Erdbebenschwärme erschüttern Island, Frankreich, Yellowstone und La Palma

Zusammenfassung – Da in den letzten Tagen keine aktuellen Beiträge möglich waren, hier eine Zusammenfassung aktueller signifikanter Erdbebenschwärme:

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Island – Tjönes Fracture Zone
Wenn es Regionen auf der Welt gibt, die man am ehesten mit Erdbebenschwärmen assoziiert, dann gehört die Tjörnes Fracture Zone im Norden von Island nahe der Insel Grimsey mit Sicherheit dazu. Seit etwa fünf Tagen bebt es hier ziemlich häufig, fast im Minutentakt. Allein in den letzten 72 Stunden registrierte die Isländische Meteorologiebehörde rund 1500 Erdbeben (siehe Titelbild oben), wovon die meisten schwächer als Magnitude zwei waren. Immerhin 24 davon erreichten Magnitude 3, das stärkste bisher Magnitude 3,9. Damit war beim Schwarm noch kein großes Erdbeben dabei, aber allein von der Erdbebenanzahl her handelt es sich um den größten Erdbebenschwarm an der TFZ seit 2013. Damals hat es sogar Erdbeben über Magnitude 5 gegeben. Der Schwarm umfasst ein großes Gebiet und mutmaßlich mehrere Störungszonen. Dabei liegen die Herdtiefen der Erdbeben zwischen 5 und 15 Kilometern und zeigen keinen Trend. Solche Erdbebenschwärme gehen meist auf hydrothermale Aktivität zurück, wie sie am Mittelatlantischen Rücken üblich ist. Dabei kommt es zur Bewegung von Fluiden (stark mineralhaltiges Wasser) in der Erdkruste. Bei starken Fluiddrücken führt die Bewegung zur Schwächung von Störungszonen, was zu Erdbeben führt.
Da frühere Schwärme, wie 2013, zu starken Erdbeben geführt haben, kann dies auch für die kommenden Tage nicht ausgeschlossen werden. Wahrscheinlich ist, dass sich die Aktivität weiter fortsetzen wird, auch wenn es zuletzt (am Sonntag) zumindest weniger (wenn auch nicht weniger starke) Beben gegeben hat. Für Bewohner der Region besteht keine Gefahr, da die Epizentren relativ weit vor der Küste liegen. Zudem sind aufgrund der häufigen seismischen Aktivität dort Bauwerke entsprechend angepasst.

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Update 19. Februar, 08:09 Uhr
In der Nacht zu Montag ist die Aktivität erneut angestiegen. Dabei wurden bisherige Magnitudenhöchstwerte erreicht. Die beiden größten Erdbeben der nächtlichen Sequenz erreichten Magnitude 4,6. Vier weitere waren mit Magnitude 4 ebenfalls auf Grimsey und auf dem Festland deutlich zu spüren. Hinzu kommen mehrere dutzend Erdbeben über Magnitude 3.
Diese Entwicklung kommt, wie im ursprünglichen Text (oben) erklärt, nicht überraschend. Da die Aktivität besonders in der letzten Stunde sehr hoch war mit M3-Erdbeben im Abstand von wenigen Minuten, besteht die hohe Wahrscheinlichkeit, dass wie 2013 Erdbeben mit Magnitude 5 ausgelöst werden.

Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

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Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): seit 14. Februar

Magnitude: bis 4,6

Tiefe: ca 5 bis 15 km

Spürbar: ja

Schäden erwartet: nein

Opfer erwartet: nein

Ursprung: tektonisch / hydrothermal

Tsunami-Gefahr: nein

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Yellowstone
Im Westen des Nationalparks hat sich ein kleiner Schwarm, der bereits am Donnerstag begonnen hat, am Sonntag leicht verstärkt. Insgesamt 13 Beben bis Magnitude 2.9 wurden am Sonntag registriert. Auch hier ist eine Region betroffen, die bereits in der Vergangenheit Erdbebenschwärme erlebt hat. Den letzten großen in diesem Abschnitt des Nationalparks hat es 1977 gegeben, dabei allerdings „nur“ Erdbeben bis Magnitude 4.0. Im Vergleich zu tektonischen Erdbeben im Yellowstone-Gebiet, die deutlich stärker als Magnitude 7 sein können, sind Schwarmbeben, die auch hier auf hydrothermale Aktivität zurückzuführen sind, deutlich schwächer.

Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

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Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): seit 15. Februar

Magnitude: bis 2,9

Tiefe: ca 7 bis 10 km

Spürbar: ja

Schäden erwartet: nein

Opfer erwartet: nein

Ursprung: tektonisch / hydrothermal

Tsunami-Gefahr: nein

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Frankreich
Deutlich ungewöhnlicher als im Yellowstone und auf Island ist die (bisher geringe) Aktivität an der Cote d’Azur im Südosten von Frankreich. Die Universität Straßburg hat seit Samstagabend 40 Erdbeben bis Magnitude 3.5 registriert. Das Epizentrum der Erdbeben lag rund 30 Kilometer westlich von Cannes. Das größte der Erdbeben war auch noch in Nizza und Monaco zu spüren.
Die Beben haben keine Schäden verursacht, allerdings viele Anwohner beunruhigt. Zwar sind kleinere Erdbeben an der Cote d#Azur nicht ungewöhnlich, doch sind Erdbebenschwärme eher die Ausnahme.

Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

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Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): seit 17. Februar

Magnitude: bis 3,5

Tiefe: ca 15 km

Spürbar: ja

Schäden erwartet: nein

Opfer erwartet: nein

Ursprung: tektonisch

Tsunami-Gefahr: nein

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La Palma
Wie bereits vor einigen Tagen berichtet, wurde auf der Kanareninsel La Palma ein neuer Erdbebenschwarm verzeichnet. Dieser hat inzwischen nachgelassen. Seit Donnerstag wurden keine Erdbeben mehr aufgezeichnet.
Inzwischen haben Behörden bestätigt, dass auch dieser Schwarm mit einer Magmaintrusion in der unteren Erdkruste zusammenhängt, so wie bereits beim Erdbebenschwarm im Oktober 2017, der erste auf La Palma seit über 40 Jahren.

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Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): seit 11. Februar

Magnitude: bis 2,6

Tiefe: ca 25 bis 30 km

Spürbar: nein

Schäden erwartet: nein

Opfer erwartet: nein

Ursprung: vulkanisch

Tsunami-Gefahr: nein

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In Regionen wie diesen kann es immer wieder zu schweren Erdbeben kommen. Nicht nur sichere Bauweise kann bei solchen Ereignissen Menschenleben retten, sondern auch richtige Verhaltensweisen. Daher empfehlen wir allen, die eine Reise in eine erdbebengefährdete Region planen, sich zuvor mit den richtigen Verhaltensweisen bei schweren Erdbeben auseinanderzusetzen.

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Jens ist 24 und studiert seit 2013 an der Ruhr-Uni Bochum Geowissenschaften. 2011 hat er mit einem privaten Erdbebenblog begonnen, aus dem sich später erdbebennews.de entwickelt hat. Er hat journalistische Erfahrungen und interessiert sich seit der Kindheit für Geologie, Meteorologie und Naturkatastophen.

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