Neue Erdbeben in Palghar fordern Todesopfer

Indien – Seit Ende 2018 wird die Region Palghar im Indischen Bundesstaat immer wieder von leichten Erdbeben erschüttert, die bisher bereits zu zahlreichen Schäden geführt haben. Einige Dörfer wurden aufgrund der anhaltenden Beben evakuiert und die meisten Bewohner in Notunterkünfte umgesiedelt. Mindestens sieben neue Erdbeben haben die Bewohner in der Nacht zum Donnerstag (25. Juli) erschreckt. Das stärkste dieser Beben erreichte nach korrigierten Angaben der Indischen Meteorologiebehörde Magnitude 3.8. Zuvor war es mit Magnitude 4.8 angegeben worden. Weiterhin wurden Beben der Stärke 3.6 und 2.8 aufgezeichnet. Schwächere Beben, registriert ab Magnitude 1.9, setzten bereits drei Stunden vor dem Hauptbeben der aktuellen Sequenz ein. Da die Beben sich aber in sehr geringer Herdtiefe von nur zwei bis drei Kilometern ereignen, sind sie trotz niedriger Magnitude stark zu spüren und können entsprechend auch Schäden verursachen. Das Hauptbeben war unter anderem noch im Umfeld der Millionenstadt Mumbai zu spüren.

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Mindestens eine Person soll bei den Erdbeben vergangene Nacht ums Leben gekommen sein, als eine Hauswand einstürzte und die 55-jährige Frau tödlich verletzte. Weitere Meldungen über Opfer liegen nicht vor. Allerdings soll es zu zahlreichen Gebäudeschäden gekommen sein, die von den Behörden am Donnerstag untersucht werden.
Aufgrund starker Regenfälle haben viele Menschen in den vergangenen Tagen die Notunterkünfte verlassen und sind in ihre Häuser zurückgekehrt. Zudem verursachten die Wetterbedingungen in einigen Dörfern Stromausfälle.

Besonders entlang der Indischen Westküste kommt es immer wieder zu schwachen Erdbebenschwärmen, die teilweise über Monate anhalten können. In den meisten Fällen sind die Erdbeben aber nicht stark genug, um signifikante Schäden zu verursachen. Der Schwarm im Palghar-Distrikt wird dadurch gefährlich, dass die Erdbeben (auch auf die gesamte Region bezogen) relativ stark sind, sich in unterdurchschnittlich geringer Herdtiefe ereignen und zudem eine dicht besiedelte, aber ländlich geprägte Region betreffen. Beim bisher stärksten Beben am 1. Februar (M4.0) kam ebenfalls eine Person ums Leben. Rund 1400 Gebäude wurden beschädigt.

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Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 24. Juli, 21:33 Uhr

Magnitude: 3.8

Tiefe: 3 km

Spürbar: ja

Schäden erwartet: ja

Opfer erwartet: ja

Ursprung: tektonisch

Tsunami-Gefahr: nein

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In Regionen wie diesen kann es immer wieder zu schweren Erdbeben kommen. Nicht nur sichere Bauweise kann bei solchen Ereignissen Menschenleben retten, sondern auch richtige Verhaltensweisen. Daher empfehlen wir allen, die eine Reise in eine erdbebengefährdete Region planen, sich zuvor mit den richtigen Verhaltensweisen bei schweren Erdbeben auseinanderzusetzen.

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Jens ist 25 Jahre alt und studierte von 2013 bis 2019 an der Ruhr-Universität Bochum, zunächst Geowissenschaften (B.Sc. Abschluss) und später mit Spezialisierung auf Erdbebenphysik und -gefährdung. Seit Juni 2019 lebt er in Karlsruhe und arbeitet im Bereich Katastrophenforschung.

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