Erdbeben erschüttert Groningen

Niederlande – In weiten Teilen der Niederländischen Region Groningen ist am Montagnachmittag ein Erdbeben verspürt worden. Dabei waren die Erschütterungen vor allem östlich der Stadt, aber auch in weiten Teilen des Groninger Stadtgebietes zu spüren. Nach ersten Angaben der Niederländischen Meteorologiebehörde erreichte das Beben Magnitude 3.4. Damit handelt es sich um das driitstärkste Erdbeben in der Region seit Beginn der erhöhten Seismizität vor rund 10 Jahren. Demnach soll das Epizentrum in t’Zandt gelegen haben. Der Ort befindet sich rund 20 Kilometer nordöstlich der Stadt Groningen und nur 18 Kilometer von der Deutschen Grenze entfernt. In dem Gebiet hat es bereits in den vergangenen Wochen mehrere kleine Erdbeben gegeben, das bisher stärkste am 10. Dezember mit Magnitude 2.0.

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Auf Twitter gibt es aus zahlreichen Orten nahe des Epizentrums Berichte von stark spürbaren Erschütterungen. Einige Menschen haben aus Angst ihre Häuser verlassen.
Erdbeben in Groningen sind die Folge der dortigen Erdgasförderung. Entsprechend treten die Erdbeben in geringer Tiefe auf und sind mit relativ hoher Intensität zu spüren. Dies führt dazu, dass selbst schwache Beben unter Magnitude 3 verbreitet leichte Schäden verursachen.

Update 09. Januar
Insgesamt 316 Schadensmeldungen sind bis zum Montagabend bei den Behörden eingegangen. Deutlich mehr werden in den kommenden Wochen erwartet. Bei den Schäden handelt es sich überwiegend im Risse in Mauern und Fenstern, sowie verschobene Türrahmen.
Infolge des Erdbebens hat die Niederländische Regierung reagiert und zunächst eine weitere Reduzierung der Erdgasfördermenge veranlasst. Zudem soll während der laufenden Amtsperiode die weitere Reduzierung schneller erfolgen, um das Risiko weiterer Erdbeben wie am Montag möglichst zu minimieren.

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Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

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Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): ca 15:00

Magnitude: 3,4

Tiefe: 3 km

Spürbar: ja

Schäden erwartet: ja

Opfer erwartet: nein

Ursprung: induziert (Erdgasförderung)

Tsunami-Gefahr: nein

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– Erdbeben in Groningen sind eine Folge der dortigen Erdgasförderung. In den vergangenen Jahren wurden mehrere teils moderate Erdbeben verzeichnet, die tausende Gebäude leicht beschädigten. Besonders betroffen ist die Region östlich von Groningen. Als Konsequenz wurde im Jahr 2015 eine Reduzierung der Fördermenge veranlasst, die 2016 stufenweise verschärft wird. Die letzte Reduzierung fand im Oktober 2017 statt. Seit dem ist die Erdbebenaktivität rückläufig. Spürbare Erdbeben treten dennoch gelegentlich auf. Bis zum Jahr 2030 soll aufgrund der andauernden Erdbeben die Gasförderung komplett eingestellt werden.
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Jens ist 24 und studiert seit 2013 an der Ruhr-Uni Bochum Geowissenschaften. 2011 hat er mit einem privaten Erdbebenblog begonnen, aus dem sich später erdbebennews.de entwickelt hat. Er hat journalistische Erfahrungen und interessiert sich seit der Kindheit für Geologie, Meteorologie und Naturkatastophen.

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Selbstständig
Gast
Selbstständig

Es wird zu oft nur gemeckert.
Wer macht sich denn schon unabhängig von den fossilen Brennstoffen?

Günther
Gast
Günther

Die von mir Angeschriebenen haben sich immer
noch nicht gemeldet. Aber wenn demnächst
deren eigene Häuser wackeln und Risse die
Mauern durchziehen, dann ist was los, dann
muss der Staat unverzüglich helfen. Wetten?

Günther
Gast
Günther

Pardon, es muss heißen: «… mit S t r o m a u s den vielen
holländischen Windkraftanlagen» …

Günther
Gast
Günther

Könnten die lieben Nachbarn in der Provinz
Groningen ihren Energiebedarf nicht besser mit
den vielen holländischen Windkraftanlagen
decken als mit Erdgas? Das Beben war sogar auf
der kleinen Halbinsel Punt van Reide messbar,
ein paar Kilometer über den Dollart von Emden
entfernt. Es wundert mich, dass bislang keine
deutschen Politiker zu dem gefährlichen Vorfall
ernsthaft Stellung genommen haben.

Günther
Gast
Günther

Ich habe meinen Leserbrief vom 11. Januar 2018
an die ostfriesischen Tageszeitungen und an
MdB Johann Saathoff (SPD) sowie an die Stadt
Emden geschickt. Ich habe keine Antworten
(auch keine Zwischenbescheide) bekommen.
Das gibt mir zu denken.