Erdbebenschwarm am Bergwerk Prosper-Haniel

Bottrop – Im letzten Betriebsjahr des Bergwerks Prosper-Haniel im Westen des Ruhrgebiets wurden binnen fünf Monaten bereits zehn spürbare Erdbeben registriert. Erdbeben, die eine Begleiterscheinung des aktiven Bergbaus sind und seit Jahrzehnten an Prosper-Haniel und anderen Zechen des Ruhrgebiets aufgetreten sind.
Die bisherigen Beben des Jahres traten meist im Abstand von einigen Wochen auf und waren mit bis zu Magnitude 2.9 teilweise kräftig zu spüren. Seit rund zwei Wochen werden nun, im Vergleich zum bisherigen Jahresverlauf, vermehrt Mikrobeben unter Magnitude 2 aufgezeichnet. Insgesamt rund 50 Erdbeben über Magnitude 1 sind nach Registrierungen der Ruhr-Universität Bochum  seit dem 15. Juni aufgetreten, wovon die stärksten Magnitude 1.6 bis 1.8 erreichten. Die Auswertungen dauern noch an. Zum Vergleich: Trotz vieler spürbarer Beben waren es zuvor seit Jahresbeginn „nur“ 65 Beben. Die Epizentren liegen demnach östlich des Heidesees. Dort, in rund einem Kilometer Tiefe, befindet sich eines der beiden aktuellen Fördergebiete des Bergwerks. Schon bei früherem Abbau in diesem Bereich trat erhöhte Seismizität auf, die mit der dortigen geologischen Situation in Verbindung steht.

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Die hohe Erdbebendichte der letzten Tage stellt dabei eine neue Phase hoher Aktivität dar, die aber nicht mit Veränderungen im Bergbaubetrieb zusammenhängt. Bislang waren diese Beben nicht oder nur sehr schwach und vereinzelt zu spüren. Zeugenmeldungen haben wir nicht erhalten. Die von der RAG registrierten Schwinggeschwindigkeiten lagen bei jedem bisher registrierten Ereignis unter einem Millimeter pro Sekunde, wobei der Höchstwert meist an der Station am Heidhof gemessen worden ist. Dieser Wert liegt im Bereich der Spürbarkeitsschwelle.
Auch in den kommenden Tagen und Wochen muss mit weiteren bergbauinduzierten Beben gerechnet werden. Mindestens bis zur Einstellung der Förderung sind auch deutlich spürbare Erschütterungen möglich, wie sie zuletzt am 25. Mai aufgetreten sind. Durch die aktuell erhöhte Seismizität besteht allerdings kein größeres Risiko stärkerer Erdbeben.

Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

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Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): seit 15. Juni

Magnitude: bis 1.8

Tiefe: 1 km

Spürbar: wahrscheinlich

Schäden erwartet: nein

Opfer erwartet: nein

Ursprung: induziert (Bergbau)

Tsunami-Gefahr: nein

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Jens ist 24 und studiert seit 2013 an der Ruhr-Uni Bochum Geowissenschaften. 2011 hat er mit einem privaten Erdbebenblog begonnen, aus dem sich später erdbebennews.de entwickelt hat. Er hat journalistische Erfahrungen und interessiert sich seit der Kindheit für Geologie, Meteorologie und Naturkatastophen.

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