Starkes Erdbeben in Sichuan

China – Im Südosten der chinesischen Provinz Sichuan hat sich am Sonntag ein starkes Erdbeben ereignet. Wie die chinesische Erdbebenbehörde (CEIC) registrierte, lag das Epizentrum im Landkreis Xingwen, rund 250 Kilometer südöstlich der Provinzhauptstadt Chengdu nahe der Grenze zu den Nachbarprovinzen Yunnan und Guizhou. Demnach erreichte das Erdbeben Magnitude (Ms) 5.7. Das United States Geological Survey (USGS) gibt das Beben mit Magnitude (Mw) 5.4 an.
In weiten Teilen von Sichuan und Guizhou waren die Erschütterungen deutlich zu spüren. In den größeren Städten wurden viele öffentliche Gebäude evakuiert. Zudem kam es zu Verzögerungen im Schienenverkehr.

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Nahe des Epizentrums verursachte das Erdbeben einige Schäden, wie Behörden mitteilten. Mehrere Häuser in Xingwen seien beim Beben zerstört und viele weitere beschädigt worden. Auch Schäden an Straßen sind aufgetreten. Eine genaue Zählung und Auswertung der Schäden steht noch aus.
Bisher mussten sechs Menschen aufgrund von Verletzungen behandelt werden. Die Zahl der Verletzten könnte in den kommenden Stunden weiter steigen.

Mehrere Erdrutsche lösten sich durch die Erschütterungen, wodurch teilweise Straßen unpassierbar wurden. Gebäude oder Menschen sind nach ersten Meldungen nicht von den Erdrutschen betroffen.

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Die Erdbebenbehörde registrierte in den ersten Stunden keine größeren Nachbeben.
In der Provinz Sichuan kommt es immer wieder zu teils größeren Erdbeben, die aufgrund der geringen Herdtiefe, der hohen Bevölkerungsdichte und der meist traditionellen Bauweise häufig zu massiven Schäden führen. Im Jahr 2018 wurden bereits drei Schadenbeben in Sichuan registriert. Zuletzt trat Ende Oktober ein Erdbeben der Stärke 5.1 auf, das rund 1000 Gebäude beschädigte. Dabei wurden mehrere Menschen verletzt.

Update 17. Dezember, 11:04 Uhr
Das Erdbeben am Sonntag hatte nach Angaben des Katastrophenschutzes folgende Auswirkungen:

17 Menschen wurden verletzt
6693 Gebäude beschädigt
526 Gebäude zerstört (davon 1 durch einen Erdrutsch)
663 Menschen mussten evakuiert werden
Wirtschaftlicher Schaden (geschätzt): 51 Mio Yuan (6,5 Mio Euro).
 
Dies entspricht einem Impakt-Wert von 1,99, womit es das Erdbeben mit den drittmeisten Schäden in diesem Jahr in China ist (insgesamt 22 Schadenbeben).
Lage des Epizentrums


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Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 16. Dezember, 05:46 Uhr

Magnitude: Ms5.7 ; Mw5.4

Tiefe: 12 km

Spürbar: ja

Schäden erwartet: ja

Opfer erwartet: ja

Ursprung: tektonisch

Tsunami-Gefahr: nein

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In Regionen wie diesen kann es immer wieder zu schweren Erdbeben kommen. Nicht nur sichere Bauweise kann bei solchen Ereignissen Menschenleben retten, sondern auch richtige Verhaltensweisen. Daher empfehlen wir allen, die eine Reise in eine erdbebengefährdete Region planen, sich zuvor mit den richtigen Verhaltensweisen bei schweren Erdbeben auseinanderzusetzen.

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Jens ist 25 und studierte von 2013 bis 2019 an der Ruhr-Universität Bochum, zunächst Geowissenschaften (B.Sc. Abschluss) und später mit Spezialisierung auf Erdbebenphysik und -gefährdung. Seit Juni 2019 lebt er in Karlsruhe und arbeitet im Bereich Katastrophenforschung.

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