Tote und Verletzte bei Erdbeben im Süden von Peru

Peru – Im Süden des Landes hat sich am Sonntag ein schweres Erdbeben ereignet. Nach vorläufigen Angaben des United States Geological Survey (USGS) erreichte das Erdbeben Magnitude 7.3. Das Epizentrum des Bebens wird zunächst vor der Küste der Region Arequipa lokalisiert. Das Geoforschungszentrum Potsdam gibt das Erdbeben zunächst mit Magnitude 7.2 an.
Bei dieser Magnitude sind größere Schäden in umliegenden Küstenabschnitten zu erwarten. Auch ein kleiner Tsunami kann nicht ausgeschlossen werden. Das Pacific Tsunami Warning Center hat eine Warnung für nahe gelegenen Regionen von Peru herausgegeben.

Die Küstenabschnitte von Arequipa und der Nachbarregion Ica sind relativ dünn besiedelt. Allerdings gibt es mehrere kleinere Städte, die sich teilweise direkt an der Küste befinden. Neben einer möglichen Gefahr durch kleine Tsunamis können hier besonders infolge des Erdbebens selbst größere Schäden verursacht worden sein.
Die Erschütterungen waren bis in die 500 Kilometer entfernte peruanische Hauptstadt Lima zu spüren, ebenso im Norden von Chile.

Anzeige

Update 10:48 Uhr
Die dem Epizentrum am nächsten gelegene größere Siedlung ist Acari im Landesinneren, rund 40 Kilometer vom Epizentrum entfernt. Beim USGS sind von dort Zeugenmeldungen eingegangen, die Intensität IX beschreiben, was meist mit Zerstörung von Gebäuden einher geht. Da Acari in einem Flusstal liegt, kann hier die Intensität aufgrund der Sedimente erhöht sein. Auch aus umliegenden Orten werden hohe Intensitäten gemeldet. Berichte über Schäden gibt es noch nicht.
In den größeren Städten des Landes wie in Ica und Arequipa war das Erdbeben deutlich zu spüren. Viele Menschen haben dort ihre Häuser verlassen. Auswirkungen werden hier aber nicht gemeldet. Stellenweise soll es aber zu Stromausfällen gekommen sein.

Update 11:02 Uhr
Das Pacific Tsunami Warning Center hat seine „Threat Message“ aktualisiert und warnt nun vor Tsunami-Wellen mit einer Höhe von bis zu einem Meter an nahe gelegenen Küsten. Kleinere Wellen könnten selbst den Norden von Chile erreichen. Große Gefahr geht von diesem möglichen Tsunami aber nicht aus.

Erste Meldungen aus dem Distrikt Caraveli, wo unter anderem Acari liegt, sprechen von mehreren eingestürzten Lehmhäusern infolge des Erdbebens.

Update 11:11 Uhr
In der Region rund um Acari soll es verbreitet Stromausfälle gegeben. Der Katastrophenschutz von Peru meldet zahlreiche Erdrutsche, die Straßen unpassierbar machen. Der Bürgermeister von Caraveli spricht von vielen zerstörten Gebäuden.

Update 11:30 Uhr
In der Küstenstadt Puerto de Lomas  kam es infolge des Bebens ebenfalls zu Schäden, wie dieses Bild zeigt.

Update 11:35 Uhr
Das Pacific Tsunami Warning Center teilte mit, dass die Tsunami-Gefahr inzwischen vorüber ist und Warnhinweise entsprechend aufgehoben wurden.

Update 11:43 Uhr
Erste Bilder zeigen die Auswirkungen des Erdbebens in Acari.

Update 11:55 Uhr
Aus den meisten Orten nahe des Epizentrums werden inzwischen Schäden gemeldet. Berichte über Verletzte gibt es bislang nur aus dem Küstenort Chala. Im dortigen Krankenhaus werden zur Zeit 20 Menschen wegen (überwiegend) leichter Verletzungen behandelt. Im Ort soll es ebenfalls zu Schäden gekommen sein. Zudem gibt es Stromausfälle.
In Puero Lomas wurde kurz nach dem Beben ein kleiner Tsunami beobachtet. Dieser soll aber keine Schäden verursacht haben.

Update 12:55 Uhr
In Caraveli ist infolge des Erdbebens eine Person ums Leben gekommen. Mindestens 50 Menschen sind in der Region verletzt worden. Weitere Verletzte werden aus Chala und Umgebung gemeldet. In beiden Orten sind mehrere Häuser eingestürzt. Nach unbestätigten Meldungen soll mindestens eine Person in Caraveli vermisst werden.
Das Opfer wurde durch einen Erdrutsch getötet.

Update 13:41 Uhr
Die Opferzahl ist auf insgesamt zwei gestiegen, wie der Katastrophenschutz von Peru mitteilt. In der gesamten Provinz Arequipa werden demnach zur Zeit 116 Menschen wegen Verletzungen infolge des Erdbebens behandelt. Wie viele Menschen insgesamt vom Erdbeben betroffen ist, wurde noch nicht bekannt. Mehrere dutzend Gebäude sind in verschiedenen Distrikten zerstört worden, zudem erlitten viele weitere Schäden..

Update 15.01., 08:55 Uhr
Die Peruanischen Behörden haben bislang das zweite Todesopfer, das von lokalen Stellen genannt wurde, nicht bestätigt. Die offizielle Zahl der Verletzten liegt zur Zeit bei 104. Mehr als 600 Menschen haben durch das Erdbeben ihre Häuser verloren. Über tausend weitere sind betroffen, da mehrere hundert Gebäude beschädigt oder zerstört wurden.

 

Haben Sie dieses Erdbeben gespürt? Falls ja, teilen Sie uns dies bitte über das verlinkte Meldeformular oder per Kommentar mit. Ihre Meldung hilft uns dabei, unsere Berichterstattung und die Auswertung von Erdbeben zu verbessern. Vielen Dank.

Anzeige

Anzeige

Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 10:18 Uhr

Magnitude: 7.1

Tiefe: 36 km

Spürbar: ja

Haben Sie dieses Erdbeben gespürt?

Schäden erwartet: ja

Opfer erwartet: ja

Ursprung: tektonisch

Tsunami-Gefahr: Aufgehoben: Peru

Epizentrum:

Wenn Ihnen unsere Webseite gefällt, können Sie diese Arbeit mit einer Spende unterstützen. Weitere Infos dazu.

In Regionen wie diesen kann es immer wieder zu schweren Erdbeben kommen. Nicht nur sichere Bauweise kann bei solchen Ereignissen Menschenleben retten, sondern auch richtige Verhaltensweisen. Daher empfehlen wir allen, die eine Reise in eine erdbebengefährdete Region planen, sich zuvor mit den richtigen Verhaltensweisen bei schweren Erdbeben auseinanderzusetzen.
The following two tabs change content below.
Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

Neueste Artikel von Jens Skapski (alle ansehen)

Ein Kommentar

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.