Starkes Erdbeben im Westen von Japan

Japan – Im äußersten Westen der Hauptinsel Honshu hat sich am Sonntagabend ein starkes Erdbeben ereignet. Nach ersten Auswertungen des Japanischen NIED erreichte das Erdbeben Magnitude 6.1. Die Japanische Meteorologiebehörde (JMA) gibt Magnitude 5.8 an und lokalisierte das Epizentrum des Bebens in der Präfektur Shimane nördlich des kleinen Vulkans Sanbesan. Demnach handelt es sich um ein flaches Erdbeben in rund 13 Kilometern Tiefe, das auf eine Blattverschiebung (strike-slip) zurückgeht. An umliegenden Messstationen wurde maximal Intensität 5+ auf der JMA-Skala registriert. Dies kann zu Schäden an älteren, bzw. schwächer gebauten Häusern führen. Die unmittelbare Epizentralregion ist relativ dünn besiedelt. In der Umgebung befinden sich einige Städte, unter anderem Oda (35.000 Einwohner), wo die höchste Intensität gemessen wurde.
Die Erschütterungen waren auch entlang der Japanischen Südküste, u.a. in Osaka und Kobe, sowie im Südosten von Südkorea zu spüren. Dort vor allem in der Region um Busan.

Update 19:05 Uhr
Mehrere teils stark spürbare Nachbeben haben sich in den ersten 30 Minuten ereignet. Darunter zwei mit Magnitude 4.4 und 4.7, die jeweils Intensität 4 erreicht haben. Hinzu kommen kleinere, u.a. eines mit M4.2 und Intensität 3. Schäden wurden bisher nicht gemeldet. Das Kernkraftwerk Shimane wurde vom Erdbeben nicht beeinflusst. Der Betrieb läuft weiter, allerdings sind Gutachter unterwegs, um Schäden auszuschließen.

Update 20:06 Uhr
Nahe des Epizentrums kam es zu kleineren Schäden. Zur Zeit gibt es Meldungen über eingestürzte Mauern, Risse in Wänden und Fliesen sowie kleinere Erdrutsche, die Straßen blockieren. Größere Schäden wurden bisher nicht beobachtet. Auch gibt es keine Meldungen über Verletzte.

Update 09. April, 07:46 Uhr
Durch das Erdbeben wurden mindestens fünf Menschen leicht verletzt. Die Behörden melden, dass mindestens 16 Gebäude Schäden erlitten haben. Zahlreiche Haushalte sind von Wasserrohrbrüchen und Stromausfällen betroffen. 170 Menschen mussten in temporären Evakuierungszentren untergebracht werden.
Das Erdbeben ereignete sich an einer bisher unbekannten Störungszone. Die relativ ungewöhnliche Nachbebenaktivität mit vielen vergleichsweise starken Ereignissen innerhalb kurzer Zeit hat die Behörden veranlasst, vor einem möglichen weiteren Beben zu warnen. Demnach sei es in den kommenden Tagen möglich, dass es zu einem gleichstarken oder stärkeren Erdbeben kommt.

Zeugenmeldungen
Hiroshima
Grollen, Wackeln des Gebäudes (Intensität II)

Osaka
Leichtes schwanken des Gebäudes wahrnehmbar (7. Etage), keine Schäden oder umgefallene Objekte, allerdings deutlich spürbares Erdbeben (Verstärkt durch die Gebäudehöhe) (Intensität III)

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Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 18:32 Uhr

Magnitude: 6,1

Tiefe: 13 km

Spürbar: ja

Haben Sie dieses Erdbeben gespürt?

Schäden erwartet: ja

Opfer erwartet: nein

Ursprung: tektonisch

Tsunami-Gefahr: nein

Epizentrum:

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In Regionen wie diesen kann es immer wieder zu schweren Erdbeben kommen. Nicht nur sichere Bauweise kann bei solchen Ereignissen Menschenleben retten, sondern auch richtige Verhaltensweisen. Daher empfehlen wir allen, die eine Reise in eine erdbebengefährdete Region planen, sich zuvor mit den richtigen Verhaltensweisen bei schweren Erdbeben auseinanderzusetzen. Die Intensität von Erdbeben in Japan wird mit der Shindo-Skala beschrieben und basiert auf der gemessenen Bodenbeschleunigung. Die Skala reicht von 1 bis 7 mit Untergliederung in „Upper“ (+) und „Lower“ (-) der Werte 5 und 6. In der Regel kann ab einem Wert von 5- mit ersten kleineren Schäden an Gebäuden gerechnet werden. Größere Schäden treten ab 6- auf. Der höchste Wert 7 auf der Skala beschreibt meist schwere Zerstörungen und wurde in den vergangenen Jahren nur zweimal erreicht: Beim Tohoku-Erdbeben (M9.1) 2011 und beim Kumamoto-Erdbeben (M7.3) 2016.
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Jens ist 24 und studiert seit 2013 an der Ruhr-Uni Bochum Geowissenschaften. 2011 hat er mit einem privaten Erdbebenblog begonnen, aus dem sich später erdbebennews.de entwickelt hat. Er hat journalistische Erfahrungen und interessiert sich seit der Kindheit für Geologie, Meteorologie und Naturkatastophen.

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