Schweres Erdbeben (M6.8) Taitung, Taiwan – Gebäude eingestürzt, mehrere Verletzte

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ShakeMap (Berechnete Intensität des Erdbebens in Taiwan):

Schweres Erdbeben Taiwan
Epizentrum, ShakeMap und historische Erdbeben der Region auf interaktiver Karte anzeigen

Was ist passiert:

17 Stunden nachdem ein Erdbeben der Stärke 6.4 im Süden Taiwans teils schwere Schäden und Verletzungen verursacht hat, traf ein neues Erdbeben die Region. Diesmal war es laut Meteorologiebehörde CWB stärker. Demnach erreichte das Erdbeben Magnitude 6.8. Das United States Geological Survey (USGS) ermittelte zunächst Magnitude 7.2. Das Epizentrum lag erneut in der Region Taitung, direkt an der Grenze zu Hualien.

Die Erschütterungen waren Landesweit zu spüren, vor allem im Süden von Taiwan auch teilweise stark. In der Epizentralregion erreichte das Erdbeben Shindo-Intensität 6+ laut CWB. Intensitäten über 6 (bzw. VII EMS-98) sind aufgrund der Stärke des Bebens weiter verbreitet als gestern. Erneut muss mit Schäden an zahlreichen Gebäuden gerechnet werden, diesmal wahrscheinlich auch weiter westlich Richtung Kaohsiung. Im Zentralgebirge, wo durch das Vorbeben am Samstag viele Straßen durch Erdrutsche blockiert wurden, sind ähnliche Effekte zu erwarten.

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Die Japanische Meteorologiebehörde, die das Erdbeben ebenfalls mit Magnitude 7.2 registrierte, gab  für die südlichsten Inseln der Präfektur Okinawa eine Tsunami Advisory heraus. Wellen bis zu einer Höhe von einem Meter seien dort nicht ausgeschlossen. Auch in anderen Regionen im Süden des Landes seien schwache Veränderungen des Meeresspiegels denkbar.
Auch Teile Chinas waren erneut vom Erdbeben betroffen. Entlang der Südostküste war das Beben verbreitet zu spüren. Hier sind aber keine Schäden zu erwarten.

Update 09:19 Uhr: Schadensmeldungen via Twitter

Über Twitter werden erste Bilder der Erdbebenschäden geteilt. Demnach seien Häuser und Brücken eingestürzt.

Sowohl aus Taitung als auch aus Hualien werden eingestürzte Gebäude gemeldet. Eine hohe Opferzahl ist zu befürchten.

Update 09:45 Uhr: Yuli in Hualien besonders betroffen, Menschen vermisst

Besonders vom Erdbeben betroffen scheint die Stadt Yuli in der Region Hualien zu sein. Meldungen über mehrere eingestürzte Gebäude, darunter ein Supermarkt und ein Wasserturm, liegen vor. Laut des Supermarkt-Besitzers seien alle Mitarbeiter in Sicherheit. In einer eingestürzten Grundschule hielten sich zur Zeit des Bebens ebenfalls keine Personen auf. Auch die eingestürzte Brücke aus dem Video oben liegt in der Nähe. Es handelt sich dabei um die Hualien-Yuli-Gaoliao-Brücke, eine wichtige Verkehrsachse, die zwei Hauptstraßen beidseits eines Flusses verbindet. Ob zur Zeit des Einsturzes Fahrzeuge auf der Brücke waren, ist noch ungeklärt.

In Yuli werden mindestens vier Menschen in eingestürzten Gebäuden vermutet. Meldungen über Verletzte oder Todesopfer liegen noch nicht vor. Die sehr hohe Nachbebenaktivität, die auf das Vorbeben folgte, setzte sich nach dem Hauptbeben erstmal nicht fort. Zwar gibt es Nachbeben, diese liegen bisher im Bereich von Magnitude 4 bis 5.

Update 09:59 Uhr: Eine Person gerettet

Aus dem eingestürzten Gebäude in Yuli, wo Menschen vermisst werden, konnte eine Person gerettet werden. Nach mindestens drei werde noch gesucht. Über den Zustand der geretteten Person gab es zunächst keine Informationen.

Update 10:02 Uhr: Eingestürzter Bahnsteig, Passagiere unverletzt

In Fuli, ebenfalls in Hualien, stürzte infolge des Erdbebens ein Bahnsteig ein, an dem zu der Zeit ein Passagierzug stand. Durch die heruntergestürzten Betonplatten sprang der Zug aus den Gleisen und kippte um. 20 Menschen, die im Zug saßen, blieben weitestgehend unverletzt und konnten sich selbst in Sicherheit bringen.

Update 10:10 Uhr: Ein Verletzter in Yuli

Die in Yuli aus dem eingestürzten Gebäude gerettete Person wurde ins Krankenhaus gebracht.

Update 10:18 Uhr: Gebrochene Wasserleitungen in Kaohsiung

Beim Vorbeben am Samstag war die Stadt Kaohsiung westlich des Epizentrums ebenfalls von Schäden betroffen. Größere Auswirkungen des neuen Bebens werden von dort bisher nicht gemeldet. Kleinere Beschädigungen der Infrastruktur gab es dennoch. Mehrere Gebäude der Stadt sind wegen zerstörter Rohre von der Wasserversorgung abgeschnitten. Auch kleinere Stromausfälle werden gemeldet. Mindestens fünf Menschen sind in Fahrstühlen eingeschlossen, die infolgedessen stecken geblieben sind.

Update 10:25 Uhr: Nanheng-Straße durch Erdrutsch blockiert

Die wichtige Nanheng-Straße, die Taitung mit dem Westen von Taiwan verbindet, wurde durch einen Erdrutsch zerstört. Ein Video auf Twitter zeigt, die ein großer Erdrutsch die Straße vollständig blockiert. Mehrere Autos sind eingeschlossen.

Update 10:31 Uhr: Sporthalle beschädigt: Ein Verletzter in Taoyuan 

In der Stadt Taoyuan nahe der Hauptstadt Taipeh im Norden von Taiwan stürzte infolge des Erdbeben ein Teil einer Zwischendecke in einer Badminton-Halle ein. Eine Person wurde von dem Trümmerteil getroffen und leicht verletzt.

Update 10:38 Uhr: Drei Verletzte auf eingestürzter Brücke

Infolge des Brückeneinsturzes nahe Yuli in Hualien wurden mindestens drei Menschen verletzt. Diese befanden sich zur Zeit des Einsturzes auf der Brücke. Zum genauen Zustand der Personen ist noch nichts bekannt. Rettungsarbeiten laufen. Eine weitere Person, die auf einem verbliebenen Brückensegment gestrandet war, konnte gerettet werden.

Update 10:43 Uhr: Tsunami-Advisory aufgehoben

Die Japanische Meteorologiebehörde hat alle Tsunami-Hinweise für die südlichen Inseln aufgehoben. Messstationen entlang der Küsten konnten keine Anzeichen eines Tsunamis feststellen. Die Behörden von Taiwan hatten zu keiner Zeit eine Warnung ausgesprochen, da sich das Epizentrum an Land befand.

Update 10:58 Uhr: Starkes Nachbeben

Das bisher stärkste Nachbeben hat sich vor wenigen Minuten ereignet. Die Meteorologiebehörde Taiwans ermittelte Magnitude 5.5. Der Erdbebenherd lag ein wenig westlicher und rund sechs Kilometer tiefer als das Hauptbeben. Shindo-Intensität 4 wurde erreicht.

M5.5 Nachbeben in Taiwan

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Update 12:00 Uhr: Nachbeben mit Magnitude 5.8

Die Nachbebenaktivität nimmt zu. Nach dem M5.5 vor einer Stunde folgte nun ein weiteres, stärkeres mit Magnitude 5.8. Dieses erreichte Shindo-Intensität 5+, entsprechend EMS-98 VII. Neue Schäden durch dieses Nachbeben sind wahrscheinlich. Auch die Anzahl kleinerer Nachbeben hat zugenommen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Update 12:25 Uhr: 19 Verletzte

Eine Zwischenbilanz der Erdbebenauswirkungen: Mindestens 19 Menschen wurden infolge des Erdbebens verletzt. Im eingestürzten Gebäude wurden alle vier Personen gerettet, zwei von ihnen befinden sich allerdings in einem sehr kritischen Gesundheitszustand. Weiterhin gibt es Verletzte in den eingestürztem Supermarkt sowie an der eingestürzten Brücke. Im zentralen Gebirge sind aufgrund massiver Erdrutsche hunderte Menschen gestrandet, mehrere wurden verletzt. Zwei Menschen wurden durch den Einsturz der Badminton-Halle im Norden Taiwans verletzt.

Rund 7000 Haushalte in verschiedenen Landesteilen sind oder waren teilweise ohne Strom, ähnlich viele, vor allem im Raum Kaohsiung, ohne Wasserversorgung. Erdrutsche haben viele wichtige Hauptstraßen blockiert. Drei Brücken stürzten ganz oder teilweise ein. Todesfälle durch das Erdbeben oder seine Sekundäreffekte gibt es nach bisherigen Erkenntnissen aber nicht.

Mehr in Kürze…

Aktuelles aus der Region  Erdbeben (M4.8) Sichuan, China; 20. Mai, 2:36 Uhr - 468 Häuser beschädigt

Betroffene Städte, Orte

Stadt Land Intensität (EMS-98) Bewohner Entfernung Epizentrum (km) Beschreibung
Pingtung TW 6.7 unb 89.6 leichte Schäden
Yujing TW 6.5 16600 75.7 leichte Schäden
Pizitou TW 6.5 5000 86.2 leichte Schäden
Jiayi Shi TW 6.5 unb 85.5 leichte Schäden
Douliu TW 6.5 104700 92.1 leichte Schäden
Kaohsiung TW 6.4 1519700 107.9 leichte Schäden
Tainan TW 6.3 771200 102.4 leichte Schäden
Yuanlin TW 6.2 124700 110.6 leichte Schäden
Taichung TW 6.1 1040700 123.3 leichte Schäden
Zhongxing New Village TW 6.0 25500 104.8 leichte Schäden

Aktuelle Erdbebenaktivität nahe Pingtung:

In den vergangenen 30 Tagen wurden in Taitung, Taiwan (Kartenausschnitt) 16 Erdbeben über Magnitude 4.4 registriert. Damit war die Erdbebenaktivität im vergangenen Monat dort deutlich höher als im langjährigen Vergleich (über 20 Prozent Abweichung).

Zusammenfassung der Erdbebendaten:

FAQ: Wie entstehen Erdbeben? Wann sind Erdbeben gefährlich? Wie kann ich mich schützen?

Was sind Störungen, was sind Platten? Wichtige Begriffe erklärt

Erdbebenmessung im Wohnzimmer: Professionelle Seismometer für Experten und Laien (Gesponsert)

Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit / Time (CET): 18. September, 8:44 Uhr

Magnitude: 6.8

Tiefe / Depth: 7 km

Spürbar / Felt: ja / yes

Schäden erwartet / Damage expected: ja / yes

Opfer erwartet / Casualties expected: möglich / possible

Ursprung / Origin: tektonisch

Tsunami: aufgehoben

Quellen (Erdbebendienste) zu allen Erdbebendaten / List of global earthquake surveys

See also: The most complete compilation of earthquake losses and casualties: Earthquake Impact Database

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    Erdbebendaten: CWB

    Statistik:

    Seit 1960 gab es in der Region etwa 20 Erdbeben, die stärker waren als Magnitude 6.8. Durchschnittlich gibt es in dem Teil von Taiwan (nahe Pingtung) 0.35 Erdbeben der Stärke 6.8 oder höher pro Jahr. Damit ist die Erdbebenaktivität in der Region normalerweise sehr hoch und Beben dieser Stärke haben eine durchschnittliche Wiederkehrperiode von etwa 2.9 Jahren (35 Monaten).

    Übersicht der stärksten Erdbeben im Kartenausschnitt* (Taiwan und Umgebung)

    Datum Magnitude Tiefe (km)
    20.9.1999 7.7 33
    12.3.1966 7.5 30
    3.5.1998 7.5 33
    23.7.1978 7.4 17
    14.11.1986 7.4 34
    25.1.1972 7.3 25
    13.2.1963 7.2 30
    25.1.1972 7.1 25
    26.12.2006 7.1 10
    31.3.2002 7.1 33

    *Daten: USGS-Katalog (ab Magnitude 5, seit 1960)
    Hinweis: Der Erdbebenkatalog enthält neben natürlichen auch induzierten Erdbeben. Dazu zählen zum Teil auch Sprengungen und Explosionen. Somit sind einzelne „falsche“ Erdbeben in der Darstellung möglich. Auch die Magnitudenangabe einzelner Erdbeben kann aufgrund von Katalogunterschieden variieren.