Zwei Erdbeben bei Kunming verursachen schwere Schäden und Verletzte

China – Südlich der Millionenstadt Kunming in der Chinesischen Provinz Yunnan hat sich in der Nacht zum Montag ein moderates Erdbeben ereignet. Nach Angaben der Chinesischen Erdbebenbehörde (CEIC) lag das Epizentrum im Landkreis Tonghai, 70 Kilometer von Kunming entfernt. Das Erdbeben erreichte demnach Magnitude 5.0. Die Herdtiefe lag bei sieben Kilometern. Binnen weniger Minuten folgten Nachbeben mit Magnitude 3.3 und 3.5.
Der Landkreis Tonghai ist sehr dicht besiedelt. Auch die Millionenstadt Yuxi befindet sich in der Nähe des Epizentrums. Die meisten Orte in Tonghai sind nahe des Qilu-Sees erbaut, der ein tektonisches Becken teilweise auffüllt. Aufgrund der Lage auf See- und Flusssedimenten und der geringen Tiefe des Bebens, gemeinsam mit der sehr hohen Bevölkerungsdichte und der vorherrschenden traditionellen Bauweise besteht die Gefahr schwerer Schäden rund um das Epizentrum. Im Hügelland, das das Becken umgibt, sind Erdrutsche möglich.

Update 13. August, 14:13 Uhr
Die Behörden von Yunnan haben am Montagabend (Ortszeit) eine erste Bilanz des Erdbebens veröffentlicht. Demnach wurden mindestens 18 Menschen bei dem Beben verletzt. Eine Person konnte verletzt aus einem eingestürzten Gebäude gerettet werden. Schäden traten vor allem im Raum Tonghai auch. Nutzer der Webseiten Weibo berichten jedoch auch von Rissen in Gebäuden in Yuxi.
Die Behörden schätzen die Zahl der beschädigten Gebäude zunächst auf 6000. Detaillierte Auswertungen sind noch im Gange. Rund 11.000 Menschen werden zur Zeit in Notunterkünften betreut. Entsprechende Hilfsgüter haben die Behörden bereitgestellt.
Nach dem Erdbeben kam es in der Umgebung des Epizentrums zu einigen Stromausfällen. An den meisten Orten konnte die Stromversorgung inzwischen wiederhergestellt werden.

Update 14. August, 07:55 Uhr
Ein zweites Erdbeben in der Nacht zum Dienstag hat zur Verschärfung der Erdbebenschäden beigetragen. Wie die Erdbebenbehörde Chinas registrierte, erreichte das neue Beben ebenfalls Magnitude 5.0. Epizentrum und Herdtiefe sind identisch mit denen des ersten Erdbebens.
Durch dieses neue Beben wurden viele weitere Gebäude beschädigt. Der Katastrophenschutz fasste am Vormittag (Ortszeit) die Auswirkungen beider Erdbeben wie folgt zusammen:
Mindestens 24 Menschen wurden durch einstürzende Gebäude verletzt. Bisher gelten rund 6500 Gebäude aufgrund der Erdbebenschäden als unbewohnbar, weshalb 33.000 in Notunterkünfte evakuiert werden mussten. Insgesamt sind fast 70.000 Menschen vom Erdbeben betroffen. Die genaue Zahl der beschädigten Gebäude konnte noch nicht ermittelt werden. Die Untersuchungen dauern an.
Zur Unterstützung der Erdbebenopfer haben die Behörden tausende Großraumzelte, Betten und Decken bereitgestellt.

Anzeige

Anzeige

Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 19:44 Uhr

Magnitude: 5.0

Tiefe: 7 km

Spürbar: ja

Schäden erwartet: ja

Opfer erwartet: möglich

Ursprung: tektonisch

Tsunami-Gefahr: nein

Wenn Ihnen unsere Webseite gefällt, können Sie diese Arbeit mit einer Spende unterstützen. Weitere Infos dazu.

In Regionen wie diesen kann es immer wieder zu schweren Erdbeben kommen. Nicht nur sichere Bauweise kann bei solchen Ereignissen Menschenleben retten, sondern auch richtige Verhaltensweisen. Daher empfehlen wir allen, die eine Reise in eine erdbebengefährdete Region planen, sich zuvor mit den richtigen Verhaltensweisen bei schweren Erdbeben auseinanderzusetzen.

Haben Sie ein Erdbeben gespürt? Falls ja, teilen Sie uns dies bitte über das unten stehende Kontaktformular mit. Bitte geben Sie auch Zeitpunkt (Datum, Uhrzeit), sowie wenn möglich Intensität und mögliche Auswirkungen des Erdbebens (Schäden, etc.) an. Um doppelte Veröffentlichungen zu vermeiden, schicken Sie für jedes Erdbeben bitte maximal eine Meldung ab. Vielen Dank.
Ihre Persönlichen Daten werden nicht veröffentlicht.
Siehe auch: Warum sammeln wir Zeugenmeldungen? und: Wann werden Zeugenmeldungen veröffentlicht??

Ihr Name / Nickname*

Ort / Stadt, wo Sie das Erdbeben gespürt haben*

Ihre E-Mailadresse

Adresse, wo sie das Erdbeben verspürt haben

Intensität, EMS 98 geschätzt*

Beschreiben Sie Ihre Wahrnehmungen so ausführlich wie Sie möchten*

Sonstiges

Hinweis: Mit * markierte Felder müssen ausgefüllt werden

Yunnan gehört zu den erdbebengefährdetsten Regionen Chinas. Mehrfach im Jahr kommt es hier zu größeren Erdbeben. Aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte, des steilen Reliefs und einer traditionellen Bauweise führen auch moderate Erdbeben immer wieder zu teils schweren Schäden.
The following two tabs change content below.
Jens ist 24 und studiert seit 2013 an der Ruhr-Uni Bochum Geowissenschaften. 2011 hat er mit einem privaten Erdbebenblog begonnen, aus dem sich später erdbebennews.de entwickelt hat. Er hat journalistische Erfahrungen und interessiert sich seit der Kindheit für Geologie, Meteorologie und Naturkatastophen.

Neueste Artikel von Jens Skapski (alle ansehen)