Starkes Erdbeben (M5.3) Griechenland / Nordmazedonien; 9. Januar, 22:43 Uhr – Viele Schäden in Florina und Bitola, auch Albanien betroffen

ShakeMap (Intensitätsberechnung):


Roter Stern: Epizentrum dieses Erdbebens.
Kreise: Erdbeben der letzten 30 Tage (EMSC).

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Was ist passiert:

Starkes Erdbeben nahe der griechischen Stadt Florina an der Grenze zu Nordmazedonien. Nach vorläufigen Angaben verschiedener Erdbebendienste erreichte das Beben Magnitude 5.5 bis 6.0. Manuelle Auswertungen stehen noch aus. Es war verbreitet im Norden Griechenlands sowie in Albanien, Nordmazedonien und Bulgarien zu spüren. Ausläufer erreichten auch Italien, Montenegro, Serbien und den Kosovo. Die Epizentralregion um Florina und die nordmazedonische Stadt Bitola verspürte starke bis sehr starke Erschütterungen. Hier ist mit größeren Schäden zu rechnen. Auch in Skopje, der Hauptstadt Nordmazedoniens, wurde das Beben noch deutlich verspürt. Mehr Informationen in Kürze….

Update 23:20 Uhr
Das Geophysikalische Observatorium in Athen ermittelte nach manueller Auswertung Magnitude 5.3 und eine Tiefe von 14 Kilometern. Das amerikanische USGS berechnete Magnitude 5.5. Dadurch ist das Risiko größerer Schäden deutlich geringer. Leichte Schäden an Häusern sind aber noch immer möglich. Wir haben die Karte angepasst.

Update 23:30 Uhr
Die Nachbebenserie startet relativ intensiv: Zwei Beben mit Magnitude 4.2 und 4.0 wurden deutlich verspürt. Dies ist im oberen Bereich der Größenordnung, die normalerweise nach einem solchen Hauptbeben erwartet wird. Zudem gab es zahlreiche kleinere Nachbeben. Zwischen Magnitude 4 und 4.5 sind neue, leichte Schäden nicht auszuschließen. Bereits betroffene Gebäude können neue Schäden davon tragen. Entsprechend gilt es, in der Region vorsichtig zu sein.

Update 10. Januar, 9:45 Uhr
Aus der griechischen Stadt Florina werden einige kleinere Gebäudeschäden gemeldet. Laut Feuerwehr stürzten von mehreren Gebäuden Teile der Fassade herab. Auch Dächer wurden beschädigt. Herabfallende Trümmerteile trafen auch mehrere Autos, wobei weiterer Sachschaden entstand. Menschen wurden offenbar nicht verletzt, da sich zur Zeit des Bebens kurz vor Mitternacht kaum einer draußen auf den Straßen befunden hat.
Größere Schäden wurden bisher lediglich an Balkonen und einzelnen Innenwänden registriert. In den kommenden Tagen sollen alle Gebäude der Stadt überprüft werden.
Viele Anwohner verbrachten aus Angst vor weiteren Erdbeben in die Nacht im Freien. Behörden ordneten an, dass aufgrund der Nachbeben und der noch unklaren Schadenssituation alle Schulen und Kindergärten der Stadt für die nächsten Tage geschlossen bleiben.

Ähnlich sieht die Situation in der nordmazedonischen Stadt Bitola unmittelbar nördlich des Epizentrums aus. Bürger meldeten hier zahlreiche rissige Gebäude. Viele verbrachten ebenfalls aus Angst vor Nachbeben die Nacht im Freien. Neben mehrgeschossigen Wohnhäusern sind auch Schulen und Kultureinrichtungen der Stadt von Schäden betroffen. Auch hier dauert die Auswertung der Schäden noch an. Größere Schäden beschränken sich offenbar auf ein altes, unbewohntes Wohnhaus, das durch die Erschütterungen teilweise eingestürzt ist. Auch hier wurde niemand verletzt.
Weitere Schäden werden aus den Städten Ohrid und Kicevo gemeldet, hier allerdings nur kleinere Risse in einzelnen Gebäuden sowie Glasbruch.

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Schadensmeldungen gibt es auch aus Albanien: In der Stadt Bilisht im Südosten des Landes bildeten sich kleinere Risse in mehreren Wohnhäusern. Aufgrund der größeren Distanz zum Epizentrum sind die Auswirkungen hier deutlich geringer.

Aktuelle Erdbebenaktivität in der Region:

In den vergangenen 30 Tagen wurden in der Region (Kartenausschnitt) 2 Erdbeben über Magnitude 2 registriert. Damit war die Erdbebenaktivität im vergangenen Monat dort deutlich niedriger als im langjährigen Vergleich (über 20 Prozent Abweichung).

Zusammenfassung der Erdbebendaten:

FAQ: Wie entstehen Erdbeben? Wann sind Erdbeben gefährlich? Wie kann ich mich schützen?

Erdbebensicheres Bauen: Nutzen, Notwendigkeit und Umsetzung mit Rigips (Gesponserter Link)

Was sind Störungen, was sind Platten? Wichtige Begriffe erklärt

Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit / Time (CET): 9. Januar, 22:43 Uhr

Magnitude: 5.3

Tiefe / Depth: 14 km

Spürbar / Felt: ja / yes

Schäden erwartet / Damage expected: ja / yes

Opfer erwartet / Casualties expected: nein / no

Ursprung / Origin: tektonisch

Tsunami: nein

Quellen (Erdbebendienste) zu allen Erdbebendaten / List of global earthquake surveys

See also: The most complete compilation of earthquake losses and casualties: Earthquake Impact Database

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    Erdbebendaten: NOA

    Statistik:

    Seit 1960 gab es in der Region etwa 27 Erdbeben, die stärker waren als Magnitude 5. Durchschnittlich gibt es in dem Teil von Griechenland 0.47 Erdbeben der Stärke 5 oder höher pro Jahr. Damit ist die Erdbebenaktivität in der Region normalerweise hoch und Beben dieser Stärke haben eine durchschnittliche Wiederkehrperiode von etwa 2.1 Jahren (25 Monaten).

    Karte historischer Erdbeben in der Region* (Griechenland):

    Übersicht der stärksten Erdbeben im Kartenausschnitt* (Griechenland und Umgebung)

    Datum Magnitude Tiefe (km)
    30.4.1954 6.7 10
    8.3.1957 6.5 10
    8.3.1957 6.4 10
    26.7.1963 6.4 15
    18.3.1962 6.3 26
    20.6.1978 6.3 4
    1.9.1959 6.2 20
    15.4.1979 6.2 9
    6.8.1983 6.2 15
    26.11.2019 6.2 18

    *Daten: IRIS-Katalog (ab Magnitude 5, seit 1960)
    International Seismological Centre (2021), ISC-EHB dataset, https://doi.org/10.31905/PY08W6S3

    Hinweis: Dieser Erdbebenkatalog enthält neben natürlichen Erdbeben auch induzierte Erdbeben sowie vereinzelte Detektionen anderer Ereignisse wie Sprengungen oder Waffentests. Zudem kann die angegebene Magnitude aufgrund der Verwendungen anderer Skalen von anderen Erdbebendiensten leicht abweichen.