Schwere Schäden nach Erdbeben in Algerien

Algerien – Zahlreiche schwer beschädigte Gebäuden und verschobene Straßen sind die Folge eines eher moderaten Erdbebens im Norden der Algerischen Region Mila. Das Erdbeben erreichte nach Angaben des EMSC Magnitude 4.9, war damit nur unwesentlich stärker als ein Erdbeben Mitte Juli (M4.5) in der selben Region.
Lokale Medien und Anwohner teilten nach dem heutigen Beben, das unter anderem noch in der Küstenstadt Bejaia zu spüren war, Bilder von teilweise oder ganz eingestürzten Gebäuden aus der dicht besiedelten Epizentralregion rund um den Stausee Beni Haroun. Meldungen über Verletzte und Todesopfer liegen zur Zeit noch nicht vor.
Besonders betroffen vom Beben ist die Stadt Sidi Merouane unmittelbar südlich des Epizentrums, wo mehrere Gebäude einstürzten. Große Rissen ziehen sich durch Straßen, Häuser und Felder. Die Behörden leiteten umfassende Hilfsmaßnahmen ein.

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ShakeMap des Mila-Erdbebens, gerechnet mit einer geschätzten Herdtiefe von 3 Kilometern.

Am Nachmittag kam es zu einem Nachbeben mit Magnitude 4.5.
Die schweren Schäden sowie der Oberflächenbruch, der sich von Sidi Merouane über mindestens einen Kilometer erstreckt, deuten auf ein Erdbeben in extrem geringer Tiefe hin, da Beben dieser Stärke sonst nicht diese Auswirkungen haben. Von lokalen Erdbebendiensten konnte allerdings keine genaue Tiefe ermittelt werden. Der vom GFZ Potsdam bestimmte Herdmechanismus des Erdbebens, eine dextrale Blattverschiebung mit Abschiebungsanteil, stimmt mit den Beobachtungen überein.

Bereits seit mehreren Wochen kommt es rund um Beni Haroun See zu einer Erdbebenserie mit dem vorherigen Höhepunkt am 17. Juli, wobei mehr als 20 Gebäude teils schwer beschädigt wurden. Die mutmaßlich geringe Tiefe der Beben spräche für möglicherweise induzierte Erdbeben aufgrund des Stausees.

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FAQ: Wie entstehen Erdbeben? Wann sind Erdbeben gefährlich? Wie kann ich mich schützen? Was sind Störungen, was sind Platten? Wichtige Begriffe erklärt

Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 7. August, 8:15 Uhr

Magnitude: 4.9

Tiefe:

Spürbar: ja

Schäden erwartet: ja

Opfer erwartet: nein

Ursprung:

Tsunami-Gefahr: nein

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Quellen (Erdbebendienste) zu allen Erdbebendaten

Quellen zu Erdbebenschäden sind in der jeweiligen "Earthquake Impact Database" aufgeführt.