Erdbebenserie erschüttert Bali

Indonesien – Eine Erdbebenserie hat am Donnerstag die indonesische Insel Bali erschüttert. Mindestens sechs spürbare Erdbeben registrierte die indonesische Geophysikbehörde BMKG innerhalb weniger Minuten. Demnach erreichten die Erdbeben nach vorläufigen Auswertungen Magnitude 2.8 bis 5.0. Die Epizentren der Erdbeben lagen im Nordwesten der Insel und gehen auf eine lokale Störungszone in geringer Tiefe zurück. Entsprechend war besonders das bisherige Hauptbeben in der Epizentralregion stark zu spüren. Auch die Inselhauptstadt Denpasar, wo neben dem Hauptbeben auch drei weitere Erschütterungen (M4.1 bis 4.4) wahrgenommen wurden, war betroffen. Dort erreichten die Beben jedoch nur geringe Intensitäten.
In der Epizentralregion muss aufgrund der Beben mit einigen Schäden gerechnet werden. Tsuanmigefahr besteht nicht. Es ist wahrscheinlich, dass sich die Erdbebenserie in den kommenden Stunden fortsetzt.

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Erste Auswertungen des Herdmechanismus zeigen, dass die Erdbeben auf eine Überschiebung mit Strike-Slipkomponente zurückgeht. Somit ist möglicherweise der westlichste Abschnitt der Flores Back Arc Thrust Fault Zone ursächlich für die Aktivität. Dieselbe Störung verursachte auch die zerstörerische Lombok-Erdbebensequenz im Jahr 2018. Es ist daher denkbar, dass die aktuelle Aktivität eine Spätfolge der Lombok-Sequenz sein kann.

Update 15. November:
In mehreren Dörfern entlang der Nordküste Balis kam es zu Gebäudeschäden. Meldungen über Verletzte oder Todesopfer gibt es nicht. Vom Beben betroffen sind vor allem Wohnhäuser und Geschäftsgebäude.
Rund 50 Familien, die aufgrund von Gerüchten eines bevorstehenden Tsunamis ihre Häuser evakuiert hatten, kehrten inzwischen wieder zurück.

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Die Erdbebenserie dauerte mit mehreren kleineren Erdbeben auch noch am Donnerstagnachmittag an. Inzwischen ist die Aktivität aber stark rückläufig. Dennoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass es zu weiteren Beben kommt.

wird aktualisiert, sobald weitere Infos vorliegen…

Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 14. November

Magnitude: bis 5.0

Tiefe: ca 10 km

Spürbar: ja

Schäden erwartet: ja

Opfer erwartet: nein

Ursprung: tektonisch

Tsunami-Gefahr: nein

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Jens Skapski

Data Analyst bei Risklayer
Jens ist 25 Jahre alt und studierte von 2013 bis 2019 an der Ruhr-Universität Bochum, zunächst Geowissenschaften (B.Sc. Abschluss) und später mit Spezialisierung auf Erdbebenphysik und -gefährdung. Seit Sommer 2019 arbeitet er als Data Analyst in Karlsruhe.

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