Erdbeben erschüttert Jekaterinburg

Update 20. Oktober, 08.04 Uhr
Durch das Erdbeben traten an zwei Orten leichte Schäden auf. An einem Kindergarten in Jekaterinburg wurden Fensterscheiben zerstört. In einem Staudamm nahe der Stadt Pervouralsk wurde nach dem Erdbeben ein Riss entdeckt. Dieser stellt aber kein weiteres Risiko dar.

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Russland – Ein sehr seltenes Erdbeben hat in der Nacht zu Montag gegen 2.45 Uhr Ortszeit mehrere russische Oblaste im südlichen Ural erschüttert. Nach Angaben des Russischen Erdbebendienstes erreichte das Beben Magnitude 4.1. Das Epizentrum lag im Oblast Swerdlowsk, westlich der Millionenstadt Jekaterinburg, wo viele Bewohner durch die Erschütterungen aus dem Schlaf gerissen wurden. Viele riefen bei Polizei und Behörden an und erkundigten sich nach der Ursache. Das letzte leichte Erdbeben in Jekaterinburg trat im Jahr 2010 auf.
Einige Bewohner vermuteten zunächst eine Meteoritenexplosion, wie im Frühjahr 2013 in der nahe gelegenen Stadt Cheljabinsk.

Nach Behördenangaben gingen bis zum Vormittag keine Meldungen über Schäden ein. Ein Atomkraftwerk, das nahe des Epizentrums liegt, sowie eine Militärbasis verzeichneten keine Vorfälle und keine Einschränkungen.

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Nach Angaben der Nachrichtenagentur RIA Novosti handelt es sich bei den Erschütterungen nicht um ein natürliches Erdbeben. Dies teilte das Katastrophenschutzministerium Swerdlowsk mit. Über andere mögliche Ursachen des Bebens wurde nichts bekannt.
Seismologen des Erdbebendienstes gehen von einem natürlichen Erdbeben aus. Die Tiefe des Herdes soll demnach bei 5 bis 10 km gelegen haben. Induzierte Erdbeben sind in der Regel deutlich näher an der Erdoberfläche.

Jekaterinburg wurde im Jahr 1904 von einem starken Erdbeben getroffen. Dabei wurden viele Gebäude der Stadt beschädigt.

Erdbeben über Magnitude 4 treten im Ural sehr selten auf. In den letzten 300 Jahren habe es nur sechs tektonische Erdbeben gegeben, die stärker waren.

Jekaterinburg

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Jens Skapski

Data Analyst bei Risklayer
Jens ist 25 Jahre alt und studierte von 2013 bis 2019 an der Ruhr-Universität Bochum, zunächst Geowissenschaften (B.Sc. Abschluss) und später mit Spezialisierung auf Erdbebenphysik und -gefährdung. Seit Sommer 2019 arbeitet er als Data Analyst in Karlsruhe.

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