hat die Regierung die Hilfsmaßnahmen weiter aufgestockt. Eine genaue Auswertung der Schäden ist zur Zeit im Gange, verzögert sich aber durch weitere Nachbeben über Magnitude 4.

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Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 09:43 Uhr

Magnitude: 6,2

Tiefe:

Spürbar: ja

Haben Sie dieses Erdbeben gespürt?

Schäden erwartet: ja

Opfer erwartet: nein

Ursprung: tektonisch

Tsunami-Gefahr: nein

Epizentrum:

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In Regionen wie diesen kann es immer wieder zu schweren Erdbeben kommen. Nicht nur sichere Bauweise kann bei solchen Ereignissen Menschenleben retten, sondern auch richtige Verhaltensweisen. Daher empfehlen wir allen, die eine Reise in eine erdbebengefährdete Region planen, sich zuvor mit den richtigen Verhaltensweisen bei schweren Erdbeben auseinanderzusetzen.
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Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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