Neue starke Erdbeben in Molise verursachen Schäden und Verletzungen

Italien – Erneut wurde die Region Molise in Süditalien von einem starken Erdbeben getroffen. Nachdem vor zwei Tagen ein Beben der Stärke 4.7 aufgetreten ist, folgte am Donnerstagabend ein deutlich stärkeres. erste Auswertungen der privaten Erdbebenwebseite ALomax ermittelten Magnitude (mb) 5.2, bzw. (Mw) 5.3 für dieses Erdbeben. Automatische Daten des deutschen Geoforschungszentrums geben das Beben mit Magnitude 5.5 an.
In weiten Teilen Süd- und Mittelitaliens waren die Erschütterungen deutlich zu spüren, unter anderem in den Millionenstädten Neapel und Rom. Rund um das Epizentrum erreichte es hohe Intensitäten. Abhängig von der Tiefe, die bisher noch nicht ermittelt wurde, und der finalen Magnitude könnten größere Schäden die Folge sein. Das Beben vor zwei Tagen hat zu kleineren Gebäudeschäden geführt.

Werbung

Update 20:27 Uhr
Das Geoforschungszentrum Potsdam hat auf M4.9 nach unten korrigiert.

Update 20:30 Uhr
Zeugenmeldungen auf der Webseite des EMSC zeigen, dass das Erdbeben diesmal auch weit bis nach Marken (u.a. Ancona) und Apulien zu spüren war. Ebenso kommen einzelne Meldungen aus Kroatien und Montenegro. Diese Verteilung lässt erneut auf ein Erdbeben mit etwas größerer Herdtiefe schließen, was die Intensität (und damit den potentiellen Schaden) am Epizentrum verringert.

Werbung

Update 20:37 Uhr
Der Italienische Erdbebendienst (INGV) ermittelte Lokalmagnitude (ML) 5.2 und eine Herdtiefe von nur neun Kilometern. Wie beim Erdbeben vor zwei Tagen lag das Epizentrum nahe des Ortes Montecilfone südöstlich von Termoli. Dort, in Montecilfone, ist die Gefahr neuer Schäden am größten.

Update 20:40 Uhr
Die von Risklayer ermittelte ShakeMap ergibt maximal Intensität VII. Ab Intensität VI treten in der Regel die ersten Gebäudeschäden auf.

Update 20:55 Uhr
Dieses Video zeigt die Auswirkungen des Bebens in Neapel

Update 21:00 Uhr
Nach Angaben der Nachrichtenagentur ANSA hat das Erdbeben im Dorf Palata (direkt am Epizentrum) zu Schäden an einigen Gebäuden geführt. Demnach soll es Risse an den Innenwänden mehrerer Wohnhäuser geben.

Update 21:11 Uhr
Mehrere Nachbeben haben die Italienischen Behörden bereits registriert. Die stärksten liegen in Bereich von Magnitude 3.0 und konnten in der Nähe des Epizentrums verspürt werden. Dabei liegen die Hypozentren im Tiefenbereich des Hauptbebens. Beben in 19 Kilometern Tiefe wie vor zwei Tagen sind nicht gemessen worden.

Update 21:27 Uhr
Das INGV hat einen ausführlichen Artikel (Italienisch) über die Hintergründe des Bebens veröffentlicht.

Update 21:37 Uhr
Um 21:28 Uhr wurde das erste stärkere Nachbeben aufgezeichnet. Die Webseite Alomax gibt es zunächst mit mb4.0 an. Daten des Italienischen Erdbebendienstes dazu liegen noch nicht vor.

Update 21:44 Uhr
INGV gibt das Nachbeben mit ML3.5 an.

Update 21:48 Uhr
Weitere Schäden sind inzwischen von den Bürgermeistern der Orte Montecifone und Acquaviva Collecroce bestätigt. In beiden Orten traten Risse in Häusern auf. Zudem sind Wasserleitungen gebrochen. Verletzungen oder größere Schäden werden bisher nicht gemeldet.
Der Katastrophenschutz der Region Molise koordiniert die Situation.

Update 21:58 Uhr
Zwei Personen, jeweils eine aus den Orten Larino und Montecilfone, wurden bei dem Erdbeben durch herabstürzende Trümmer verletzt. Beide erlitten Kopfverletzungen und wurden in Krankenhäuser eingeliefert.

Update 22:28 Uhr
Erneut ein starkes Erdbeben vor wenigen Minuten: Nach ersten Angaben erreichte dieses Magnitude 4.9, war somit schwächer als das erste früher am Abend. Auch in Neapel und rund um Rom wurde dieses neue Beben erneut wahrgenommen.

Update 22:33 Uhr
Sequenzen mehrerer starker Erdbeben binnen kurzer Zeit sind in Italien leider nicht ungewöhnlich. Ein trauriges Beispiel dafür ist die Serie schwerer Erdbeben in Mittelitalien im Jahr 2016. Auch abseits des Apennin sind solche Sequenzen in der Vergangenheit aufgetreten. Dass es nun wieder zu so einer Sequenz kommt, ist natürlich für die Menschen dort besorgniserregend. Die Gefahr, dass noch stärkere Beben folgen, lässt sich dadurch nicht ausschließen.

Update 22:37 Uhr
ML4.5 die Auswertungen des INGV für das zweite Beben am Abend. Ebenfalls neun Kilometer Herdtiefe.

wird fortgesetzt, sobald weitere Infos vorliegen…

Zeugenmeldungen

Piccianello
16.08.2018 ca. 20.20 Uhr.
sind auf dem Sofa beim Fernseh schauen und auf einmal wackelt das Sofa der Ventilator und die Schränke leicht spürbar aber leicht also Tassen sind nicht umgefallen (Intensität II)

Werbung

Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 20:19 Uhr

Magnitude: 5.2

Tiefe: 9 km

Spürbar: ja

Schäden erwartet: ja

Opfer erwartet: unwahrscheinlich

Ursprung: tektonisch

Tsunami-Gefahr: nein

Wenn Ihnen unsere Webseite gefällt, können Sie diese Arbeit mit einer Spende unterstützen. Weitere Infos dazu.

In Regionen wie diesen kann es immer wieder zu schweren Erdbeben kommen. Nicht nur sichere Bauweise kann bei solchen Ereignissen Menschenleben retten, sondern auch richtige Verhaltensweisen. Daher empfehlen wir allen, die eine Reise in eine erdbebengefährdete Region planen, sich zuvor mit den richtigen Verhaltensweisen bei schweren Erdbeben auseinanderzusetzen.

Haben Sie ein Erdbeben gespürt? Falls ja, teilen Sie uns dies bitte über das unten stehende Kontaktformular mit. Bitte geben Sie auch Zeitpunkt (Datum, Uhrzeit), sowie wenn möglich Intensität und mögliche Auswirkungen des Erdbebens (Schäden, etc.) an. Um doppelte Veröffentlichungen zu vermeiden, schicken Sie für jedes Erdbeben bitte maximal eine Meldung ab. Vielen Dank.
Ihre Persönlichen Daten werden nicht veröffentlicht.
Siehe auch: Warum sammeln wir Zeugenmeldungen? und: Wann werden Zeugenmeldungen veröffentlicht??

Ihr Name / Nickname*

Ort / Stadt, wo Sie das Erdbeben gespürt haben*

Ihre E-Mailadresse

Adresse, wo sie das Erdbeben verspürt haben

Intensität, EMS 98 geschätzt*

Beschreiben Sie Ihre Wahrnehmungen so ausführlich wie Sie möchten*

Sonstiges

Hinweis: Mit * markierte Felder müssen ausgefüllt werden

The following two tabs change content below.
Jens ist 24 und studiert seit 2013 an der Ruhr-Uni Bochum Geowissenschaften. 2011 hat er mit einem privaten Erdbebenblog begonnen, aus dem sich später erdbebennews.de entwickelt hat. Er hat journalistische Erfahrungen und interessiert sich seit der Kindheit für Geologie, Meteorologie und Naturkatastophen.

Neueste Artikel von Jens Skapski (alle ansehen)

Werbung

Hinterlasse einen Kommentar

Bitte Anmelden um zu kommentieren
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei