Moderates Erdbeben erschüttert Tirol und Südbayern

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Österreich – Ein moderates Erdbeben hat am Samstagabend weite Teile von Tirol erschüttert. Es war auch im äußersten Süden von Bayern zu spüren. Nach vorläufigen Angaben der ZAMG erreichte das Beben Magnitude 4.0. Das Epizentrum lag nahe Landeck, rund 35 Kilometer südöstlich von Oberstdorf und 45 Kilometer südwestlich von Garmisch-Partenkirchen. Die Herdtiefe wird zunächst mit 13 Kilometern angegeben.

Das Erdbeben wurde verbreitet vor allem entlang des Inns verspürt. Ebenso in Teilen des Bundeslandes Vorarlberg. In Bayern könnten die Regionen um Oberstdorf, Füssen und Garmisch-Partenkirchen betroffen sein. Möglicherweise auch noch einzelne Orte am Bodensee. Nach unseren Berechnungen erreichte das Beben dort Intensität II bis III. Das bedeutet, dass es von einzelnen Personen schwach verspürt wurde. Rund um das Epizentrum in Tirol würde Intensität IV bis V erreicht werden.- Größere Schäden infolge des Erdbebens sind nicht zu erwarten. Es ist dennoch eines der stärksten Erdbeben in Tirol der letzten Jahre. Mit kleineren Nachbeben muss in den kommenden Stunden gerechnet werden.

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Update 22:22 Uhr
Nach manueller Überprüfung der Daten hat die ZAMG das Erdbeben auf Magnitude 4.1 nach oben korrigiert. Das Epizentrum wird weiterhin in der Nähe von Landeck lokalisiert. Wir haben die ShakeMap (oben) entsprechend er neuen Daten angepasst.

Update 06:35 Uhr
In der Nacht haben mehrere Nachbeben die Region erschüttert. Einige davon waren deutlich spürbar. Der Schweizerische Erdbebendienst hat aufgrund seines automatischen Registrierungssystems zur Zeit den ausführlichsten Nachbebenkatalog, wenn auch noch mit ungeprüften Daten. Dort sind aktuell vier Beben vertreten, zwei davon spürbar mit Magnitude 2.0 und 3.0. Letzteres um 2:50 Uhr wurde auch vom automatischen System der ZAMG erfasst und dort mit Magnitude 3.5 gelistet. Zumindest in umliegenden Gemeinden Tirols wurde es deutlich verspürt und hat zahlreiche Menschen aus dem Schlaf gerissen.

Haben Sie dieses Erdbeben gespürt?

wird aktualisiert, sobald weitere Daten vorliegen….

Tirol ist eines der erdbebengefährdetsten Bundesländer Österreich. Speziell rund um Innsbruck kommt es immer wieder zu kleinen, teils schwarmartig auftretenden Erdbeben. Nur selten sind diese so stark, dass sie Schäden verursachen. Starke Erdbeben über Magnitude 5.5 mit Gebäudeschäden und Todesopfern traten in den Jahren 1572, 1670 und 1689 auf.

Zeugenmeldungen
Fiss (Tirol)
Um ca. 21:45 spürten wir im 2. Stock (Hotel) ein sehr deutliches Vibrieren. Bilder an der Wand haben gewackelt und das gestapelte Geschirr hat laut geklappert. Deutliche Geräusche in den Dachbalken zu vernehmen. (Intensität IV)

Serfaus (Tirol)
Deutliches vibrieren im Hotel in Serfaus gespürt. Leichte Geräusche im Holz des Gebäudes zu hören gewesen ( knistern/knacken) (Intensität IV)

Jerzens (Tirol)
Meine Frau läuft durchs Haus und schaut auf dem dachboden nach, was los war. (Intensität IV)

Fiss (Tirol)
8.8.2020 leichtes Beben gespürt. War gerade eingeschlafen und wurde dadurch wach (Intensität IV)

Strengen (Tirol)
Ca 9.45 im Hotel hat der Boden vibriert und das Geschirr hat getschebert (Intensität IV)

Serfaus (Tirol)
Um 21.45 Uhr deutliches wackeln und fibrieren im Hotel. Meine Kinder die gerade am einschlafen waren meinten ich soll nicht so wackeln dabei war es das Hotel (Intensität IV)

Schnann (Tirol)
Kurzes aber starkes vibrieren,das Wasser im glas hat Wellen geschlagen (Intensität IV)

FAQ: Wie entstehen Erdbeben? Wann sind Erdbeben gefährlich? Wie kann ich mich schützen? Was sind Störungen, was sind Platten? Wichtige Begriffe erklärt

Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 8. August, 21:44 Uhr

Magnitude: 4.1

Tiefe: 8 km

Spürbar: ja

Schäden erwartet: unwahrscheinlich

Opfer erwartet: nein

Ursprung: tektonisch

Tsunami-Gefahr: nein

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Quellen (Erdbebendienste) zu allen Erdbebendaten

Quellen zu Erdbebenschäden sind in der jeweiligen "Earthquake Impact Database" aufgeführt. Lage des Epizentrums


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