Schäden und Verletzte: Starkes Erdbeben im Westen der Türkei

Türkei – Ein starkes Erdbeben hat am Donnerstag den Westen der Türkei getroffen. Nach vorläufigen Angaben des Kandilli-Instituts erreichte das Erdbeben Magnitude 6.0. Das Epizentrum des Erdbebens lag rund 50 Kilometer nordöstlich der Stadt Denizli in der gleichnamigen Provinz. Die Herdtiefe lag bei rund 10 Kilometern, wurde aber noch nicht genau lokalisiert.
In weiten Teilen der westlichen Türkei waren die Erschütterungen deutlich bis stark zu spüren. Betroffen vom Erdbeben sind unter anderem die Millionenstädte Izmir, Istanbul und Antalya. Auch auf zahlreichen griechischen Inseln der Ägäis wurden noch schwache Erschütterungen vernommen, unter anderem auf Rhodos und Kos.
In der Epizentralregion sind schwere Schäden infolge des Erdbebens zu erwarten. Dort befinden sich zahlreiche kleine Dörfer, in denen die meisten Gebäude nicht erdbebensicher gebaut sind

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Einige Minuten vor dem Erdbeben kam es bereits zu einem Vorbeben der Stärke 4.2, das auch in Denizli verspürt wurde.

Bereits im März hat ein Erdbeben der Stärke 5.7 die Region Denizli erschüttert. Das Epizentrum damals lag einige vom heutigen Beben entfernt. Ein Zusammenhang zwischen beiden Erdbeben ist daher wahrscheinlich. Beim Erdbeben im März wurden hunderte Gebäude beschädigt und mindestens 22 Menschen verletzt.

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Update 13:45 Uhr
Vorläufige Auswertungen verschiedener Institute ermittelten für das heutige Erdbeben eine Magnitude (Mw) zwischen 5.8 und 6.1. Damit war es auf jeden Fall stärker als das Erdbeben im März. Das Kandilli-Observatorium gibt zwischenzeitlich eine Lokalmagnitude (ML) von 6.5 an. Dieser Wert bedarf jedoch noch einer manuellen Überprüfung. Türkische Behörden ermittelten zudem Mw6.0 und eine Herdtiefe von 7 Kilometern.

Update 13:51 Uhr
Die manuelle Überprüfung durch das Kandilli-Observatorium ergab ML5.6 und Mw5.7 für das heutige Erdbeben.

Update 15:32 Uhr
Behörden von Denizli führten eine erste Schadensuntersuchung im betroffenen Gebiet durch. Demnach wurden in den am meisten betroffenen Dörfern Bozkurt und Batlan mindestens 5 Menschen verletzt. Rund 100 Gebäude wurden teilweise schwer beschädigt. Einige stürzten ein. Die Zahl der auf Notunterkünfte angewiesenen Personen wird zunächst auf rund 750 geschätzt. In den kommenden Stunden werden Rettungskräfte die Situation weiter bewerten und Informationen über den Zustand der Gebäude sammeln. Frühe Gerüchte, wonach Menschen unter den Trümmern eingestürzter Gebäude eingeschlossen seien, bestätigten sich bisher nicht.

Wird aktualisiert, sobald weitere Infos vorliegen…

Lage des Epizentrums


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Zeugenmeldungen
Antalya
13.30 ca., sitze in 8stöckigem Gebäude ganz oben und es hat geschaukelt. Habe dann unseren Wassertank kontrolliert und da schaukelte das Wasser noch deutlich hin- und her.
5 km weiter von hier in Richtung Innenstadt muss es deutlicher gewackelt haben, dort schaukelten wohl auch die Deckenlampen deutlich hin- und her. (Intensität III)

Antalya
14:30 Uhr, 5ter Stock Einfamilienhaus, Wohnzimmer, hier oben hat alles leicht geschwankt (Intensität III)

Belek
Ich lag im Bett und plötzlich wackelte es (Intensität II)

Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 8. August, 13:25 Uhr

Magnitude: 6.0

Tiefe: 7 km

Spürbar: ja

Schäden erwartet: ja

Opfer erwartet: ja

Ursprung: tektonisch

Tsunami-Gefahr: nein

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In Regionen wie diesen kann es immer wieder zu schweren Erdbeben kommen. Nicht nur sichere Bauweise kann bei solchen Ereignissen Menschenleben retten, sondern auch richtige Verhaltensweisen. Daher empfehlen wir allen, die eine Reise in eine erdbebengefährdete Region planen, sich zuvor mit den richtigen Verhaltensweisen bei schweren Erdbeben auseinanderzusetzen.

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Jens ist 25 Jahre alt und studierte von 2013 bis 2019 an der Ruhr-Universität Bochum, zunächst Geowissenschaften (B.Sc. Abschluss) und später mit Spezialisierung auf Erdbebenphysik und -gefährdung. Seit Juni 2019 lebt er in Karlsruhe und arbeitet im Bereich Katastrophenforschung.

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