Tote und Verletzte bei Erdbeben auf Lombok

Indonesien – Erneut wurde die indonesische Insel Lombok von einem starken Erdbeben getroffen. Rund sieben Monate nach der katastrophalen Erdbebenserie im Norden der Insel ereignete sich nach Angaben des indonesischen Erdbebendienstes an gleicher Stelle ein Beben mit Magnitude (ML) 5.8. Das United States Geological Survey (USGS) ermittelte Mw5.5. Demnach lag das Epizentrum am Nordhang des Vulkans Rinjani, rund 60 Kilometer nordöstlich der Inselhauptstadt Mataram. Wie bei den Hauptbeben im Sommer vergangenen Jahres lag die Herdtiefe des Bebens, assoziiert mit der Nord-Flores-Überschiebung, in 10 bis 20 Kilometern Tiefe.
Auf ganz Lombok waren die Erschütterungen nach Angaben von Zeugen teilweise stark zu spüren. Auch die Nachbarinseln Bali und Sumbawa sind betroffen.

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In der Nähe des Epizentrums, das in der 2018 am schlimmsten betroffenen Region liegt, sind kleinere Schäden möglich. Aufgrund der fortgeschrittenen Wiederaufbaumaßnahmen dürften die Auswirkungen des Bebens generell niedriger ausfallen.
Das heutige Erdbeben ist eines der stärksten bisher registrierten Nachbeben infolge der Erdbebenserie im Juli und August.

Update 10:29 Uhr
Der Katastrophenschutz BPBD teilte mit, dass infolge des Erdbebens heute mindestens vier Menschen verletzt wurden. Die Personen wurden von einem einstürzenden Gebäude getroffen und müssen im Krankenhaus behandelt werden.
Zur Zeit untersuchen die Behörden die Schäden des Bebens. Mehrere Gebäude seien betroffen, die meisten erlitten allerdings nur leichte Schäden.

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Einer 40-köpfigen Touristengruppe, die sich zur Zeit des Bebens an einem touristisch erschlossenen Wasserfall aufhielt, wurde aufgrund eines Erdrutsches der Rückweg abgeschnitten. Über den Zustand der Personen ist zur Zeit nichts bekannt.

Update 11 Uhr
Mindestens zwei der eingeschlossenen Touristen sind aufgrund von Steinschlägen, die durch das Erdbeben ausgelöst wurden, ums Leben gekommen. Zahlreiche weitere Personen wurden verletzt.

Update 11:34 Uhr
Die Auswertung des Erdbebens durch die indonesischen Behörden zeigt, dass das Erdbeben auf eine Abschiebung zurückzuführen ist und nicht auf eine Überschiebung wie die Hauptsequenz im vergangenen Jahr. Somit handelt es sich nicht um ein Nachbeben. Behörden führen das Beben auf eine Störungszone zurück, die mit dem Vulkan Rinjani in Verbindung steht. Beben dieser Art können an allen aktiven Vulkanen auftreten, unabhängig vom aktuellen Aktivitätsstatus.

Update 12:01 Uhr
Neue offizielle Daten zeigen, dass die Schäden rund ums Epizentrum größer sind als zunächst angenommen. Behörden sprechen von dutzenden zerstörten Gebäuden. Auch die Zahl der Verletzten sei höher als zunächst mitgeteilt. Genaue Zahlen liegen aber noch nicht vor.
Bei den eingeschlossenen und von Steinschlägen betroffenen Touristen handelt es sich um eine Reisegruppe aus Malaysia. Auch die beiden Todesopfer gehörten zu dieser Reisegruppe. Die Evakuierung der Überlebenden dauert an.

Update 12:42 Uhr
Ein Facebook-Video aus einem der betroffenen Dörfer zeigt zahlreiche zerstörte oder beschädigte Gebäude.

Update 18. März, 08:52 Uhr
Insgesamt drei Menschen sind infolge des Erdbebens ums Leben gekommen. Neben zwei malaysischen Staatsbürgern starb auch ein Einheimischer. Rund 500 beschädigte Gebäude zählte der Katastrophenschutz bis Sonntagabend, wovon mindestens 32 komplett zerstört wurden. Etwa 40 Menschen erlitten Verletzungen.
Für die betroffenen Menschen hat die Regierung Hilfsmaßnahmen angekündigt.

Zeugenmeldungen
Tiu Keleb Wasserfall, Lombok
Hallo,
Wir sind drei deutsche Backpacker und haben das 5.5 starke Erdbeben auf Lombok von heute mitbekommen (15:07 nach unserer Uhrzeit hier).
Wir kamen gerade vom Wasserfall. Wir sind gegangen weil dort die große Reisegruppe aus Malaysia war. Das war uns zu voll und laut. Auf dem weg zurück geschah das Erdbeben. Die Erde hat schrecklich gebebt und riesen Stein kamen von beiden Seiten auf uns zu gerast. Wir waren genau in der Schlucht wo der Fluss entlang fließt. Wir sind gerannt, haben unsere Schuhe verloren. Dann kam ein Nachbeben, welches noch beängstigender war, da wir noch eine Treppe entlang der Schlucht hoch mussten um da raus zu kommen! Wir haben kurz gewartet und sind dann hoch gerannt. Wir waren am Ende unserer Kräfte. Oben angekommen haben wir noch ein 3. Erdbeben gespürt. Wieder so stark dass viele Steine in die Schlucht gefallen sind.
Oben trafen wir auf 5 Leute der malaysischen Reisegruppe, die sich große Sorgen machten… (Intensität VIII)

Amed, Bali
Deutlich zu spürendes Beben (3x), Türen haben vibriert, der Boden wackelte. Leichte Panik der Menschen, Schreie (Intensität IV)

Lage des Epizentrums


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Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 17. März, 08:07 Uhr

Magnitude: 5.5

Tiefe:

Spürbar: ja

Schäden erwartet: ja

Opfer erwartet: ja

Ursprung: vulkanotektonisch

Tsunami-Gefahr: nein

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In Regionen wie diesen kann es immer wieder zu schweren Erdbeben kommen. Nicht nur sichere Bauweise kann bei solchen Ereignissen Menschenleben retten, sondern auch richtige Verhaltensweisen. Daher empfehlen wir allen, die eine Reise in eine erdbebengefährdete Region planen, sich zuvor mit den richtigen Verhaltensweisen bei schweren Erdbeben auseinanderzusetzen.

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Jens ist 24 und studiert seit 2013 an der Ruhr-Uni Bochum Geowissenschaften. 2011 hat er mit einem privaten Erdbebenblog begonnen, aus dem sich später erdbebennews.de entwickelt hat. Er hat journalistische Erfahrungen und interessiert sich seit der Kindheit für Geologie, Meteorologie und Naturkatastophen.

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