Zwei Starke Erdbeben erschüttert Türkei und Iran – Mindestens 9 Todesopfer

Iran – Im türkisch-iranischen Grenzgebiet hat sich am Sonntagmorgen ein starkes Erdbeben ereignet. Es folgte auf eine rund eine Woche andauernde Vorbebenserie in der Region West-Aserbaidschan. Nach Angaben des Erdbebendienstes der Universität Teheran erreichte das Erdbeben Magnitude 5.7. Demnach lag das Epizentrum rund 30 Kilometer westlich der iranischen Stadt Khoy sowie 20 Kilometer östlich der Grenze zur türkischen Region Van. Der Bebenherd wird in nur sechs Kilometern Tiefe verortet. Das türkische Kandilli-Observatorium ermittelte Magnitude 5.8.

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Vor allem in den Städten Vans und West-Aserbaidschans waren die Erschütterungen deutlich zu spüren. Das Schüttergebiet umfasste zudem die iranische Millionenstadt Täbris sowie Teile von Armenien und des Iraks. In der direkten Umgebung des Epizentrums ist die Bevölkerungsdichte relativ gering, sodass nicht mit Schäden in größeren Ausmaß zu rechnen ist. Aufgrund der schlechten Bauweise in vielen umliegenden Dörfern sind schwere Schäden an einzelnen Orten jedoch sehr wahrscheinlich.

Beim stärksten Vorbeben mit Magnitude 4.7 am vergangenen Sonntag wurden in Dörfern auf türkischer Seite der Grenze rund 60 Gebäude leicht beschädigt. Über Auswirkungen des Vorbebens im Iran liegen keine Informationen vor.

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Update 08:11 Uhr
Besonders betroffen vom Erdbeben ist nach ersten Meldungen die Stadt Başkale in Van. Mehrere ländliche Häuser seien infolge des Erdbebens eingestürzt oder schwer beschädigt worden. Bereits das Vorbeben hatte in diesem Ort zu Schäden geführt.
Mindestens zwei Menschen seien durch einstürzende Gebäude verletzt worden.

Auch im Iran gibt es erste Meldungen über Gebäudeschäden aus mehreren Dörfern nahe des Epizentrums. Diese wurden zunächst als „geringfügig“ beschrieben. Mehrere Rettungsteams sind in die Region entsandt worden, um die Situation zu überprüfen.

Update 09:48 Uhr
In den betroffenen Orten der Türkei sind durch einstürzende Gebäude mindestens sieben Menschen getötet worden, darunter auch drei Kinder. Das berichtet der Katastrophenschutz Afad. Zudem wurden mehrere Menschen verletzt.

Im Iran kam es zu Schäden in etwa 43 Dörfern, schätzt der dortige Katastrophenschutz. Einige der betroffenen Gebäude wurden demnach zerstört. Medien sprechen zur Zeit von rund 25 Verletzten.

Sowohl in der Türkei als auch im Iran dauern die Rettungsarbeiten weiter an. Es ist möglich, dass die Opferzahlen in beiden Ländern weiter ansteigen.

Update 17:07 Uhr
Ein neues, noch stärkeres Erdbeben als am Morgen hat sich gegen 17 Uhr deutscher Zeit ereignet. Wie bereits beim vorherigen Erdbeben lag das Epizentrum in West-Aserbaidschan. Vorläufige Auswertungen ermittelten Magnitude 6.2. Dies dürfte die Schäden in der betroffenen Region verschlimmern. Auch zuvor nicht betroffene Gebäude können durch das neue Beben gelitten haben.

Update 24. Februar

FAQ: Wie entstehen Erdbeben? Wann sind Erdbeben gefährlich? Wie kann ich mich schützen? Was sind Störungen, was sind Platten? Wichtige Begriffe erklärt

Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 23. Februar, 06:53 Uhr

Magnitude: 5.7

Tiefe: 6 km

Spürbar: ja

Schäden erwartet: ja

Opfer erwartet: wahrscheinlich

Ursprung: tektonisch

Tsunami-Gefahr: nein

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Quellen (Erdbebendienste) zu allen Erdbebendaten

Quellen zu Erdbebenschäden sind in der jeweiligen "Earthquake Impact Database" aufgeführt.

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