Japan: Schweres Erdbeben vor der Küste von Honshu – Kleiner Tsunami trifft Iwate – Keine Schäden – Starkes Nachbeben

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Um 00.06 Uhr MEZ trat ein schweres Erdbeben vor der japanischen Ostküste auf. Es erreichte nach Angaben der japanischen Meteorologiebehörde JMA Magnitude 6.9. Das Epizentrum lag vor der Küste der Präfektur Iwate im Norden der Hauptinsel Honshu. Die Distanz zur Küste beträgt etwa 200 Kilometer. Aufgrund dessen war die Intensität des Bebens relativ gering. Nur JMA 4 wurde maximal registriert. Davon betroffen waren neben Teile von Iwate auch die Präfekturen Aomori, Miyagi und Akita. Die Erschütterungen waren aber überall im Norden der Insel spürbar. Mit größeren Schäden muss dabei nicht gerechnet werden.

JMA gab ein „Tsunami-Advisory“ für die Küste von Iwate heraus, die Vorstufe einer Warnung. Es wird mit einer kleinen, nicht zerstörerischen Tsunamiwelle gerechnet. Menschen sollen die Strände meiden. Eine Wellenhöhe von maximal 1 Meter wird erwartet.

Update 00.48 Uhr
Drei Minuten nach dem Erdbeben kam für 11.000 Küstenbewohner von Iwate die Anweisung zur Evakuierung aufgrund des möglichen Tsunamis. Auch wenn bei der Wellenhöhe nicht mit Verlusten gerechnet wird, kommt es fast immer zu Evakuierungen.
Die kalkulierte Ankunftszeit der ersten Welle war um 00.40 Uhr MEZ. Bisher gibt es keine Daten.

Update 01.01 Uhr
In der Küstenstadt Miyako wurde um 00.47 Uhr MEZ ein etwa 10 Zentimeter hoher Tsunami registriert. Ebenso in der Stadt Kuji-ko. Ähnliche Werte wohl auch in der Stadt Kamaishi.
Die erste Tsunamiwelle muss nicht die größte sein. Meist sind die zweite oder dritte höher. In dem Fall dürfte es aber bei ungefährlichen Tsunamis bleiben

Update 01.34 Uhr
Eine zweite Welle von etwas mehr als 20 cm Höhe traf Kuji-ko im Norden von Iwate um 01.07 Uhr MEZ.

Update 01.43 Uhr
In den Häfen der vom Tsunami getroffenen Städte wurden keine Schäden festgestellt.
Das Erdbeben selbst blieb bisher auch nahezu folgenlos. Nur im Süden von Aomori trat kurzzeitig ein lokaler Stromausfall auf.

Update 07.02 Uhr
Um 05.46 Uhr MEZ trat ein starkes Nachbeben unmittelbar vor der Küste von Iwate auf. Es erreichte Magnitude 5.7 und hatte JMA Intensität 5+ in Teilen von Aomori und 5- stellenweise in Iwate. Ab Intensität 5- treten in der Regel erste leichte Schäden auf, 5+ kann auch größere Schäden verursachen.
Eine neue Tsunami Advisory wurde nicht herausgegeben.
Im Gegensatz zum Hauptbeben, welches in flacher Tiefe seinen Ursprung hatte, war das Nachbeben 50 km tief. Lockere Sedimente im Mündungsgebiet eines Flusses ermöglichten die hohe Intensität in Aomori.

Update 07.24 Uhr
Das Nachbeben verursachte erneut Probleme bei der Stromversorgung in Aomori. Auch ein Hochgeschwindigkeitszug, der kurzzeitig seinen Betrieb einstellen musste, war betroffen.

Update 20. Februar
Um 6.25 Uhr trat ein starkes Nachbeben mit Magnitude 6.1 auf. Das Epizentrum lag, ähnlich wie beim Hauptbeben, weit vor der Küste so dass die Intensität gering war.

 

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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