Hunderte Tote nach Erdbeben und Tsunami auf Sulawesi

Ein schweres Erdbeben mit Magnitude 7.5 hat am Freitag den Norden der Indonesischen Insel Sulawesi erschüttert. Das Beben ereignete sich in geringer Tiefe und führte rund um Palu, einer Stadt mit 350.000 Einwohnern zu großen Verwüstungen. Wenige Stunden zuvor hat bereits ein Vorbeben mit Magnitude 6.0 Schäden und Opfer hinterlassen.
Das Hauptbeben löste einen Erdrutsch aus, der wiederum einen Tsunami generierte.
Hunderte Menschen sind nach ersten offiziellen Meldungen ums Leben gekommen.

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Update 29. September, 10:44 Uhr
In den vergangenen Stunden haben die Such- und Rettungskräfte, die vor allem rund um Palu um Einsatz sind, ein Bild der Zerstörung vorgefunden. Erdbeben und Tsunami haben ganze Stadtteile verwüstet. Es ist die Rede von zahlreichen Leichen, die in Palu zwischen den Trümmern liegen.
Der Katastrophenschutz hat am frühen Morgen die Opferzahl in Palu mit 384 angegeben. Zudem werden in Krankenhäusern mindestens 540 Schwerverletzte behandelt.
Diese Opferzahl wird weiter steigen, da noch viele Menschen vermisst und weitere Leichen gefunden werden.
Aus den vielen anderen kleineren Kommunen sind zur Zeit weniger Infos bekannt. Auch dort habe es schwere Verwüstungen gegeben.
Wie viele Menschen insgesamt betroffen sind, lässt sich noch nicht abschätzen.
Behörden teilten inzwischen mit, dass der Tsunami keine direkte Folge des Erdbebens gewesen ist, sondern wahrscheinlich von im Meer abrutschenden Sedimentmassen im Mündungsbereich des Palu-Flusses ausgelöst worden ist. Dies sei aufgrund der sehr lokalen Ausmaße beschränkt auf den Großraum Palu anzunehmen. Der Erdrutsch selbst sei aber durch eines der Erdbeben ausgelöst worden.

Diese Simulation zeigt den Tsunami ausgehend von einem untermeerischen Erdrutsch. Erkennbar, dass Palu aufgrund der Lage am Ende des Mündungsästuars am schlimmsten betroffen ist, was sich mit Beobachtungen deckt.

Folgende Karte zeigt die Nachbebenaktivität (rote und gelbe Kreise = Erdbeben ab ca. Magnitude 5) sowie die ungefähre Ausdehnung der Bruchzone des Hauptbebens (roter Balken).

Auffällig ist, dass die Nachbebenaktivität relativ gering ist. Stattdessen finden ungewöhnlich viele Erdbeben weiter im Süden der Palu Störungszone statt, aber auch abseits davon. Möglicherweise deutet dies darauf hin, dass auch dort (aseismischer) Versatz aufgetreten ist, der zu den dortigen Nachbeben führt.



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Update 28. September,  12:07 Uhr
Ein wesentlich größeres Erdbeben als die Beben am Morgen hat sich um 12:02 Uhr ereignet. Nach vorläufigen USGS-Angaben erreichte dieses Beben Magnitude 7.7. Das Geoforschungszentrum Potsdam gibt Magnitude 7.6 an. Diese sehr hohe Magnitude deutet darauf hin, dass es großer Teil der Palu Störung bei diesem Beben aktiv gewesen sind, möglicherweise das Segment, dass das Beben am Morgen mit den Beben vor einigen Tagen verbindet. Demnach wäre auch Palu selbst schwer vom Beben betroffen. Genaue Auswertungen, die den Verlauf der Störung zeigen, liegen noch nicht vor.

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Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 12:02 Uhr

Magnitude: 7.5

Tiefe:

Spürbar: ja

Schäden erwartet: ja

Opfer erwartet: ja

Ursprung: tektonisch

Tsunami-Gefahr: aufgehoben

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In Regionen wie diesen kann es immer wieder zu schweren Erdbeben kommen. Nicht nur sichere Bauweise kann bei solchen Ereignissen Menschenleben retten, sondern auch richtige Verhaltensweisen. Daher empfehlen wir allen, die eine Reise in eine erdbebengefährdete Region planen, sich zuvor mit den richtigen Verhaltensweisen bei schweren Erdbeben auseinanderzusetzen.

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Ursprünglicher Text

Indonesien – Im Norden der indonesischen Insel Sulawesi hat sich am Freitag ein starkes Erdbeben ereignet. Das Epizentrum des Bebens lag nahe der Stadt Palu, wo bereits in den vergangenen Tagen mehrere kleinere Erdbeben aufgezeichnet worden sind.
Nach ersten Angaben des Geoforschungszentrum Potsdam erreichte das heutige Erdbeben Magnitude 5.7. Der indonesische Erdbebendienst ermittelte zunächst Magnitude 5.9. Das Epizentrum lag demnach rund 50 Kilometer nördlich von Palu am Südende der Minahasa-Halbinsel.
Das Erdbeben geht auf die Palu-Koro Störung zurück, eine große Blattverschiebung, die quer durch Sulawesi verläuft. Entsprechend lag der Erdbebenherd nur in geringer Tiefe. In Dörfern rund um das Epizentrum ist daher mit teils größeren Schäden zu rechnen.

Am 21. und 22. September traten südwestlich von Palu, ebenfalls an der Palu-Koro Störung, zwei moderate Beben mit Magnitude 4.7 und 4.8 sowie einige kleinere Nachbeben auf, die in der Region deutlich zu spüren waren, allerdings keine Schäden verursacht haben.

Update 09:37 Uhr
Das Geoforschungszentrum hat nach manueller Auswertung das Erdbeben auf Magnitude (Mw) 6.0 korrigiert. Der Erdbebenherd lag demnach in 12 Kilometern Tiefe.

Update 11:12 Uhr
Es gibt erste Meldungen über Gebäudeschäden aus der Epizentralregion. Nach Angaben des Katastrophenschutztes BNPB stürzte mindestens ein Gebäude ein. Weitere Wohnhäuser seien beschädigt worden. Die Zählung der Schäden sei im Gange. Meldungen über Verletzte oder Todesopfer liegen bislang nicht vor.

Update 11:30 Uhr
Infolge des Erdbebens seien zahlreiche Gebäude schwer beschädigt worden. Mindestens ein Mensch soll ums Leben gekommen sein, zehn weitere wurden verletzt.

Update 11:42 Uhr
Viele Bewohner des betroffenen Gebietes mussten ihre Häuser verlassen. BNPB koordiniert zur Zeit die Evakuierungen. Viele Nachbeben, mehrere davon in der Größenordnung von Magnitude fünf, sind in den ersten Stunden aufgetreten. Diese waren teilweise stark zu spüren und könnten zu neuen Schäden führen.

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Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 28. September, 09:00 Uhr

Magnitude: 6.0

Tiefe: 12 km

Spürbar: ja

Schäden erwartet: ja

Opfer erwartet: ja

Ursprung: tektonisch

Tsunami-Gefahr: nein

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Jens ist 24 und studiert seit 2013 an der Ruhr-Uni Bochum Geowissenschaften. 2011 hat er mit einem privaten Erdbebenblog begonnen, aus dem sich später erdbebennews.de entwickelt hat. Er hat journalistische Erfahrungen und interessiert sich seit der Kindheit für Geologie, Meteorologie und Naturkatastophen.

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