Erdbeben in Schweden beschädigt Gebäude

Schweden – Das stärkste natürliche Erdbeben des bisherigen Jahres hat am Freitagabend die schwedische Stadt Boliden im Norden des Landes erschüttert. Nach Angaben der schwedischen Universität Uppsala lag das Epizentrum des Bebens unmittelbar südlich von Boliden. Das Beben erreichte demnach eine Stärke von 2.8 und ereignete sich in nur rund 3 Kilometern Tiefe. Entsprechend waren die Erschütterungen in der Stadt deutlich zu spüren. Viele Anwohner reagierten verängstigt, wie lokale Medien berichten und brachten die Erschütterungen zunächst mit einer Explosion oder einem einstürzenden Gebäude in Verbindung.
Mehrere Anwohner berichteten nach dem Erdbeben von Rissen in ihren Wänden, wie unter anderem die Nachrichtenseite SVT schreibt. Größere strukturelle Schäden sind jedoch nicht bekannt.

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Schüttergebiet vom Erdbeben in Boliden, Schweden

Die Universität Uppsala bestätigte, dass es sich sehr wahrscheinlich um ein natürliches Erdbeben handelt, das nicht mit den lokalen Bergbauaktivitäten zusammenhängt. Stattdessen gehe es auf die Burträsk-Störung zurück, eine der aktivsten Störungszonen in Schweden, an der mehrmals im Jahr kleine Erdbeben registriert werden. Das letzte größere Beben ereignete sich 2010 und erreichte Magnitude 3.6. Die Burträsk-Störung wurde durch das Abschmelzen der Gletscher nach der letzten Eiszeit reaktiviert. Damals, vor rund 9500 Jahren, kam es dort zu einem Beben mit Magnitude 7.1 (geschätzt).

Erst vor knapp zwei Monaten hat sich in der nordschwedischen Stadt Kiruna das stärkste jemals dort registrierte bergbauinduzierte Beben ereignet.

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FAQ: Wie entstehen Erdbeben? Wann sind Erdbeben gefährlich? Wie kann ich mich schützen? Was sind Störungen, was sind Platten? Wichtige Begriffe erklärt

Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 24. Juli, 17:47 Uhr

Magnitude: 2.8

Tiefe: 3 km

Spürbar: ja

Schäden erwartet: ja

Opfer erwartet: nein

Ursprung: tektonisch

Tsunami-Gefahr: nein

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Quellen (Erdbebendienste) zu allen Erdbebendaten

Quellen zu Erdbebenschäden sind in der jeweiligen "Earthquake Impact Database" aufgeführt.