Leichtes Erdbeben in Lastrup

Lastrup – Mehrere Erdbebendienste registrierten am späten Freitagnachmittag ein leichtes Erdbeben südlich von Cloppenburg in Niedersachsen. Das seismologische Observatorium des BVEG detektierte das Ereignis um 17:21 Uhr. Dabei registrierten die Stationen die höchste Schwinggeschwindigkeit mit über 2 mm/s in Essen, 15 km südwestlich von Cloppenburg. Eine Lokalisierung des Epizentrums erfolgte noch nicht.
Der Norwegische Erdbebendienst hat dieses Ereignis ebenfalls erfasst und verortet das Epizentrum nahe Quakenbrück. Eine Magnitude wurde allerdings nicht ermittelt.
Uns liegen keine Wahrnehmungsmeldungen vor, die dieses Ereignis bestätigen würden, allerdings verzeichneten wir in den vergangenen Minuten vermehrt Seitenzugriffe aus dem Raum Vechta, was auf ein spürbares Erdbeben hinduetet. Zunächst ist daher nicht klar, ob es sich tatsächlich um ein Erdbeben handelt, bzw. wo das Epizentrum lag und welche Ursache das mögliche Erdbeben hätte. Die gemessenen Schwinggeschwindigkeit deuten auf jeden Fall auf ein potentiell spürbares Ereignis hin.

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Update 18:23 Uhr
Der BVEG ermittelte für das Erdbeben nun Magnitude 3.0. Demnach lag das Epizentrum in der Nähe von Hemmelte, sieben Kilometer südwestlich von Cloppenburg. Es wird als „Ereignis“ gelistet, was zunächst darauf hindeutet, dass es möglicherweise durch die Erdgasförderung induziert ist. Dies ist jedoch nicht bestätigt. Auch ein natürliches Erdbeben in größerer Tiefe ist möglich, was das bisherige Ausbleiben von Zeugenmeldungen erklärt.

Update 18:28 Uhr
Das Erdbeben wurde nun auf Magnitude 3.3 korrigiert, der Status als möglicherweise induziertes Ereignis entfernt. Es ist damit das stärkste jemals in Lastrup, Cloppenburg und Umgebung registrierte Erdbeben.

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Update 18:36 Uhr
Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) ermittelte Magnitude 3.1 und lokalisiert das Epizentrum ebenfalls in Lastrup. Demnach lag die Herdtiefe bei ca. 5 Kilometern, was auf ein induziertes Erdbeben hindeutet.

Update 18:41 Uhr
Auch das Geoforschungszentrum Potsdam hat nun das Beben ausgewertet. Es ermittelte Magnitude 3.3 und eine Herdtiefe von 6 Kilometern.

Update 20:55 Uhr
Der BVEG listet das Beben erneut als „Ereignis“, somit scheint es wahrscheinlich, dass es mit der Erdgasförderung zusammenhängt, was auch die Herdtiefenlokalisierungen der anderen Erdbebendienste andeuten. Die Magnitude gibt der BVEG nun mit M3.2 an.

wird aktualisiert, sobald weitere Informationen vorliegen

Zeugenmeldungen
Hemmelte
Wahrgenommen am 28.9.18 um 17.21… erst ein tumpfer Knall… dann an gefühltes Wackeln vom ganzen Haus.. war schon sehr spürbar.. meine Frau und ich schauten uns an und sind gleich nach draussen gegangen… (Intensität III)

Kneheim
Ca. 17:30. Sitze gerade am PC, dann ein lauter Knall und das Haus vibriert spürbar. Meine Tochter hat geschrien. Alle sehr aufgeregt. (Intensität IV)

Essen
Wir saßen gerade am Esstisch im Wohnzimmer. Es war ca. 17:30 Uhr da ging ein starkes Grollen durchs Haus, der Holztisch bebte. Es kam in 2 Wellen. Sogar der Stuhl auf dem ich saß vibrierte. Ich bin raus auf die Terrasse. Der Kater lag auf dem Gartenmöbel und war aus dem Schlaf gerissen. Er schaute erschreckt hin und her. Das ganze dauerte nicht lange aber es war heftig. Wir dachten ohne jeden Zweifel an ein Erdbeben. Die Erde unter uns hat eindeutig gebebt. (Intensität IV)

Essen – Hülsenmoor
17.20Uhr 28.09.2018 ruhend in der Wanne. Es war erschreckend, da man nicht wusste was genau es war.
Es war sehr laut, Gegenstände haben Vibriert unsere Regale haben sehr stark gewackelt.
Etwas beängstigend. (Intensität IV)

Essen
28.09.18 gegen 17:22 Uhr. Lautes grummeln und anschließen schwamm der Tisch für 3/4 Sekunden hin und her. (Intensität III)

Cappeln – Sevelten
Wir befanden uns im Untergeschoss unseres Wohnhauses und bemerkten ein dumpfes Geräusch, ähnlich einem etwas entfernten Donnern. Die Fensterscheiben vibrierten leicht. Ein weiterer “Donner“ folgte. (Intensität III)

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Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 17:21 Uhr

Magnitude: 3.3

Tiefe:

Spürbar: ja

Schäden erwartet: nein

Opfer erwartet: nein

Ursprung:

Tsunami-Gefahr: nein

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Jens ist 24 und studiert seit 2013 an der Ruhr-Uni Bochum Geowissenschaften. 2011 hat er mit einem privaten Erdbebenblog begonnen, aus dem sich später erdbebennews.de entwickelt hat. Er hat journalistische Erfahrungen und interessiert sich seit der Kindheit für Geologie, Meteorologie und Naturkatastophen.
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