Kalifornien: Erdbebenschwarm bei Mammoth Lakes (Long Valley Caldera)

In der vergangenen Nacht ereignete sich ein größerer Erdbebenschwarm im Vulkangebiet der Long Valley Caldera im Osten von Kalifornien. Das Zentrum der Erschütterungen lag nahe des populären Wintersportgebietes Mammoth Lakes. Seit 20 Uhr MESZ wurden insgesamt 32 Erdbeben über Magnitude 2.5 registriert. Das stärkste erreichte Magnitude 3.8 und war sowohl in Mammoth Mountain als auch im Umland deutlich spürbar. Schäden gab es nicht.
Zudem ereignen sich fast im Minutentakt kleinere Erdbeben um Magnitude 1. Diese setzten bereits gestern Mittag verstärkt ein.

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Das Vulkangebiet der Long Valley Caldera umfasst neben dem gleichnamigen Supervulkan auch die „kleineren Brüder“ Mammoth Mountain, Inyo Craters (im Westen der Caldera), Mono Lake und Mono Craters (nördlich der Caldera). Alle gehören der Liste aktiver Vulkane an. Vulkanische Aktivität tritt vor allem in Form von Geothermalquellen auf.

Erdbebenschwärme sind im Bereich der Long Valley Caldera, ähnlich wie im Yellowstone, ziemlich häufig. Die Caldera und das Umfeld sind von zahlreichen aktiven Verwerfungen durchzogen, an denen es regelmäßig (zuletzt mehrfach in den 80er Jahren) zu starken Erdbeben kommt. Beim letzten schweren Erdbebenschwarm im Süden der Long Valley Caldera, dort wo auch aktuell die Erdbeben stattfinden, kam es im Jahr 1980 entlang der Hilton Creek Verwerfungszone zu vier Erdbeben über Magnitude 6. Sieben Menschen wurden dabei verletzt.

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Update 27. September
Seit gestern Mittag hat der Erdbebenschwarm kontinuierlich nachgelassen. Aktuell werden stündlich nur noch wenige (meist) Mikrobeben registriert. Seit gestern Mittag gab es noch ein knappes Dutzend Erdbeben über Magnitude 2.

Es wird nicht erwartet, dass der Erdbebenschwarm nochmals an Intensität zulegt.
Forscher des Vulkanobservatoriums Kalifornien schließen aus, dass die Erschütterungen direkt auf die Magmabewegungen zurückzuführen sind. Sehr wahrscheinlich löst aufsteigendes und in Gesteinsrisse eindringendes Wasser, bzw. Gase diese aus. Somit besteht auch keine Gefahr eines bevorstehenden Vulkanausbruchs.

Long Valley Caldera

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Jens ist 25 Jahre alt und studierte von 2013 bis 2019 an der Ruhr-Universität Bochum, zunächst Geowissenschaften (B.Sc. Abschluss) und später mit Spezialisierung auf Erdbebenphysik und -gefährdung. Seit Juni 2019 lebt er in Karlsruhe und arbeitet im Bereich Katastrophenforschung.

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