Vulkan Ambrym: Massiver Erdbebenschwarm erschüttert Vanuatu

Vanuatu – Vulkanische Aktivität auf der vanuatuischen Insel Ambrym hat seit Samstag zu einer erheblichen Erdbebenaktivität geführt. Das United States Geological Survey (USGS) registrierte seit Samstagvormittag (mitteleuropäische Zeit) neun Erdbeben über Magnitude 4.8 im Süden der Vulkaninsel. Die beiden stärksten dieser Beben am Samstagnachmittag, bzw. Sonntagvormittag erreichten demnach Magnitude 5.6, bzw. 5.5. Die Behörden von Vanuatu registrierten allein am Sonntag mehrere Dutzend Erdbeben über Magnitude 3, deren Hypozentren in geringer Tiefe (ca. 5 bis 7 km) unterhalb der Südküste Ambryms liegen.
Viele der Erdbeben waren auf Ambrym stark zu spüren, möglicherweise mit hoher Intensität, was gerade an der Südküste zu größeren Schäden führen kann. Entsprechende Meldungen dazu liegen allerdings zur Zeit nicht vor. Viele der Dörfer auf Ambrym sind relativ abgelegen.

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Video der Spalteneruption am Samstag

Diese massive seismische Aktivität geht einher mit einer vulkanischen Eruption innerhalb der Gipfelcaldeda, die am Samstag eingesetzt hat. Der Geologische Dienst Vanuatus meldet, dass es sich im eine kleine Spalteneruption handelt, von der ein Lavastrom ausgeht. Siedlungen sind davon nicht direkt betroffen. Rund um das Eruptionszentrum besteht eine Gefahrenzone mit vier Kilometern Radius. Auch außerhalb dieser Sperrzone bestehe eine gewisse Gefahr durch vulkanische Gase und Aschewolken, die durch den Wind nach Nordosten getragen werden. Die Alarmstufe des Vulkans steht auf III.

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Zugrichtung der vulkanischen Gase

Unterhalb des Vulkans kommt es infolge der Eruption zu starken Bodendeformationen. Dabei sackt das Gestein oberhalb der sich leerenden Magmakammer ein. Dies führt trotz der vergleichsweise kleinen Eruption zu starken Spannungsänderungen im Gestein, wodurch vorhandene Störungszonen reaktiviert werden und Erdbeben entstehen. Zuvor hatten sich Teile der Insel seit November um über einen Meter gehoben, als sich die Magmakammer füllte.
Während der Dauer der Eruption muss somit mit weiteren starken Erdbeben gerechnet werden.


Satellitenmessungen zeigen massive Bodendeformationen seit November, die der Eruption vorausgingen. 

Ambrym ist einer der aktivsten Vulkane der Welt. Kleinere, meist ungefährliche Eruptionen treten teils mehrmals im Jahr auf. Der Großteil der Inselbevölkerung lebt an den Küsten, abseits der aktiven Krater innerhalb der Gipfelcaldera.

Update 18. Dezember, 10:35 Uhr
Wie RadioNZ berichtet hat die noch immer andauernde Serie von Erdbeben auf der Vulkaninsel zu teils massiven Schäden geführt. Demnach seien durch die andauernden, starken Erschütterungen einige Gebäude im Süden Ambryms eingestürzt. Viele Häuser trugen Risse davon. Einige Familien mussten evakuiert werden, viele weitere haben ihre Häuser aus Angst vor weiteren Erdbeben freiwillig verlassen.

In den letzten Tagen dauerten die Erdbeben an. Das United States Geological Survey registrierte seit Beginn der Aktivität insgesamt 18 Erdbeben, eines davon am 18. Dezember (M5.0), drei am 17. Dezember.

Lage des Epizentrums


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Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): seit 15. Dezember

Magnitude: bis 5.6

Tiefe: ca. 5 km

Spürbar: ja

Schäden erwartet: ja

Opfer erwartet: unwahrscheinlich

Ursprung: vulkanisch

Tsunami-Gefahr: nein

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Jens ist 25 und studierte von 2013 bis 2019 an der Ruhr-Universität Bochum, zunächst Geowissenschaften (B.Sc. Abschluss) und später mit Spezialisierung auf Erdbebenphysik und -gefährdung. Seit Juni 2019 lebt er in Karlsruhe und arbeitet im Bereich Katastrophenforschung.

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