Viele Tote bei Erdbeben im Norden von Haiti

Haiti – Im Norden des Karibikstaates auf der Insel Hispaniola hat sich in der Nacht zum Sonntag (MESZ) ein starkes Erdbeben ereignet. Nach Angaben des United States Geological Survey (USGS) lag das Epizentrum vor der Küste der nordöstlichen Region des Landes (Department Nord-Ouest) nahe der vorgelagerten Insel Ile de la Tortue. Das Erdbeben erreichte demnach Magnitude 5.9 und der Erdbebenherd lag in einer Tiefe von rund 12 Kilometern.

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Auf weiten Teilen von Hispaniola waren die Erschütterungen deutlich zu spüren, unter anderem auch in Santo Domingo, der Hauptstadt der Dominikanischen Republik. Im Norden Haitis führte das Beben verbreitet zu Panik, da viele Menschen sich an das Erdbeben von 2010 erinnert fühlten. Nach Angaben des Katastrophenschutzes kam es durch Massenpanik und Stürze zu hunderten Verletzten, wovon viele in Krankenhäusern behandelt werden müssen.

Das Erdbeben selbst führte in mindestens drei Departments Haitis zu teils schweren Gebäudeschäden. Betroffen sind Nord-Ouest, Ile de la Tortue und Artibonite, wo zahlreiche Gebäude eingestürzt sind. Genauere Auswertung führt der Katastrophenschutz Haitis zur Zeit durch. Mindestens 11 Menschen sind durch einstürzende Gebäude getötet worden, darunter sieben aus Nord-Ouest und vier in Artibonite. Es ist nicht bekannt, ob noch Menschen unter den Trümmern vermisst werden.

Ursprung des Erdbebens ist die North Hispaniola Fault Zone vor der Küste von Haiti und der Dominikanischen Republik. Dabei handelt es sich um eine Überschiebung mit sehr geringem Eintauchwinkel, wo Hispaniola mit 3-4 mm/Jahr über das kontinentale Bahamas-Plateau geschoben wird. Die Störung bildet die Erweiterung des östlich gelegenen Puerto Rico Grabens, einer Subduktionszone, an der die ozeanische Nordamerikanische Platte unter die Karibische Platte abtaucht. An der North Hispaniola Fault zone hat es in der Vergangenheit zahlreiche schwere Erdbeben gegeben, zuletzt im Jahr 1946 mit Magnitude 7.8 vor der Küste der Dominikanischen Republik.

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Update 09:16 Uhr
In der Hafenstadt Port-de-Paix im Department Nord-Ouest sind nach Angaben lokaler Medien mindestens 17 Menschen ums Leben gekommen. Details dazu wurden nicht bekannt.

Update 22:08 Uhr
Ein relativ kräftiges Nachbeben mit Magnitude 5.4 hat sich am späten Abend ereignet. Das Epizentrum lag wie beim Hauptbeben vor der Nordküste Haitis. Auch in der benachbarten Dominikanischen Republik und in Teilen von Kuba waren die Erschütterungen zu spüren. Neue Schäden sind möglich.

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Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 7. Oktober, 02:12 Uhr

Magnitude: 5.9

Tiefe: 12 km

Spürbar: ja

Schäden erwartet: ja

Opfer erwartet: ja

Ursprung: tektonisch

Tsunami-Gefahr: nein

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In Regionen wie diesen kann es immer wieder zu schweren Erdbeben kommen. Nicht nur sichere Bauweise kann bei solchen Ereignissen Menschenleben retten, sondern auch richtige Verhaltensweisen. Daher empfehlen wir allen, die eine Reise in eine erdbebengefährdete Region planen, sich zuvor mit den richtigen Verhaltensweisen bei schweren Erdbeben auseinanderzusetzen.

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Jens ist 24 und studiert seit 2013 an der Ruhr-Uni Bochum Geowissenschaften. 2011 hat er mit einem privaten Erdbebenblog begonnen, aus dem sich später erdbebennews.de entwickelt hat. Er hat journalistische Erfahrungen und interessiert sich seit der Kindheit für Geologie, Meteorologie und Naturkatastophen.
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