Erneut Erdbebenschwarm in Welterod

Welterod / Bad Schwalbach – Erneut hat sich in der Nacht zu Freitag ein kurzer, aber hochfrequenter Erdbebenschwarm im rheinland-pfälzisch – hessischen Grenzgebiet ereignet. Insgesamt rund 25 Mikrobeben innerhalb von knapp zwei Stunden wurden von seismologischen Stationen aufgezeichnet. Ausgewertet und lokalisiert sind aber erst zwei Ereignisse:
So erfasste der Erdbebendienst Südwest das mutmaßlich stärkste Beben dieses Schwarms um 4:44 Uhr MEZ und lokalisiert das Epizentrum im rheinland-pfälzischen Welterod (Rhein-Lahn-Kreis). Es erreichte demnach Magnitude 1.5.

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Ein zweites Beben, mutmaßlich das erste automatisch detektierbare Ereignis des Schwarms um 3:51 Uhr, wurde vom automatischen System des HLNUG erfasst und mit Magnitude 1.1 bestimmt. Die Lokalisierung ist allerdings ungenau und stark von den manuellen Daten des Erdbebendienstes Südwest vom Hauptbeben abweichend. So soll das Epizentrum rund 10 Kilometer südlich in Stephanshausen (Geisenheim) gelegen haben.

Die meisten der Erdbeben, darunter einige stärker als das erste Beben, sind bisher nicht ausgewertet. So zeigen Daten des Taunus-Observatoriums neben den detektierten Beben noch mehrere weitere Ereignisse, vor allem zwischen 03:50 Uhr und 04:10.

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Seismologische Aufzeichnungen des Taunus-Observatoriums, 40 km östlich des Epizentrums. (Zeiten links in UTC / MEZ – 1h)

In den vergangenen Jahren haben sich mehrfach ähnliche, teils auch stärkere Erdbebenschwärme mit spürbaren Erdbeben im Taunus ereignet, darunter mehrere Sequenzen im Januar 2018, deren stärkstes Beben mit M2.5 in umliegenden Orten schwach zu spüren war.
Im Gegensatz zu damals (17 km Tiefe) lag die Herdtiefe der heutigen Beben offenbar näher an der Oberfläche. So wird die Tiefe des vom Erdbebendienst Südwest detektierten Bebens mit 11 km angegeben.

Das Hessische Landesamt (HLNUG) kündigte in einem vor wenigen Wochen veröffentlichten Dokument an, die Erdbebensequenz im Taunus in diesem Jahr weiter zu untersuchen und auch durch verbessertes Monitoring genauer zu erfassen. Bisherige Ergebnisse zeigten, dass die Erdbeben auf eine schräg-aufschiebende (oblique-reverse) Störungszone zurückzuführen seien. Zudem wiesen die einzelnen Sequenzen impulsartige Ereignisse auf, was bei normalen tektonischen Erdbebensequenzen meist nicht der Fall ist. Die genauen Ursachen der Beben sollen weiter untersucht werden.

Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 22. März 2019

Magnitude: bis 1.5

Tiefe: ca. 11 km

Maximalintensität (geschätzt): nicht spürbar

Schütterradius (geschätzt): 0 km

Schäden erwartet: nein

Ursprung: tektonisch

Lage des Epizentrums


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Jens Skapski

Data Analyst bei Risklayer
Jens ist 25 Jahre alt und studierte von 2013 bis 2019 an der Ruhr-Universität Bochum, zunächst Geowissenschaften (B.Sc. Abschluss) und später mit Spezialisierung auf Erdbebenphysik und -gefährdung. Seit Sommer 2019 arbeitet er als Data Analyst in Karlsruhe.

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