Erdbeben auf Java fordert Todesopfer

Indonesien – Im Westen der Hauptinsel Java hat am Dienstag ein starkes Erdbeben hunderte Gebäude beschädigt. Wie das United States Geological Survey (USGS) registrierte, erreichte das Beben Magnitude 6.0. Das Epizentrum wird vor der Westküste der Insel lokalisiert und befindet sich etwa 130 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Jakarta. Das Geoforschungszentrum Potsdam gibt das Beben mit Magnitude 5.9 an, indonesische Behörden sprechen von M6.4.
Die Erschütterungen waren im Westen von Java teils stark zu spüren. Besonders betroffen ist der Bezirk Lebak in der Provinz Banten. Viele Anwohner nahe gelegener Städte sind aufgrund des Erdbebens in Panik aus ihren Häusern gerannt. Der Katastrophenschutz berichtet von zahlreichen Schäden an Gebäuden in Banten. Allein in Lebak sollen über 100 Wohnhäuser beschädigt worden sein, davon 85 nur im Distrikt Panggarangan an der Südküste. Meldungen über Todesopfer oder Verletzte gibt es zur Zeit nicht. Die Auswertung der Schäden dauert weiter an.
Auch in der Nachbarprovinz Jawa Barat werden erste Schäden gemeldet. Betroffen ist dort unter anderem die Stadt Depok City südlich der Landeshauptstadt Jakarta. Wie Indonesiche Medien berichten wurde das Rathaus der Stadt teilweise beschädigt. In mehreren Räumen stürzten dort die Decken ein.

In der benachbarten Stadt Jagakarsa stürzte durch das Erdbeben eine Mauer ein. Dadurch wurde ein 43-jähriger am Fuß verletzt.

In Jakarta selbst waren die Erschütterungen ebenfalls zu spüren. Zunächst wird von hier aber nicht über größere Zwischenfälle berichtet. Einige Menschen, besonders Bewohner und Angestellte in Hochhäusern, sind nach dem Beben ins Freie gelaufen. Schäden gibt es nach ersten Angaben nicht.

Zahlreiche kleinere Nachbeben sind in den ersten Stunden nach dem Beben aufgetreten. Einige waren in Banten zu spüren, aber nicht so stark, dass mit weiteren Schäden zu rechnen ist.
Das Erdbeben ereignete sich in einer Tiefe von rund 45 Kilometern innerhalb der subduzierten Platte. Tsunami-Gefahr ging von diesem Ereignis nicht aus.

Update 16:35 Uhr
Bis zum Abend hat sich die Zahl der beschädigten Gebäude und verletzten Personen weiter erhöht. Nach neuesten offiziellen Daten sind in der Region Banten alleine 311 Gebäude, davon überwiegend Wohnhäuser, beschädigt worden. 64 wurden komplett zerstört. Mindestens neun Menschen erlitten durch das Erdbeben Verletzungen. Darunter sind acht Schüler, die durch einstürzende Deckenteile getroffen wurden. Zwei von ihnen erlitten schwere Verletzungen.

Update 24. Januar, 10:45 Uhr
Infolge des Erdbebens ist mindestens eine Person ums Leben gekommen. Das 40-jährige Opfer starb durch den Einsturz eines Hauses. Mindestens 34 Menschen erlitten durch einstürzende Häuser, Stromschläge oder herabstürzende Trümmer Verletzungen und mussten in Krankenhäusern behandelt werden. Insgesamt, so der Katastrophenschutz am Mittwochmorgen, sind durch das Beben rund 1300 Gebäude beschädigt worden, 146 davon schwer. Mehrere hundert Familien mussten evakuiert werden. Die Regierung hat für die Betroffenen Hilfsgüter und Lebensmittelpakete bereit gestellt. Verletzte und die Familie des Opfers erhalten finanzielle Entschädigung.

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Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 07:34 Uhr

Magnitude: 6.0

Tiefe: 44 km

Spürbar: ja

Schäden erwartet: ja

Opfer erwartet: ja

Ursprung: tektonisch

Tsunami-Gefahr: nein

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In Regionen wie diesen kann es immer wieder zu schweren Erdbeben kommen. Nicht nur sichere Bauweise kann bei solchen Ereignissen Menschenleben retten, sondern auch richtige Verhaltensweisen. Daher empfehlen wir allen, die eine Reise in eine erdbebengefährdete Region planen, sich zuvor mit den richtigen Verhaltensweisen bei schweren Erdbeben auseinanderzusetzen.

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Jens ist 24 und studiert seit 2013 an der Ruhr-Uni Bochum Geowissenschaften. 2011 hat er mit einem privaten Erdbebenblog begonnen, aus dem sich später erdbebennews.de entwickelt hat. Er hat journalistische Erfahrungen und interessiert sich seit der Kindheit für Geologie, Meteorologie und Naturkatastophen.

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