Aktualisiert: Schweres Erdbeben im Norden Venezuelas

Venezuela – An der Küste Venezuelas hat sich am späten Dienstagabend (MESZ) ein schweres Erdbeben ereignet. Nach vorläufigen Angaben des United States Geological Survey (USGS) erreichte dieses Beben Magnitude 7.0. Das Geoforschungszentrum Potsdam gibt zunächst Magnitude 7.1 an. Demnach lag das Epizentrum im Bundesstaat Sucre am Karibischen Meer im äußersten Norden des Landes. Der Erdbebenherd lag in rund 80 Kilometern Tiefe.
Die Erschütterungen waren in weiten Teilen Venezuelas und einiger Nachbarländer (Suriname, Guyana, Brasilien) deutlich bis sehr stark zu spüren. Auch aus Trinidad und Tobago melden Zeugen auf der Webseite des EMSC hohe Intensitäten.
In Sucre und Umgebung sowie auf Trinidad und Tobago muss mit schweren Schäden gerechnet werden.

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Ebenfalls deutlich spürbar war das Beben auf zahlreichen Karibischen Inseln, unter anderem St. Vincent, Grenada, Barbados und St. Lucia. Auch auf dem südamerikanischen Kontinent umfasste das Schüttergebiet aufgrund der moderaten Tiefe des Bebens ein sehr großes Gebiet. Neben den zuvor genannten Ländern unter anderem auch die kolumbianische Hauptstadt Bogota sowie Französisch Guayana.

Update 23:50 Uhr
Das USGS hat das Erdbeben soeben auf Magnitude 7.3 nach oben korrigiert. Die neuen Auswertungen lokalisieren den Erdbebenherd sogar in 123 Kilometern Tiefe. Beben in dieser Tiefe haben meist in der Nähe des Epizentrums eine deutlich geringere Intensität als flachere Beben, jedoch ist die Maximalintensität über ein deutlich größeres Gebiet verteilt. Dies kann hier sehr verbreitet, noch in über 100 Kilometer Entfernung vom Epizentrum, zu schweren Schäden führen.
Tsunami-Gefahr besteht bei solchen Erdbeben nicht.

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Update 23:57 Uhr
Nach einer erneuten Korrektur auf M7.4 hat das Pacific Tsunami Warning Center nun eine Tsunami-Warnung für Venezuela, Grenada und Trinidad und Tobago herausgegeben.

Update 00:06 Uhr
Video aus Trinidad und Tobago zeigt erste Schadensbilder.

Update 00:07 Uhr
Eine manuelle Auswertung des Geoforschungszentrum Potsdam ergibt Magnitude 7.3. Der Erdbebenherd lag in 120 Kilometern Tiefe. Damit bestätigt das GFZ die Angaben des USGS.

Update 00:09 Uhr
Die Risklayer-Shakemap. Größere Schäden demnach in weiten Teilen von Sucre möglich, kleinere Schäden auch in Monagas, Amacuro, Anzaotegui, Nueva Esparta sowie Trinidad und Tobago wahrscheinlich.

Update 00:13 Uhr
Kleinere Schäden auch in der Nähe der Hauptstadt Caracas

Update 00:15 Uhr
Das Video, ebenfalls in der Nähe von Caracas aufgenommen, zeigt die Reaktion der Einwohner. Viele haben aus Angst ihre Häuser verlassen

Update 00:21 Uhr
Das PTWC hat die Tsunami-Warnung wieder aufgehoben.

Update 00:32 Uhr
Der Norden Venezuelas, speziell die Region Sucre, gehört zu den seismisch aktivsten Gebieten der Karibik. Neben zahlreichen oberflächennahen Störungszonen befindet sich unterhalb von Venezuela die abtauchende ozeanische Kruste, die an der Subduktionszone vor dem Antillen-Bogen in den Erdmantel eintaucht. Dieser „Slab“ befindet sich unterhalb von Sucre in rund 100 Kilometern Tiefe. Durch Deformation und geochemische Prozesse bricht diese Gesteinsmasse langsam auseinander, was zu der Entstehung dieser tiefen Erdbeben führt. Mit M7.3 war das heutige Beben eines der stärksten die dort je in dieser Tiefe aufgezeichnet wurden.

Update 00:35 Uhr
Video aus Port of Spain, wo ein Teil einer Kathedrale beim Erdbeben auf ein parkendes Auto gestürzt ist.

Update 01:06 Uhr
Sowohl in Caracas als auch in Bogota (Kolumbien) wurden nach dem Erdbeben zahlreiche Gebäude evakuiert. Meist war die Intensität des Bebens dort nicht sehr hoch, jedoch hat die relativ lange Dauer der Erschütterungen von über 30 Sekunden viele Menschen verängstigt.
Um die Gebäude auf mögliche Schäden untersuchen zu können wurde zudem der Flughafen von Bogota kurzfristig geschlossen.

Update 01:14 Uhr
Ein sich noch im Bau befindender Wolkenkratzer in Caracas ist durch das Beben verkippt.

Update 15:38 Uhr
Ein erstes kräftiges Nachbeben hat sich am Nachmittag ereignet. Nach Angaben des United States Geological Survey hatte dieses Nachbeben Magnitude 5.8. Die Herdtiefe soll mit rund 60 Kilometern diesmal deutlich näher an der Oberfläche gelegen haben. Allerdings sind diese Angaben noch nicht manuell bestätigt.
Erneut waren die Erschütterungen in weiten Teilen Venezueals zu spüren. Auch Trinidad&Tobago ist betroffen. Kleinere Schäden infolge des Nachbebens sind denkbar, größere Auswirkungen aber nicht zu erwarten.

Wird fortgesetzt, sobald weitere Infos vorliegen.

Zeugenmeldungen
Isla de Margarita (Venezuela)
Ich lag am Pool und ein wenig Bewegung war zu spüren. Nichts weiter passiert… (Intensität III)

St. Augustine (Trinidad und Tobago)
eim Essen, Stühle wackeln, kleine Dinge fallen vom Regal, Erde schwankt ziemlich, Auto wackelte vorm haus ziemlich, ca. 2 min (Intensität V)

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Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 23:31 Uhr

Magnitude: 7.3

Tiefe: 123 km

Spürbar: ja

Schäden erwartet: ja

Opfer erwartet: ja

Ursprung: tektonisch

Tsunami-Gefahr: aufgehoben

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In Regionen wie diesen kann es immer wieder zu schweren Erdbeben kommen. Nicht nur sichere Bauweise kann bei solchen Ereignissen Menschenleben retten, sondern auch richtige Verhaltensweisen. Daher empfehlen wir allen, die eine Reise in eine erdbebengefährdete Region planen, sich zuvor mit den richtigen Verhaltensweisen bei schweren Erdbeben auseinanderzusetzen.

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Jens ist 24 und studiert seit 2013 an der Ruhr-Uni Bochum Geowissenschaften. 2011 hat er mit einem privaten Erdbebenblog begonnen, aus dem sich später erdbebennews.de entwickelt hat. Er hat journalistische Erfahrungen und interessiert sich seit der Kindheit für Geologie, Meteorologie und Naturkatastophen.

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