Starkes Erdbeben auf Hokkaido

Japan – Auf der nördlichen japanischen Hauptinsel Hokkaido hat sich am Donnerstag ein starkes Erdbeben ereignet. Wie japanische Behörden registrierten, lag das Epizentrum des Erdbeben im Süden von Hokkaido nahe der Großstadt Sapporo. Es erreichte demnach Magnitude 5.5.
Die japanische Meteorologiebehörde (JMA) registrierte mit Intensität 6- in der Nähe des Epizentrums den dritthöchsten Wert auf der Shindo-Skala. In Sapporo war das Erdbeben mit maximal Intensität 5 zu spüren.
Bereits im September 2018 hatte ein schweres Erdbeben die Region um Sapporo erschüttert. Mit Magnitude 6.7 erreichte dieses Beben den höchsten Wert 7 auf der Shindo-Skala und verursachte rund um das Epizentrum teils massive Schäden und Erdrutsche, wobei mindestens 41 Menschen ums Leben gekommen sind.
Aufgrund der hohen Intensität des heutigen Bebens ist erneut mit teils größeren Schäden zu rechnen. Auch neue Erdrutsche sind möglich. Da sowohl Herdtiefe als auch Herdmechanismus beider Erdbeben sehr ähnlich sind, handelt es sich beim heutigen Beben vermutlich um ein Nachbeben von 2018.

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Update 22. Februar
Mindestens fünf Menschen wurden infolge des Erdbebens leicht verletzt. Größere Gebäudeschäden sind nicht aufgetreten. An mehreren Orten kam es zu Wasserrohrbrüchen, wodurch einige Haushalte kurzzeitig von der Wasserversorgung abgeschnitten waren. Zudem wurden im mehrere Lawinenabgänge gemeldet, wovon aber keine Menschen betroffen waren.

Die Intensität von Erdbeben in Japan wird mit der Shindo-Skala beschrieben und basiert auf der gemessenen Bodenbeschleunigung. Die Skala reicht von 1 bis 7 mit Untergliederung in „Upper“ (+) und „Lower“ (-) der Werte 5 und 6. In der Regel kann ab einem Wert von 5- mit ersten kleineren Schäden an Gebäuden gerechnet werden. Größere Schäden treten ab 6- auf. Der höchste Wert 7 auf der Skala beschreibt meist schwere Zerstörungen und wurde in den vergangenen Jahren nur drei Mal erreicht: Beim Tohoku-Erdbeben (M9.1) 2011, beim Kumamoto-Erdbeben (M7.3) 2016 und beim Hokkaido-Erdbeben 2018.

Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 21. Februar, 13:23 Uhr (21:23 Uhr Ortszeit)

Magnitude: 5.5

Tiefe: 25 km

Spürbar: ja

Schäden erwartet: ja

Opfer erwartet: nein

Ursprung: tektonisch

Tsunami-Gefahr: nein

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Jens Skapski

Data Analyst bei Risklayer
Jens ist 25 Jahre alt und studierte von 2013 bis 2019 an der Ruhr-Universität Bochum, zunächst Geowissenschaften (B.Sc. Abschluss) und später mit Spezialisierung auf Erdbebenphysik und -gefährdung. Seit Sommer 2019 arbeitet er als Data Analyst in Karlsruhe.

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