Schweres, sehr tiefes Erdbeben im Süden Boliviens

Bolivien – Ein schweres Erdbeben hat am Nachmittag Teile von Südamerika erschüttert. Nach ersten Angaben des Geoforschungszentrums Potsdam erreichte es Magnitude 6.7. Das United States Geological Survey (USGS) gibt vorläufig Magnitude 6.8 an. Das Epizentrum lag im bolivianischen Department Chiquisaca nahe der Grenzen zu Paraguay und Argentinien. Wie üblich für Erdbeben in dieser Region lag der Herd in rund 550 Kilometern Tiefe und damit innerhalb der Nazca-Platte, die vor der Küste von Chile unter die Südamerikanische Platte subduziert wird und deren Überreste im Erdmantel unter Bolivien verbleiben.
Aufgrund der Herdtiefe waren die Erschütterungen großflächig zu spüren, unter anderem im Norden von Chile und auch in Teilen von Brasilien. Mit größeren Schäden ist nicht zu rechnen, da die Intensität des Bebens relativ gering war.

Erdbeben in dieser Tiefe gehen wahrscheinlich auf geochemische Prozesse innerhalb des Gesteins zurück. Aufgrund der vorherrschenden Druck- und Temperaturbedingungen zeigt Gestein normalerweise kein sprödes Verhalten mehr und verformt sich duktil, sodass es dadurch nicht zu Erdbeben kommen kann.

Im Jahr 1994 hat das bislang schwerste tiefe Erdbeben Bolivien erschüttert. Es erreichte Magnitude 8.2 und war bis nach Kanada zu spüren. In Bolivien und Peru kam es zu kleineren Schäden und Erdrutschen.

Update 21:45 Uhr
In keinem der von dem Erdbeben betroffenen Ländern wurden bis zum späten Nachmittag (Ortszeit) Gebäudeschäden festgestellt. Besonders in Brasilien, wo das Beben in mindestens sechs Bundesstaaten zu spüren war, wurden zahlreiche Gebäude aus Sicherheitsgründen evakuiert. Unter anderem waren schwache Bodenbewegungen in einigen Hochhäusern von Sao Paulo und Brasilia wahrgenommen worden. Die Evakuierungen nach dem Beben liefen ohne Zwischenfälle ab.

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Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 15:40 Uhr

Magnitude: 6.7

Tiefe: 550 km

Spürbar: ja

Haben Sie dieses Erdbeben gespürt?

Schäden erwartet: unwahrscheinlich

Opfer erwartet: nein

Ursprung: tektonisch

Tsunami-Gefahr: nein

Epizentrum:

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Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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