Dutzende Schadensmeldungen nach Erdbeben in Groningen

Niederlande – Erneut hat in der niederländischen Provinz Groningen am Pfingstsonntag die Erde gebebt. Das Erdbeben ereignete sich um 7 Uhr am Morgen und hatte sein Epizentrum nahe des Ortes Loppersum. Nach Angaben der Königlichen Niederländischen Meteorologiebehörde (KNMI) erreichte das Erdbeben Magnitude 2.5. Damit war es zwar deutlich schwächer als das Erdbeben (M3.4) vor einigen Wochen, war aber trotzdem im Umfeld des Epizentrums deutlich zu spüren und riss viele Menschen aus dem Schlaf. Auch neue Gebäudeschäden waren die Folge: Bis zum Nachmittag seien insgesamt 42 Schadensmeldungen bei den zuständigen Behörden eingegangen. Ob tatsächlich ein Zusammenhang mit dem Erdbeben besteht, müsse in einigen Fällen noch verifiziert werden.

Anzeige

Zuletzt erschütterte am 22. Mai ein Beben der Stärke 3.4 die Region. Es war das stärkste Erdbeben seit mehreren Jahren in Groningen und führte zu rund 4400 Schadensfällen. Es war damit zu diesem Zeitpunkt das Erdbeben mit den fünft-meisten Schäden weltweit im bisherigen Jahr 2019.

Erdbeben in Groningen sind eine Folge der dortigen Erdgasförderung. In den vergangenen Jahren wurden mehrere teils moderate Erdbeben verzeichnet, die tausende Gebäude leicht beschädigten. Besonders betroffen ist die Region östlich von Groningen. Als Konsequenz wurde im Jahr 2015 eine Reduzierung der Fördermenge veranlasst, die 2016 stufenweise verschärft wird. Die letzte Reduzierung fand im Oktober 2017 statt. Seit dem ist die Erdbebenaktivität rückläufig. Spürbare Erdbeben treten dennoch gelegentlich auf. Bis zum Jahr 2030 soll aufgrund der andauernden Erdbeben die Gasförderung komplett eingestellt werden. Nach dem neuen Erdbeben Ende Mai 2019 steht zudem ein früherer Termin zur Diskussion.

Anzeige

Update 10. Juni
Nach dem Erdbeben in der niederländischen Provinz Groningen (M2.5) am Sonntag ist die Zahl der Schadensmeldungen auf mindestens 127 gestiegen. Von Seiten der Behörden bestehen aber Zweifel, dass tatsächlich alle gemeldeten Schäden mit dem Erdbeben zusammenhängen.

Ebenso wie nach dem Erdbeben (M3.4) am 22. Mai, wo inzwischen über 4800 Schadensfälle reklamiert wurden und noch immer täglich neue Meldungen hinzukommen.
Die Zahl der Schäden ist somit zunächst kritisch zu betrachten, vor allem da Ausmaß der Schäden und Magnituden der Erdbeben nicht zusammenpassen.
Lage des Epizentrums


Größere Karte anzeigen FAQ: Wie entstehen Erdbeben? Wann sind Erdbeben gefährlich? Wie kann ich mich schützen? Was sind Störungen, was sind Platten? Wichtige Begriffe erklärt

Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 9. Juni 2019, 7 Uhr

Magnitude: 2.5

Tiefe: 3 km

Spürbar: ja

Schäden erwartet: ja

Opfer erwartet: nein

Ursprung: induziert (Erdgasförderung)

Tsunami-Gefahr: nein

Wenn Ihnen unsere Webseite gefällt, können Sie diese Arbeit mit einer Spende unterstützen. Weitere Infos dazu.

Quellen (Erdbebendienste) zu allen Erdbebendaten

Quellen zu Erdbebenschäden sind in der jeweiligen "Earthquake Impact Database" aufgeführt.

Haben Sie ein Erdbeben gespürt? Falls ja, teilen Sie uns dies bitte über das unten stehende Kontaktformular mit. Bitte geben Sie auch Zeitpunkt (Datum, Uhrzeit) und wenn möglich Intensität und Auswirkungen des Erdbebens (Schäden, bewegte Objekte etc.) an. Um Doppelzählungen zu vermeiden, schicken Sie für jedes Erdbeben bitte maximal eine Meldung ab. Vielen Dank.
Ihre persönlichen Daten werden nicht veröffentlicht.
Siehe auch: Warum sammeln wir Zeugenmeldungen? und: Wann werden Zeugenmeldungen veröffentlicht??

Ihr Name / Pseudonym*

Ort / Stadt, wo Sie das Erdbeben verspürt haben*

Ihre E-Mailadresse

Adresse, wo Sie das Erdbeben verspürt haben

Intensität, EMS 98 geschätzt*

Beschreiben Sie Ihre Wahrnehmungen so ausführlich, wie Sie möchten*

Hinweis: Mit * markierte Felder müssen ausgefüllt werden

0 0 vote
Article Rating
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments