Starker Erdbebenschwarm in El Salvador

El Salvador – Über 150 Erdbeben haben seit Samstagabend den Osten von El Salvador erschüttert. Der bisherige Höhepunkt des Erdbebenschwarmes wurde am Sonntagnachmittag erreicht. Zwei moderate Erdbeben ereigneten sich innerhalb weniger Minuten um 14:38 Uhr und 14:44 Uhr MESZ. Nach Angaben des United States Geological Survey (USGS) erreichten beide Magnitude 5.2. Die Behörden von El Salvador geben beide Beben mit Magnitude 5.3 an. Mehrere schwächere Nachbeben folgten.

Zuvor wurde bereits am Sonntagmorgen ein größeres Beben aufgezeichnet. Dieses erreichte Magnitude 4.9. Übrige Beben blieben meist unter Magnitude 4. Insgesamt wurden bislang rund 20 der registrierten Beben von Anwohnern umliegender Orte verspürt.
Die Epizentren der Erdbeben werden im Osten von El Salvador am Golf von Fonseca lokalisiert. Die Epizentralregion umfasst die Regionen San Miguel und La Union. In der Region gibt es zahlreiche Störungszonen und auch aktiven Vulkanismus.
Der Ursprung des Erdbebenschwarmes ist eine kleine Störungszone auf dem Festland. Entsprechend lagen die Erdbebenherde in nur wenigen Kilometern Tiefe, weshalb die Erschütterungen der größeren Beben teilweise stark zu spüren waren. Meldungen über Schäden infolge der Beben liegen bislang nicht vor. Spätestens die Erdbeben am Nachmittag dürften aufgrund der höheren Magnitude zu größeren Schäden geführt haben.

Auch in Teilen von Honduras (u.a. in Tegucigalpa) und Nicaragua waren die größeren Erdbeben zu spüren.

In El Salvador kommt es, wie in vielen Zentralamerikanischen Ländern häufig zu kleineren bis mittleren Erdbebenschwärmen, die aufgrund der meist geringen Herdtiefe gelegentlich zu Schäden führen.

Update 17:28 Uhr
Ein weiteres Erdbeben, erneut Magnitude 5 bis 5.3, hat sich vor knapp einer halben Stunde ereignet. Minuten später folgte ein Beben mit Magnitude 4.6. In den vom Erdbeben betroffenen Dörfern gibt es nach Zeugenangaben und Meldungen in Sozialen Netzwerken zahlreiche Schäden. Teilweise seien Dächer oder ganze Häuser eingestürzt. Offizielle Meldungen über die Auswirkungen gibt es noch nicht.

In diesem Live-Video aus einem der betroffenen Dörfer sind mehrere beschädigte Gebäude sowie kleinere Steinschläge zu sehen. Während Minute 18 trat das neue M5 Erdbeben (16:57 Uhr MESZ) auf. In Minute 28 ist das M4.6 zu sehen.

Update 21:12 Uhr
Zahlreiche weitere Erdbeben, davon mehrere über Magnitude 4, erschütterten auch am Abend die Erdbebenregion, während weitere Meldungen über Gebäudeschäden und Erdrutsche bekannt wurden. Insgesamt 75 beschädigte Gebäude wurden bisher gezählt, davon wurden drei komplett zerstört. Ein Kind soll durch herabstürzende Trümmer verletzt worden sein.
Gegen 21 Uhr mündete der Erdbebenschwarm in seinen vorläufigen Höhepunkt. Mit Magnitude 5,6 wurde das bislang stärkste Beben der Sequenz um 21:02 Uhr aufgezeichnet. Die Lage des Epizentrums ist dabei unverändert zu den vorherigen Beben.


Mehr als 270 Erdbeben sind damit bereits aufgezeichnet worden. Weitere Nachbeben folgten unmittelbar. Auch in den kommenden Stunden muss mit weiteren teils größeren Erdbeben gerechnet werden. Durch das Erdbeben um 21:02 Uhr besteht die Gefahr größerer Schäden, auch in Orten, die bislang nicht betroffen waren.

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Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 6. Mai

Magnitude: bis 5.6

Tiefe: ca. 4 km

Spürbar: ja

Schäden erwartet: ja

Opfer erwartet: unwahrscheinlich

Ursprung: tektonisch

Tsunami-Gefahr: nein

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In Regionen wie diesen kann es immer wieder zu schweren Erdbeben kommen. Nicht nur sichere Bauweise kann bei solchen Ereignissen Menschenleben retten, sondern auch richtige Verhaltensweisen. Daher empfehlen wir allen, die eine Reise in eine erdbebengefährdete Region planen, sich zuvor mit den richtigen Verhaltensweisen bei schweren Erdbeben auseinanderzusetzen.

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Jens ist 24 und studiert seit 2013 an der Ruhr-Uni Bochum Geowissenschaften. 2011 hat er mit einem privaten Erdbebenblog begonnen, aus dem sich später erdbebennews.de entwickelt hat. Er hat journalistische Erfahrungen und interessiert sich seit der Kindheit für Geologie, Meteorologie und Naturkatastophen.

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