Leichtes Erdbeben bei München

München – Nahe der Bayerischen Landeshauptstadt hat sich nach Angaben mehrerer Erdbebendienste am Sonntagmorgen ein leichtes Erdbeben ereignet. Sowohl der Italienische (INGV) als auch der Tschechische Erdbebendiest (GFU) registrierten das Ereignis um 08:03 Uhr am Sonntagmorgen und lokalisieren das Epizentrum im Osten von München (Aschheim), bzw. nahe Unterhaching südlich von München. Das INGV gibt das Beben zunächst mit Magnitude 2.5 an. Die Tschechischen Behörden nennen Magnitude 2.0.
Sowohl Magnitude als auch exakte Lage des Epizentrums sind entsprehend unsicher. Oben stehende Karte zeigt das Epizentrum, das vom INGV bestimmt wurde. Unten die Daten des GFU. Daten des Bayerischen Erdbebendienstes oder der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik in Wien liegen noch nicht vor.

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Meldungen über Spürbarkeit haben wir bisher nicht erhalten. Die einzige Region nahe München, wo in den vergangenen Jahren Seismizität aufgetreten ist, war der Ort Poing mit dem zugehörigen Geothermiekraftwerk. Welchen Ursprung das aktuelle Erdbeben hat, lässt sich zur Zeit noch nicht sagen, da keine genauen Daten vorliegen.

Update 15:39 Uhr
Das Geoforschungszentrum Potsdam hat nun das Erdbeben bestätigt. Es erreichte demnach Magnitude 2.2. Das Epizentrum lag im Höhenkirchener Forst zwischen den Gemeinden Oberpframmern (Landkreis Ebersberg) und Höhenkirchen-Siegertsbrunn (Landkreis München), etwa 17 Kilometer südöstlich des Münchener Stadtzentrums. Karten und Datentabellen in diesem Beitrag sind entsprechend angepasst. Die Herdtiefe soll bei 2 Kilometern gelegen haben, wobei diese Angabe mit Unsicherheiten verbunden ist. Es handelt sich um eine Region, aus der bisher noch keine Seismizität bekannt ist – also es noch keine Erdbeben gegeben hat. Die mutmaßlich geringe Herdtiefe würde, sofern sie korrekt ist, auf ein induziertes Erdbeben hindeuten. Die Lage des Epizentrums im Waldgebiet sowie die geringe Herdtiefe, die meist mit einem kleinen Schüttergebiet einher geht, würden fehlende Spürbarkeitsmeldungen erklären. Mit Kirchstockach und Dürrnhaar befinden sich zwei Anlagen zur Stromerzeugung dich Geothermie in unmittelbarer Nähe zum Epizentrum. Die nahe gelegene Geothermie-Anlage in Unterhaching hat in der Vergangenheit kleinere Erdbeben ausgelöst. Ob das heutige Beben auch dieser zuzuschreiben ist, knapp 8 Kilometer liegen zwischen dem heutigen Epizentrum und dem des letzten spürbaren Bebens dort vor 10 Jahren, müssten genauere Auswertungen zeigen.
Bereits in den Jahren 2016 und 2017 gab es Meldungen durch die ZAMG über kleine Erdbeben (unter Magnitude 2) im angrenzenden Aying, unter anderem am 23. Dezember 2016. Diese wurden durch andere Erdbebendienste allerdings nicht bestätigt.

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Update 30. April, 12:22 Uhr
Der Bayerische Erdbebendienst hat am Montag auf seiner Webseite bekannt gegeben, dass das Erdbeben Magnitude 1,9 erreichte. Demnach lag das Epizentrum zwischen Brunnthal und Aying, wenige Kilometer südlich der Lokalisierung des Geoforschungszentrums.
Mit einer Herdtiefe von rund 5 Kilometern hatte das Erdbeben in etwa in den Gesteinsschichten seinen Ursprung, die als Aquifer für die nahe gelegene Geothermie-Anlage Dürrnhaar dienen (Teufe: 4 km). Ein Zusammenhang zwischen Erdbeben und Anlage scheint daher wahrscheinlich.
Die Österreichische ZAMG gibt das Erdbeben mit Magnitude 2.5 an, Epizentrum demnach ebenfalls bei Aying.

Zeugenmeldungen
Brunnthal
Aufgewacht von einem Knall und einem Geräusch und Bodengefühl, als wäre ein schwerer Gegenstand in der Wohnung herunter gefallen. (Intensität II)

wird fortgesetzt, sobald weitere Informationen verfügbar sind…

Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

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Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 08:03 Uhr

Magnitude: 1.9

Tiefe: 5 km

Spürbar: möglich

Schäden erwartet: nein

Opfer erwartet: nein

Ursprung: unbekannt

Tsunami-Gefahr: nein

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Siehe auch: Warum sammeln wir Zeugenmeldungen? und: Wann werden Zeugenmeldungen veröffentlicht??

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Siehe auch:
Erdbeben und Geothermie-Anlagen
Korea: Pohang-Erdbeben durch Geothermie-Kraftwerk

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Jens ist 24 und studiert seit 2013 an der Ruhr-Uni Bochum Geowissenschaften. 2011 hat er mit einem privaten Erdbebenblog begonnen, aus dem sich später erdbebennews.de entwickelt hat. Er hat journalistische Erfahrungen und interessiert sich seit der Kindheit für Geologie, Meteorologie und Naturkatastophen.
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