Erdbebenschwarm am Sierra Negra

Ecuador – Auf der Galapagos-Insel Isabela wird seit einiger Zeit erhöhte Erdbebenaktivität registriert, die mit dem Vulkan Sierra Negra in Verbindung steht. Deren vorläufiger Höhepunkt bildet ein starkes Erdbeben mit Magnitude 5.3 am Dienstagmorgen Ortszeit.
Bereits seit Mitte 2016 werden, nach Angaben der ecuadorianischen Behörden, vermehrt leichte Erdbeben am Sierra Negra verzeichnet. Seit Mai 2018 steigt diese Aktivität stark an, was die Behörden veranlasste, die Warnstufe des Vulkans auf Gelb anzuheben. Bereits vor einigen Tagen warnte das Geophysikalische Institut igepn.edu.ec vor der erhöhten Erdbebenaktivität und der potentiellen Gefahr eines Vulkanausbruchs.
Das heutige Beben mit Magnitude 5.3 war das bislang stärkste der bisherigen Aktivitätsphase. Es war in umliegenden Orten am Fuße des Vulkans stark zu spüren. Meldungen über Schäden infolge der Erschütterungen liegen nicht vor. Unmittelbar nach dem Hauptbeben folgten zahlreiche kleinere Beben.
Einige Stunden später, gegen 20 Uhr MESZ, setzte erneut starke Seismizität ein. Binnen weniger Minuten traten acht Erdbeben um Magnitude 4 auf. Das stärkste wird vom IGEPN mit Magnitude 4.4 angegeben.
Alle Beben ereigneten sich in einer Herdtiefe von rund sechs Kilometern. Ein Überschiebungsmechanismus wurde festgestellt.
Neben der erhöhten Seismizität wurden auch Bodenhebungen rund um den Vulkan registriert, die auf Magmaaufstieg hindeuten.

Erst vor wenigen Wochen brach der Vulkan La Cumbre auf der Nachbarinsel Fernandina aus und produzierte Lavaströme, die ins Meer geflossen sind. Sierra Negra selbst war zuletzt 2005 aktiv. Die Eruptionen sind meist durch schwache explosive Phasen und Lavaförderung aus Eruptionsspalten charaktesiert.

Update 27. Juni
Am späten Dienstagabend ist der Sierra Negra ausgebrochen. Bewohner der Insel und Messinstrumente beobachteten eine schwache Eruption im nördlichen Abschnitt der Gipfelcaldera. Infolgedessen würden Lavaströme innerhalb der Caldera sowie an der unbesiedelten Nordflanke beobachtet werden. Aufgrund der Gefahr von kleineren Aschewolken wurden 250 Menschen, die an der Südflanke des Vulkans leben, in Sicherheit gebracht.
Die Warnstufe des Vulkans wurde auf Orange angehoben.

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Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 26. Juni, 11:15 Uhr

Magnitude: 5.3

Tiefe: 6 km

Spürbar: ja

Haben Sie dieses Erdbeben gespürt?

Schäden erwartet: ja

Opfer erwartet: nein

Ursprung: vulkanotektonisch

Tsunami-Gefahr: nein

Epizentrum:

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Jens ist 24 und studiert seit 2013 an der Ruhr-Uni Bochum Geowissenschaften. 2011 hat er mit einem privaten Erdbebenblog begonnen, aus dem sich später erdbebennews.de entwickelt hat. Er hat journalistische Erfahrungen und interessiert sich seit der Kindheit für Geologie, Meteorologie und Naturkatastophen.

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