Moderates Erdbeben erschüttert Portugal

Portugal – Ein moderates Erdbeben hat am Montagmittag weite Teile von Portugal und benachbarte Regionen von Spanien erschüttert. Nach ersten Angaben der Portugiesischen Behörde für Ozeanologie und Meteorologie (IPMA) erreichte das Beben Magnitude 4.9. Es ereignete sich um 12:51 Uhr MEZ. Das Geoforschungszentrum Potsdam gibt das Beben zunächst mit Magnitude 4.5 an. Das Epizentrum des Bebens wird im Distrikt Evora, etwa 100 Kilometer östlich der Hauptstadt Lissabon nahe des Ortes Arrailos lokalisiert. Die Erschütterungen waren dort deutlich zu spüren. Auch andere portugiesische Städte, unter anderem Portimao an der Algarve-Küste und Coimbra im Norden des Landes waren betroffen.
Auch in Teilen der Spanischen Regionen Extremadura und Andalusien war das Beben mit geringer Intensität zu spüren.
In der Epizentralregion war die Intensität relativ hoch. Hier muss mit einzelnen Schäden gerechnet werden. Speziell ältere Gebäude in ländlichen Regionen können bei einem solchen Erdbeben Schaden nehmen.
Es ist eines der stärksten Erdbeben, das sich in den letzten Jahrzehnten auf dem portugiesischen Festland ereignet hat. Häufiger sind Erdbeben dieser Stärke vor der Küste, sodass sie weniger Auswirkungen haben.

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Update 21:52 Uhr
Die Auswirkungen des Erdbebens, die bis zum Abend gemeldet wurden, halten sich in Grenzen. Größere Schäden hat es nicht gegeben. Infolge des Erdbebens wurden zahlreiche Gebäude evakuiert. Unter anderem sind mehrere Schulen betroffen, die auf mögliche Schäden untersucht wurden. In einem Gebäude sind Risse gefunden worden, die aber keine große Gefahr darstellen. Zudem kam es Stellenweise zu lokal begrenzten Stromausfällen. Verletzte hat es nicht gegeben. Aufgrund der Panik, zu der es an manchen Orten bei der Evakuierung von Gebäuden kam, mussten einige Personen, darunter drei Schüler, wegen stressbedingter Symptome ärztlich behandelt werden.

 


Zeugenmeldungen
Lepe (Spanien, Andalusien)
Hallo, ich habe das Beben wie folgt wahrgenommen:
Datum: 15/01/2018 kurz vor 13:00 h (ca. 12:50 h)
Örtlichkeit: Pinares de Lepe, Siedlung zw. Lepe und La Antilla (2 km vom Strand und 20 km von Portugal)
Würde meinen Eindruck zw. III und leichter Stufe IV einordnen
Erfahrung: Habe in ruhig gelegenem Einfamilienhaus sitzend am Computer gearbeitet.
Plötzlich spürte ich ein leichtes Zittern/Schwanken im Stuhl, die zitternden Blätter einer Grünpflanze neben mir auf dem Schreibtisch bestätigten mir den Eindruck, und ich hörte ein ganz leichtes dumpfes Geräusch (etwa, wenn Windböen um die Hausecke fegen, es ist heute aber fast windstill).
Dauer: geschätzt ca. 3-5 Sekunden.
Fühlte mich alarmiert, etwas nervös, habe aufgrund einer ähnlichen Erfahrung hier vor vielen Jahren sofort an ein Erdbeben gedacht. Ich stand auf, war tief in mir unruhig und etwas taumelig.
Bei meinem Hund habe ich keine Nervosität erkannt, schlief ungestört auf dem Fußboden.
Schäden: keine
Nach wenigen Minuten bin ich beim gezielten Suchen im web fündig geworden, u.a. auch auf dieser Site. Vielen Dank!
(Intensität III)

Lissabon (Portugal)
Gegen Mittag, 12:00 Uhr, 15.01.2017, Lissabon.
Gemütlich sitzend am Rechner im Büro im 1. Stock. Für wenige Sekunden ein leichtes Vibrieren, das Wasser in der Flasche sichtbar am Schwanken. Vorbeilaufende Passanten haben scheinbar nicht Groß etwas wahrgenommen. (Intensität III)

Haben Sie dieses Erdbeben gespürt? Falls ja, teilen Sie uns dies bitte über das verlinkte Meldeformular oder per Kommentar mit. Ihre Meldung hilft uns dabei, unsere Berichterstattung und die Auswertung von Erdbeben zu verbessern. Vielen Dank.

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Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 12:51 Uhr

Magnitude: 4,9

Tiefe: 16 km

Spürbar: ja

Haben Sie dieses Erdbeben gespürt?

Schäden erwartet: ja

Opfer erwartet: nein

Ursprung: tektonisch

Tsunami-Gefahr: nein

Epizentrum:

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In Regionen wie diesen kann es immer wieder zu schweren Erdbeben kommen. Nicht nur sichere Bauweise kann bei solchen Ereignissen Menschenleben retten, sondern auch richtige Verhaltensweisen. Daher empfehlen wir allen, die eine Reise in eine erdbebengefährdete Region planen, sich zuvor mit den richtigen Verhaltensweisen bei schweren Erdbeben auseinanderzusetzen.
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Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.