1500 Erdbeben in vier Tagen – Schwere Schäden auf indonesischer Insel

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Indonesien – Mehr als 600 Erdbeben haben in den letzten 48 Stunden die indonesische Insel Halmahera im Norden des Landes erschüttert. Es handelt sich um eine ähnliche Erdbebensequenz wie sie die Region bereits Ende des Jahres 2015 erlebt hat. Wie die indonesische Erdbebenbehörde registrierte, kommt es seit Dienstagabend (Ortszeit) zu kleineren Erdbeben nahe der Stadt Jailolo. Die stärksten der Beben ereigneten sich am Donnerstag. Insgesamt konnten 40 Erdbeben von der Bevölkerung verspürt werden. Zunächst kam es am Nachmittag zu einem Erdbeben der Stärke 4.7. Dieses verursachte Schäden an mindestens acht Wohnhäusern und einer Schule, wie der Katastrophenschutz mitteilte. Genaue Daten aus umliegenden Dörfern liegen noch nicht vor.

Mindestens zwei Menschen, ein 23-jähriger und ein 10-jähriger, erlitten durch einstürzende Wände Kopf- und Fußverletzungen. Bereits zuvor haben Behörden durch die anhaltende Aktivität zahlreiche öffentliche Gebäude evakuiert. In vielen Schulen wurde der Unterricht ins Freie verlagert.

Am Abend um 19 Uhr MESZ kam es dann zum bislang stärksten Erdbeben. Dieses registrierte der Indonesische Erdbebendienst mit Magnitude 4.9. Wie bei allen vorangegangenen Erdbeben auch lag der Herd in rund 5 Kilometern Tiefe. In Jailolo und umliegenden Dörfern waren die Erschütterungen stark zu spüren. Auch in der nahe gelegenen Großstadt Ternate auf der vorgelagerten Vulkaninsel Gamalama sind viele Menschen aus Angst ins Freie gerannt. Es wird damit gerechnet, dass es in den kommenden Tagen zu weiteren Erdbeben kommt. Die Bevölkerung wurde entsprechend darauf hingewiesen, um Vorkehrungen zu treffen.

Im Jahr 2015 erschütterten rund 1200 Erdbeben die Region binnen weniger Wochen. Dabei wurden hunderte Häuser beschädigt oder zerstört und mehrere Menschen verletzt. Das stärkste Beben war damals mit Magnitude 4.7 schwächer als der aktuelle Aktivitätshöhepunkt.

Update 30. September, 10:17 Uhr
Die Erdbebenserie auf Halmahera hat auch am Freitag angedauert und sich bis Samstagmorgen leicht abgeschwächt. Dennoch ist die Zahl der Erdbeben beachtlich. Mehr als 1500 Erdbeben, davon die meisten allerdings nicht spürbar, wurden vom Indonesischen Erdbebendienst bislang verzeichnet. Infolge dessen gibt es schwere Auswirkungen in zahlreichen Dörfern der betroffenen Region. Eine erste vorläufige Zählung ergab, dass mehr als 1500 Gebäude beim Erdbeben beschädigt wurden. Mindestens 150 davon sind komplett zerstört. Zur Zeit leben mehr als 10.000 Menschen, deren Häuser bei den andauernden Beben Schäden erlitten haben, in Notunterkünften und werden dort vom Katastrophenschutz mit Hilfsgütern versorgt.

Haben Sie dieses Erdbeben gespürt? Falls ja, teilen Sie uns dies bitte über das verlinkte Meldeformular oder per Kommentar mit. Ihre Meldung hilft uns dabei, unsere Berichterstattung und die Auswertung von Erdbeben zu verbessern. Vielen Dank.

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Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): seit 26. September

Magnitude: bis 4.9

Tiefe: ca 5 km

Spürbar: Ja

Haben Sie dieses Erdbeben gespürt?

Schäden erwartet: Ja

Opfer erwartet: Nein

Ursprung: Tektonisch

Tsunami-Gefahr: Nein

Epizentrum:

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In Regionen wie diesen kann es immer wieder zu schweren Erdbeben kommen. Nicht nur sichere Bauweise kann bei solchen Ereignissen Menschenleben retten, sondern auch richtige Verhaltensweisen. Daher empfehlen wir allen, die eine Reise in eine erdbebengefährdete Region planen, sich zuvor mit den richtigen Verhaltensweisen bei schweren Erdbeben auseinanderzusetzen.


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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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