Schweres Erdbeben in Argentinien

Argentinien – In der argentinischen Provinz San Juan hat gegen Mitternacht Ortszeit ein schweres Erdbeben zahlreiche Schäden verursacht. Wie das United States Geological Survey (USGS) registrierte, ereignete sich das Erdbeben um 3:46 Uhr deutscher Zeit. Es erreichte Magnitude 6.4 und hatte eine Tiefe von rund 20 Kilometern. Das Epizentrum lag in einer dünn besiedelten Region am Ostrand der Anden, rund 50 Kilometer südwestlich der Provinzhauptstadt San Juan.

In mehreren umliegenden Dörfern und Städten wurde das Beben stark verspürt. Viele Anwohner wurden aus dem Schlaf gerissen und verließen in Panik ihre Häuser. Es kam zu Erdrutschen und Schäden an Straßen, wie lokale Medien berichten. Zahlreiche Häuser wurden beschädigt. Am stärksten betroffen ist nach ersten Meldungen der Ort Sarmiento südöstlich des Epizentrums, wo mehrere Gebäude eingestürzt und weitere beschädigt sind. Mehrere Familien wurden dort evakuiert. Auch in Pocito nordöstlich des Epizentrums stürzten einige Häuser ein. Zudem bildete sich dort ein großer Riss in einer Straße, die daraufhin gesperrt werden musste. Mindestens drei Menschen wurden dort durch herabstürzende Trümmer verletzt, darunter zwei Kinder. Weitere Verletzte oder Todesopfer werden zum jetzigen Teitpunkt nicht gemeldet.
Auch andere Orte zwischen San Juan und dem Epizentrum erlitten Schäden. Eine genaue Auswertung der Verluste dauert zur Zeit an. Für Menschen, die ihre Häuser verlassen mussten, werden Notunterkünfte errichtet. in San Juan selbst gibt es nach ersten Meldungen nur geringe Schäden an einigen Häusern. Vor allem Risse sind das Problem.

Das Erdbeben war auch deutlich im benachbarten Chile zu spüren. In der Hauptstadt Santiago wurden viele Menschen aus dem Schlaf gerissen, ebenso in Teilen der Provinzen Coquimbo und Valparaiso.

Entlang der Anden im nordwestlichen Teil Argentiniens kommt es immer wieder zu schweren Erdbeben. Oft sind diese in großer Tiefe, da sie auf die Subduktionszone vor der Chilenischen Küste zurückgehen. Doch vor allem in Mendoza und Salta gibt es zahlreiche größere Störungszonen in geringer Tiefe, die die Anden im Westen begrenzen. Meist handelt es sich um Überschiebungen aufgrund der Gebirgsauffaltung. Das aktuelle Beben geht auf eine horizontale Verschiebung zurück.

Zuletzt traf Ende November 2020 ein starkes Erdbeben mit Magnitude 5.9 die Region Jujuy im äußersten Norden Argentiniens. Dieses Beben, ebenfalls ausgelöst von oberflächennahen Störungszonen, führte in vielen umliegenden Orten zu Schäden an Häusern und Straßen. Mehr als 200 Familien waren von diesem Beben betroffen.
Das verheerendste Beben in jüngerer Zeit traf San Juan im Jahr 1944. Nahe des heutigen Epizentrums kam es zu einem Beben der Stärke 7.8, das die Lokalhauptstadt zum großen Teil zerstörte. Mehr als 8000 Menschen kamen ums Leben. Ursprung dieses Bebens war die Überschiebung unmittelbar östlich der Stadt. Noch verheerender war nur ein Beben im Jahr 1861 in Mendoza.

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Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit / Time (CET): 19. Januar, 3:46 Uhr

Magnitude: 6.4

Tiefe / Depth: ca 20 km

Spürbar / Felt: ja

Schäden erwartet / Damage expected: ja

Opfer erwartet / Casualties expected: unwahrscheinlich

Ursprung / Origin: tektonisch

Tsunami: nein

Quellen (Erdbebendienste) zu allen Erdbebendaten / List of global earthquake surveys

See also: The most complete compilation of earthquake losses and casualties: Earthquake Impact Database

Erdbebennews hat den Betrieb zum 19. Juli 2021 eingestellt. Zeugenmeldungen werden nicht mehr entgegengenommen.