Neuer Erdbebenschwarm auf La Palma

Aktualisiert am 15. Februar (ursprünglich erschienen am 12. Februar um 12:29 Uhr)

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Spanien – Drei Monate nach dem ersten Erdbebenschwarm seit Jahrzehnten auf der Kanareninsel La Palma hat am Sonntag erneut Erdbebenaktivität eingesetzt. Das Instituto Geografico Nacional hat insgesamt 11 Erdbeben registriert, wovon 10 Magnitude 2 erreichten. Die fünf stärksten Beben, das bisher letzte am Montag um 10:54 Uhr, werden mit Magnitude 2.4 angegeben. Das schwächste registrierte Erdbeben hatte Magnitude 1.8, was darauf hindeutet, dass kleinere Erdbeben (bisher) nicht erfasst werden konnten und die Zahl der Beben somit höher ist.
Im Gegensatz zum letzten Schwarm, wo mehr als hundert Ereignisse im Südwesten der Insel registriert wurden, findet die seismische Aktivität diesmal im Südosten der Insel nahe der Inselhauptstadt Santa Cruz statt. Wie zuletzt lagen auch diesmal die Hypozentren der Erdbeben in rund 30 Kilometern Tiefe. Somit waren an der Oberfläche keine Erschütterungen zu spüren.
Wahrscheinlich geht die neue Erdbebenaktivität erneut auf Magmabewegungen unter dem Vulkan Cumbre Vieja zurück. Akute Gefahr einer neuen Eruption besteht nicht. Allerdings sollte das erneute Aufleben der Erdbebenaktivität als Signal gewertet werden, dass in naher Zukunft ein Erwachen des Vulkans nicht unwahrscheinlich ist.

Historische Vulkanausbrüche des Cumbre Vieja waren überwiegend durch effusive Tätigkeit geprägt, bei der aus einem oder mehreren Eruptionszentren (viele davon monogenetisch) für mehrere Wochen Lava gefördert wurde. Lavaströme haben dabei immer wieder Gebäude und Infrastruktur zerstört. Meist begann die spürbare Seismizität wenige Wochen vor Einsetzen der Eruption. Die letzte Eruption hat sich im Jahr 1971 am Vulkan Teneguia an der Südspitze der Insel ereignet. Aufgrund der exponierten Lage der damaligen sechs Eruptionszentren hat die dreiwöchige Eruption nur wenige Verluste verursacht, war allerdings ein beeindruckendes Naturschauspiel, das viele Touristen aus aller Welt auf die Insel gelockt hat.

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Update 14. Februar, 09:23 Uhr
In den vergangenen zwei Tagen wurden 16 weitere Erdbeben registriert. Besonders vergangene Nacht war die Aktivität relativ hoch. Es wurde das stärkste Erdbeben seit Sonntag mit Magnitude 2.5 aufgezeichnet. Weiterhin gab es sieben Erdbeben über Magnitude 2. Zur Zeit gibt es keine Meldungen über Spürbarkeit.
Wie bereits in den ersten Tagen lagen die Epizentren der Beben im Süden der Insel, inzwischen teilweise im Südweste, wo die erste Erdbebenaktivität im Oktober aufgetreten ist.
Das IGN hat unterdessen einige der vorherigen Erdbeben manuell überprüft. Dabei wurde das stärkste Beben der Aktivitätsphase auf Magnitude 2.6 hochkorrigiert.
Die Herdtiefe aller Beben ist mit 25 bis 30 Kilometern in etwa im gleichen Bereich geblieben.

Update 15. Februar 14:24 Uhr
Auch am fünften Tag in Folge ist der Erdbebenschwarm aktiv, allerdings weniger intensiv als zuvor. Das IGN registrierte am Donnerstagmorgen insgesamt 10 kleine Erdbeben, wovon das stärkste Magnitude 2,1 erreicht hat. Insgesamt sind damit bereits 84 Erdbeben registriert worden. Inzwischen liegen die Epizentren der Erdbeben über den Süden der Insel verteilt, teilweise sogar vor der Westküste, wie es schon beim Schwarm im Oktober beobachtet wurde.
Weiterhin besteht keine akute Gefahr, dass es infolge der Erdbeben einen Vulkanausbruch geben könnten. Behörden teilten mit, dass außer den Erdbeben keine Anzeichen vulkanischer Aktivität, z.B. Bodendeformation und vermehrte Gasaustritte, beobachtet werden konnten. Frühere Vulkanausbrüche kündigten sich zudem mit sehr starker seismischer Aktivität an, teilweise Wochen vor der Eruption. Von diesem Level ist die aktuelle Aktivität noch weit entfernt. Allerdings wurden Sitzungen mit Vulkanologen des Vulkanobservatoriums einberufen, die die Situation beurteilen sollen.
Auf der Insel selbst kriegt man vom Erdbebenschwarm bislang nur sehr wenig mit. Einzelne Erdbeben waren stellenweise schwach zu spüren.

Zeugenmeldungen
La Sabrina
Wie schon öfter , nachts im Bett, ein Mehrfaches vibrieren, was ich aber immer mal wieder realisiere!
Eigentlich nicht beunruhigend, da es öfter ist und wir auf einer vulkanischen Insel leben, gehört das ja wohl dazu!
Gestern Nacht und vor drei Tagen etwa, werde mir das künftig notieren! (Intensität II)

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Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): seit 11. Februar

Magnitude: bis 2,6

Tiefe: ca 25 bis 30 km

Spürbar: nein

Schäden erwartet: nein

Opfer erwartet: nein

Ursprung: vulkanisch

Tsunami-Gefahr: nein

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Jens ist 24 und studiert seit 2013 an der Ruhr-Uni Bochum Geowissenschaften. 2011 hat er mit einem privaten Erdbebenblog begonnen, aus dem sich später erdbebennews.de entwickelt hat. Er hat journalistische Erfahrungen und interessiert sich seit der Kindheit für Geologie, Meteorologie und Naturkatastophen.

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