Todesopfer bei Erdbeben auf Java

Indonesien – Auf der Indonesischen Insel Java hat ein moderates Erdbeben am Mittwoch zu zahlreichen Schäden geführt. Nach Angaben der Meteorologiebehörde in Jakarta (BMKG) erreichte das Beben Magnitude 4.4. Das Epizentrum lag im Distrikt Banjarnegara im Zentrum der Insel, etwa 100 Kilometer nordwestlich der Millionenstadt Yogjakarta. Aufgrund der sehr geringen Herdtiefe von nur vier Kilometern erreichte das Beben trotz recht niedriger Magnitude sehr hohe Intensitäten. Dies führte in den Orten nördlich von Banjanegara zu teilweise schwere Schäden. Nach ersten Medienberichten sind durch das Erdbeben mindestens fünf Gebäude komplett zerstört worden. Hunderte weitere erlitten Schäden und mussten evakuiert werden. Nach dem Beben wurden öffentliche Gebäude in der Stadt geräumt. Mehrere Schulen mussten aufgrund von Schäden geschlossen werden. Auch einige Moscheen erlitten Schäden. Nach ersten Schätzungen sind mindestens 136 Familien vom Erdbeben betroffen.
In einem eingestürzten Gebäude ist mindestens eine Person ums Leben gekommen. Es soll sich um ein Kind handeln, wie die Nachrichtenseite Kompas.com meldet. Mindestens 23 Personen erlitten Verletzungen, als sie durch herabstürzende Trümmer getroffen wurden. Drei Menschen werden mit schweren Verletzungen in Krankenhäusern behandelt.

Das Erdbeben geht auf eine kleine Störungszone im Zentrum der Insel zurück. Da sich in der betroffenen Region zahlreiche Vulkangebiete befinden, besteht der Untergrund überwiegend aus lockeren vulkanischen Sedimenten, was zu einer Verstärkung der Erdbebenwellen und somit zu einem größeren Zerstörungspotential führt.

Update 13:27 Uhr
Die Zahl der Todesopfer ist nach neuen Informationen auf zwei gestiegen. Neben dem bereits genannten zehnjährigen Jungen starb auch ein 98-jähriger an den Folgen von Kopfverletzungen. Beide wurden von umstürzenden Mauern erschlagen.
Insgesamt 34 Menschen werden zur Zeit stationär in Krankenhäusern aufgrund von Verletzungen oder Stresssymptomen behandelt, darunter auch vier schwangere Frauen.
Die Schadensauswertung durch den Katastrophenschutz ist noch im Gange. Zur Zeit ist von mehreren hundert beschädigten Gebäuden die Rede. Im am schlimmsten betroffenen Dorf wurden rund 90% aller Gebäude beschädigt. Mindestens 500 Menschen mussten evakuiert werden.

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Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 08:28 Uhr

Magnitude: 4.4

Tiefe: 4 km

Spürbar: ja

Haben Sie dieses Erdbeben gespürt?

Schäden erwartet: ja

Opfer erwartet: ja

Ursprung: tektonisch

Tsunami-Gefahr: nein

Epizentrum:

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In Regionen wie diesen kann es immer wieder zu schweren Erdbeben kommen. Nicht nur sichere Bauweise kann bei solchen Ereignissen Menschenleben retten, sondern auch richtige Verhaltensweisen. Daher empfehlen wir allen, die eine Reise in eine erdbebengefährdete Region planen, sich zuvor mit den richtigen Verhaltensweisen bei schweren Erdbeben auseinanderzusetzen.
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Jens ist 24 und studiert seit 2013 an der Ruhr-Uni Bochum Geowissenschaften. 2011 hat er mit einem privaten Erdbebenblog begonnen, aus dem sich später erdbebennews.de entwickelt hat. Er hat journalistische Erfahrungen und interessiert sich seit der Kindheit für Geologie, Meteorologie und Naturkatastophen.

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