Erdbeben in Aserbaidschan fordert Todesopfer

Aserbaidschan – Im östlichen Kaukasus hat sich am Dienstagabend ein starkes Erdbeben ereignet. Das Epizentrum des Bebens lag im Norden von Aserbaidschan nahe der Grenze zu Russland. Nach Angaben des Geoforschungszentrum Potsdam erreichte das Beben Magnitude 5.2. Die private Webseite ALomax hat zunächst, ebenso wie der Aserbaidschanische Erdbebendienst, Magnitude 5.5 ermittelt.
In weiten Teilen von Aserbaidschan und im benachbarten Georgien waren die Erschütterungen deutlich zu spüren. Auf der Homepage des EMSC meldeten sich zahlreiche Zeugen aus der Georgischen Hauptstadt Tiflis und der Armenischen Hauptstadt Eriwan, die dieses Beben deutlich wahrgenommen haben. In Aserbaidschanischen Städten nahe des Epizentrums wurden starke Erschütterungen verzeichnet. Dort muss besonders in den ländlichen Regionen in den Tälern des Kaukasus mit größeren Schäden gerechnet werden. Besonders das Gebiet östlich der Stadt Zagatala könnte stark betroffen sein.

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Zuletzt hat sich im November 2017 ein starkes Beben in Aserbaidschan ereignet. Dieses erreichte Magnitude 5.2 und führte zum Einsturz einiger Gebäude in der Region Agdam. Sieben Menschen wurden damals verletzt.

Update 6. Juni, 08:30 Uhr
Infolge des Erdbebens hat es in der Epizentralregion einige größere Schäden gegeben. Wie lokale Medien berichten, bildeten sich Risse in zahlreichen Gebäuden. Besonders das ländliche Gebiet war betroffen, wo noch viele Häuser Schäden von einem früheren Beben im Jahr 2012 aufweisen. Es wird berichtet, dass auf mehreren Bauernhöfen Gebäude teilweise eingestürzt sind. Die Schäden des Bebens werden im Laufe des Tages von den Behörden begutachtet.
Mindestens eine Person ist bei dem Beben ums Leben gekommen. Es soll sich um einen 63-jährigen handeln, der bei dem Schock einen Herzinfarkt erlitten hat. Zudem verletzte sich ein 13-jähriger am Bein, als er in Panik versuchte, bei dem Erdbeben aus dem Haus zu flüchten. Er wurde in ein Krankenhaus eingeliefert.
Aus den Nachbarländern Georgien und Russland wurden bisher keine Schäden gemeldet.

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Update 09:26 Uhr
Nach Angaben des Gesundheitsministeriums mussten insgesamt 31 Menschen nach dem Erdbeben mit Verletzungen in Krankenhäusern behandelt werden.

Zeugenmeldungen
Tiflis (Georgien)
Ca. 19:40 GMT, 3. Stock eines Plattenbaus, kurzer 1 sekündiger Ruck, keine Schäden. (Intensität II)

Tiflis (Georgien)
Aufenthaltsort: 3. OG eines MFH, ca. 22:30 OZ. Zunächst schwächerer Erdstoß (III), unmittelbar gefolgt von etwas stärkerem (IV). Zeitdauer 5-10 sek. Gebäude schwankte leicht seitwärts. Tür einer Glasvitrine schepperte, Deckenleuchte schwankte leicht. (Intensität IV)

Tiflis
Hängelampen Schaukelten, Schranktür sprang auf, Haus vibrierte, Autos hupten auf der Straße. zeit ca. 22.40 Oortszeit. (Intensität III)

Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 20:40 Uhr

Magnitude: 5,5

Tiefe:

Spürbar: ja

Schäden erwartet: ja

Opfer erwartet: unwahrscheinlich

Ursprung: tektonisch

Tsunami-Gefahr: nein

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Jens Skapski

Data Analyst bei Risklayer
Jens ist 25 Jahre alt und studierte von 2013 bis 2019 an der Ruhr-Universität Bochum, zunächst Geowissenschaften (B.Sc. Abschluss) und später mit Spezialisierung auf Erdbebenphysik und -gefährdung. Seit Sommer 2019 arbeitet er als Data Analyst in Karlsruhe.

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Peter Schaller
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Peter Schaller

Ich habe das Erdbeben in Tiflis gespürt.
Ort: 3. Stock eines Mehrfamilienhauses. Ich lag bereits im Bett.
Beobachtungen: Dauer 5-10 Sekunden. Das Bett und das Gebäude schwankten. Der Schrank machte Geräusche, als ob er bewegt würde. Die angelehnte Tür des Schlafzimmers öffnete sich.