Mehrere Tote bei Erdbeben im Nordwesten des Iran

Iran – Bei einem starken Erdbeben in der Iranischen Provinz Ost-Aserbaidschan sind in der Nacht zum Freitag mehrere Menschen ums Leben gekommen. Das Epizentrum des Erdbebens lag nach Angaben des Iranischen Erdbebendienstes nahe der Stadt Sarab, etwa 115 Kilometer östlich von Täbris. Demnach erreichte das Erdbeben Magnitude 5.9. Dutzende Nachbeben folgten in den ersten Stunden, wobei das stärkste Magnitude 4.3 erreichte.
Die Erschütterungen waren in weiten Teilen der Region zu spüren. Betroffen waren neben den Provinzen Ost-Aserbaidschan und Ardabil auch die Iranische Hauptstadt Teheran sowie weite Teile von Aserbaidschan. Auch in der Georgischen Hauptstadt Tiflis konnte das Beben noch verspürt werden.

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In der Epizentralregion führte das Erdbeben zu zahlreichen Schäden. Aufgrund der geringen Tiefe des Bebens war die Intensität sehr hoch. Behörden teilten am Freitagmorgen mit, dass mindestens fünf Menschen durch einstürzende Häuser ums Leben gekommen sind. Mehr als 300 Verletzte wurden bislang (größtenteils ambulant) behandelt, wovon die meisten während der Flucht aus ihren Häusern Verletzungen erlitten.

Die Bewertung der Schäden dauert noch an. Rund 60 Dörfer und Städte befinden sich in dem Bereich, wo Schäden erwartet werden. Besonders betroffen sind dabei die Regionen Varankesh südlich des Epizentrums sowie Varzeghan, wo die Menschen noch immer mit den Folgen zweier Erdbeben im Jahr 2012 leben.
Nach ersten Daten zerstörte das Erdbeben mindestens 80 Gebäude. Viele weitere erlitten kleinere Schäden. Medien berichten zudem vom Tod zahlreicher Nutztiere durch einstürzende Ställe und durch Panik. Es wird erwartet, dass das genaue Ausmaß der Zerstörung erst nach Tagesanbruch bekannt wird. Der Katastrophenschutz lieferte Hilfsgüter, vor allem Nahrung und Zelte, in die betroffenen Dörfer, wo die meisten Menschen die Nacht im Freien verbrachten.

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Außerhalb der Siedlungen kam es im gebirgigen Hinterland zu einigen Erdrutschen, wovon auch mehrere Straßen betroffen sind. Größere Auswirkungen auf Transportwege haben diese aber nach ersten Meldungen nicht.

Zahlreiche geologische Störungszone durchziehen den Nordwesten des Iran, welche eine ähnliche Struktur aufweisen wie die Nordanatolische Störung im Norden der Türkei. Das aktuelle Erdbeben geht auf eine dextrale horizontale (Strike-Slip) Verschiebung zurück, womit die ursächliche Störung vermutlich den östlichen Ausläufern der Täbris-Störungszone angehört. Diese führte besonders rund um die namensgebende Großstadt in den vergangenen Jahrhunderten wiederholt zu schweren Erdbeben und gilt nach den Störungszonen in Teheran als gefährlichste Störung im Iran.

Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 7. November, 23:47 Uhr

Magnitude: 5.9

Tiefe: 8 km

Spürbar: ja

Schäden erwartet: ja

Opfer erwartet: ja

Ursprung: tektonisch

Tsunami-Gefahr: nein

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Jens Skapski

Data Analyst bei Risklayer
Jens ist 25 Jahre alt und studierte von 2013 bis 2019 an der Ruhr-Universität Bochum, zunächst Geowissenschaften (B.Sc. Abschluss) und später mit Spezialisierung auf Erdbebenphysik und -gefährdung. Seit Sommer 2019 arbeitet er als Data Analyst in Karlsruhe.

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