Starkes Erdbeben erschüttert Neuseeland

Neuseeland – Ausgehend von der Nordinsel hat ein starkes Erdbeben in der Nacht zu Dienstag (MEZ) weite Teile von Neuseeland erschüttert. Nach Angaben des Erdbebendienstes GeoNet lag das Epizentrum des Erdbebens im Westen der Nordinsel, etwa 260 Kilometer nördlich der Hauptstadt Wellington. Das Erdbeben erreichte demnach Magnitude 6.2 und war eines der stärksten der vergangenen Jahre in Neuseeland. Die Herdtiefe des Bebens lag bei über 200 Kilometern. Damit gehört es zu den tiefsten in Neuseeland registrierten Erdbeben.
Entsprechend waren die Erschütterungen sehr weitreichend zu spüren. In Wellington waren die Bewegungen so stark, dass mehrere Gebäude, darunter das Parlament, kurzzeitig evakuiert wurden. Zudem kam es zu Verspätungen im Nahverkehr. Auch in anderen Städten der Nordinsel, besonders an der Ostküste, berichten viele Menschen von starken, lang anhaltenden Erschütterungen.
Meldungen über größere Schäden infolge des Erdbebens sind bis zum Morgen nicht bekannt geworden. Behörden führen allerdings noch Kontrollen durch.
Auckland, im Norden der Nordinsel, wo sich zur Zeit des Erdbebens das britische Prinzenpaar Meghan und Harry aufgehalten haben, war vom Erdbeben nicht betroffen. Nur wenige Menschen dort berichteten GeoNet von schwachen Erschütterungen.

Werbung

Auch auf der Südinsel waren die Auswirkungen des Erdbebens zu spüren. Besonders deutlich war dies unter anderem im 550 km vom Epizentrum entfernten Christchurch, wo besonders in den mehrgeschossigen Bürogebäuden Menschen kurzzeitig ihre Arbeitsplätze verließen. Auch hier gibt es keine Meldungen über Schäden.

Vor der Ostküste der Nordinsel subduziert die Pazifische Platte unter die Australische. Dabei taucht die kalte Erdkruste weit unter die Nordinsel in den Erdmantel ein, wo sie nach und nach zerfällt. Dies führt zu den tiefen Erdbeben unter der Nordinsel, die bis in über 200 Kilometer Tiefe beobachtet wurden. Solch tiefe Erdbeben sind in einem großen Radius zu spüren. Zudem neigen die Beben dazu, entlang der abtauchenden Platte und damit an der Ostküste Neuseelands die höchsten Intensitäten zu verursachen. Entsprechend sind Wellington und andere Städte an der Ostküste am meisten von tiefen Erdbeben betroffen. Da die seismischen Wellen bei der Ausbreitung durch Mantel und Kruste aber stark an Energie verlieren, führen tiefe Erdbeben in der Regel nicht zu größeren Schäden.

Werbung
Werbung

Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 30. Oktober, 03:13 Uhr MEZ

Magnitude: 6.2

Tiefe: 207 km

Spürbar: ja

Schäden erwartet: nein

Opfer erwartet: nein

Ursprung: tektonisch

Tsunami-Gefahr: nein

Wenn Ihnen unsere Webseite gefällt, können Sie diese Arbeit mit einer Spende unterstützen. Weitere Infos dazu.

In Regionen wie diesen kann es immer wieder zu schweren Erdbeben kommen. Nicht nur sichere Bauweise kann bei solchen Ereignissen Menschenleben retten, sondern auch richtige Verhaltensweisen. Daher empfehlen wir allen, die eine Reise in eine erdbebengefährdete Region planen, sich zuvor mit den richtigen Verhaltensweisen bei schweren Erdbeben auseinanderzusetzen.

Haben Sie ein Erdbeben gespürt? Falls ja, teilen Sie uns dies bitte über das unten stehende Kontaktformular mit. Bitte geben Sie auch Zeitpunkt (Datum, Uhrzeit), sowie wenn möglich Intensität und mögliche Auswirkungen des Erdbebens (Schäden, etc.) an. Um doppelte Veröffentlichungen zu vermeiden, schicken Sie für jedes Erdbeben bitte maximal eine Meldung ab. Vielen Dank.
Ihre Persönlichen Daten werden nicht veröffentlicht.
Siehe auch: Warum sammeln wir Zeugenmeldungen? und: Wann werden Zeugenmeldungen veröffentlicht??

Ihr Name / Nickname*

Ort / Stadt, wo Sie das Erdbeben gespürt haben*

Ihre E-Mailadresse

Adresse, wo sie das Erdbeben verspürt haben

Intensität, EMS 98 geschätzt*

Beschreiben Sie Ihre Wahrnehmungen so ausführlich wie Sie möchten*

Sonstiges

Hinweis: Mit * markierte Felder müssen ausgefüllt werden

The following two tabs change content below.
Jens ist 24 und studiert seit 2013 an der Ruhr-Uni Bochum Geowissenschaften. 2011 hat er mit einem privaten Erdbebenblog begonnen, aus dem sich später erdbebennews.de entwickelt hat. Er hat journalistische Erfahrungen und interessiert sich seit der Kindheit für Geologie, Meteorologie und Naturkatastophen.

Neueste Artikel von Jens Skapski (alle ansehen)

Werbung

Hinterlasse einen Kommentar

Bitte Anmelden um zu kommentieren
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei